Montag, 27. August 2012

favorit

nicht nur ich weiß hier das kuchenbuffet zu schätzen. dieses café ist mein favorit zu allen jahres- und tageszeiten. man braucht allerdings eine eintrittskarte. wenn man aber mehr als drei mal im jahr herkommt, zahlt sich die jahreskarte bereits aus. ich gebe zu, dass ich manchmal - so wie heute - nur zum kaffee und kuchen herkomme und den herrlichen beigaben an kunstschätzen keine gesonderte beachtung schenke. das kunsthistorische museum ist im übrigen die wiege meiner entscheidung kunstgeschichte zu studieren, was ich noch keine sekunde meines lebens bereut habe.

Samstag, 11. August 2012

differenz

politisch inkorrekte aperçus, wiedermal. erstmal, die wahrnehmung des fremden als fremd:

heuer hat die ostasien-fraktion - china und japan - st. wolfgang entdeckt, die erste auffallend außereuropäische präsenz seit den arabischen familien mit den tiefschwarz verschleierten frauen vor vier jahren.

die nahost-fraktion von seinerzeit residierte in großfamilien im red bull hotel scalaria, das noch teurer ist als das weiße rössl.

die diesjährige china-fraktion besteht aus kleingruppen von tagestouristen, die mit dem bus kommen, einmal durch den ort und schafbergbahn rauf und runter stürzen und wieder weg sind. die japan-fraktion kommt schiffsladungenweise mit der flotte der kleinreederei für eine stippvisite per pedes durch den ort, inkl. 50 cent beleuchtungsgeld der japanischen reiseleitung für den berühmten gotischen flügelaltar in der kirche. wieso ich sie unterscheiden kann, weiß ich nicht.

ich werde jedenfalls von der reziproken einfühlung geplagt, wunderbare chinesische und japanische tuschzeichnungen von ganz ähnlichen berg- und wasserlandschaften zu sehen und mich zu fragen, ob sie den vergleich auch anstellen. die chinesen haben sich ja eine kopie von hallstatt hingestellt, bei sich daheim, hört man.

seit gestern plagen mich noch viel inkorrektere wahrnehmungen von differenz:

viele menschen mit verschiedenen graden von körperlicher und geistiger einschränkung durchströmen den kleinen ort. die meisten in begleitung von professionellen oder familiären begleitpersonen. aber auch eine ganz selbständige drei generationen umfassende familie, in der absolut alle mitglieder zwischen ca. 60 und 2 jahren dieselben sicht- und hörbaren einschränkungen tragen. man sieht förmlich den genpool.

egal woher die exotik rührt, ich bemühe mich, nicht zu starren. aber unbeeindruckt bleibe ich nicht.

Dienstag, 7. August 2012

undine

ich hab ein riesenglück mit den österreichischen seeleuten, wie es scheint. mein undinenhafter charme lässt sie ihre vorschriften tollkühn missachten.

heute konnte ich solcherart den historischen raddampfer franz joseph kapern, mit dem ich nun abends unter missgünstigen blicken internationaler touristen als einzige passagierin von st. wolfgang markt auslaufen durfte. was sie nicht wussten: das schiff brachte mich keineswegs ans andre ende des sees, st. gilgen, wo sie alle hinwollten. nein, ich durfte als blinde passagierin mit in den winterhafen, wo der dampfer schläft, grad um die ecke von meinem quartier, aber ausser sichtweite von st. w.

vor vielen vielen jahren habe ich solcherart einmal unser einziges kriegsschiff in meine gewalt gebracht und so eine heimfahrt durch die wachau nach wien erwirkt. eventuell wurde unsere kriegsmarine deshalb aufgelöst? nein. ich sah nur neulich, dass die kaserne im kuchelauer hafen bei wien, wo jenes kanonenboot zuhause war, seit einiger zeit zum verkauf steht.

Freitag, 3. August 2012

zahnsanierung

auch das muss alle 100 jahre mal sein: alte zähne raus, neue rein . die schafbergbahn
http://www.schafbergbahn.at/
braucht ein kilometerlanges gebiss aus stahl um sich den berg rauf und runter zu nagen.

hier stapeln sich nun die alten zähne.