Donnerstag, 20. Dezember 2012

pech

während ich im allgemeinen ein glückskind bin, gehöre ich doch zur generation derer, die pech haben, was die zuteilung von sitzplätzen in den städtischen öffis betrifft. als ich ein kind war in den 50ern und 60ern musste ich wie alle kinder meinen sitzplatz älteren personen überlassen.
diesen impuls trage ich mit ende fünfzig immer noch in mir. zumal ich heute meist ohnehin keinen sitzplatz kriege, weil jeder von kampfmüttern, -lehrerinnen und -kindergartentanten für ihre kinder aller altersstufen reklamiert wird.
junge erwachsene denken auch nicht dran, ungefragt aufzustehen, denn sie sind in ihrer selbstwahrnehmung vermutlich noch kinder, die ab den 70ern von ihren antiautoritären erziehungspersonen angehalten wurden
in den öffis stets zu sitzen.
ich halte mich mittlerweile selber zurück mit aufstehen für noch ältere, muss ich zugeben. und wenn ich sitzen will, hab ich gelernt zu jungen menschen zu sagen, bitte lassen sie mich hinsetzen. oft hat schon mein vorsatz das zu sagen die erwünschte wirkung.


Mittwoch, 19. Dezember 2012

schweben


da ich demnächst schon westwärts reise - allerdings auf schienen und nicht per satellit - stelle ich dieses video als vorweihnachtsgruß aus christkindl-perspektive ein. für mich wirkt es herrlich zur entschleunigung. meine empfehlung: vollbildmodus, lautstärke dämpfen und schweben.

Samstag, 8. Dezember 2012

damenmoden 2


dieses puppentheater bot sich mir in der auslage von chanel, wieder mal auf dem weg zur massage, wie ihr gewiss erraten werdet.

ich hoffe, die hier in tiefster vorweihnachtszeit gezeigte frühlingsmode macht richtig schule, denn weder sehe ich hochgeschnalzte busen, noch sonst recht unbequeme schnitte.

bildquelle

es erinnert eher an die zwanziger jahre, als die frauen erstmals sportlich sein durften und die busen klein, flach, tief und bh-los getragen wurden.

die blassroten flachlatschen von chanel, die wir oben im puppentheater sehen, versprechen darüberhinaus komfortabelstes einherschreiten auf jedem pflaster. den magersüchtigen puppenbeinchen machen sie nicht gerade einen schlanken fuß, eher quadratlatschen.

Freitag, 7. Dezember 2012

damenmoden

schnalzen ist ein ausdruck, der im österreichischen mit der vorsilbe hoch- bedeutet, etwas mit schwung weiter oben befestigen. eventuell ist der ausdruck nur in oberösterreich oder gar nur in meiner familie bekannt, und/oder aus der mode gekommen. hochschnalzen tut so einiges scheinbar von selber, z.b. die preise.

man kann aber auch selber etwas hochschnalzen. das ist mir jüngsterdings wieder mal aufgefallen, als ich versuchte, einen bh zu kaufen.

unfassbar, demnächst soll frau den busen wohl direkt unterm kinn tragen? bildquelle

ich finde, ich habe eine göttinnengleiche figur, typ sanduhr, in die jahre und zu gewicht gekommen - das heißt, deutlich zu typ birne tendierend. der effekt auf den busen ist bekannt. nun war es früher üblich, diesem umstand anmutig rechnung zu tragen, indem frau zu jedem bh trägerverlängerungen kaufen konnte.

so was gibts nicht mal mehr beim bandagisten. heutzutage trägt frau den busen eben hochgeschnalzt, gar im doppelten geschirr, wie wir oben sehen. das ist nur was für junge dünne frauen, glaube ich. in meinem alter finde ich das unattraktiv, weil es im dekolletee rüschen macht. und außerdem ist es mir zu anstrengend, weil mir dann die schultern weh tun.

freischwingend geht aber nur zuhaus. also: was tun? ich werde in der menschheitsgeschichte recherchieren.


Mittwoch, 5. Dezember 2012

bedenklich

ich werde keine namen nennen. wer weiß, wer sonst auf meinen blog aufmerksam wird und mir dann vielleicht wanzen in die wohnung schmuggelt.

in wien wird derzeit die causa gegen einen ehemaligen minister verhandelt, der zu seiner zeit mal liebling der medien war. später war er nicht mehr minister, sondern für seine bürgerliche partei eu-abgeordneter und als lobbyist in brüssel.

dort widerfuhr ihm ein missgeschick: englische journalisten, verkleidet als vertreter mächtiger interessen, boten ihm jede menge cash, wenn er sich für die änderung bestimmter gesetze verbürge. er akzeptierte gern und in schlechtem englisch. das wissen wir, weil die engländer mit versteckter kamera den sketch aufgezeichnet hatten. monthy python wäre im übrigen stolz auf die performance.

hier nun meine beobachtung in der causa: gleich nach dem auffliegen der affäre sah man im gnadenlosen fernsehen das ertappte bübchen im erwachsenen mann, mit zuckenden mundwinkeln und am rande des nervenzusammenbruchs. nichts mehr vom strahlenden darling der kamera. ich war mir damals sicher, er sei zurecht der raffsucht und korruption überführt und gehöre eingesperrt. ins gefängnis.

seit er aber - in kaum besserer nervlicher verfassung - nun, jahre später, in seinem prozess als verteidigungsstrategie eine haarsträubende geschichte von geheimdiensten, die er - bondmäßig - alleine überführen wollte, da er der eigenen staatspolizei, deren chef er mal war, nicht trauen könne, bin ich mir sicher, er gehört jedenfalls verwahrt. und behandelt. in der psychiatrie.