Montag, 30. Juli 2012

historisch

wo einst peter alexander und gunther philipp ihre späße trieben, passt heute ein gefundener schnuller farblich perfekt zur blätternden aufschrift. ein gartentor in ein versunkenes paradies, gleich nebenan.

es sieht hier eigentlich immer noch so aus: http://www.youtube.com/watch?v=XEXhDIdRAII&feature=youtube_gdata_player - sorry für die ungelenke url. verlinken geht wohl auch nicht am mobile blogger...
(für frau indica)

lebensgefährte

für die nächsten ca. drei wochen ist dieser ernste typ wieder mein verlässlicher lebensgefährte. ferienglück ist komplett: see und tee.

Freitag, 20. Juli 2012

eskalation

in meinem haus gibt es viele wohngemeinschaften junger fitter menschen, die sich im politisch grünsten bezirk von wien gerne und vorwiegend mit dem rad gegen einbahnen und auf bürgersteigen fortbewegen, sofern sie die räder nicht irgendwo ablagern müssen, weil sie z.b. in der nacht auch manchmal zuhause schlafen. man erinnert sich ja, wie das bei einem selber war.

nun gestaltet sich die ablagerung der räder wie hier ersichtlich. da es verboten ist, die räder in der einfahrt an die wände zu lehnen und im hof kaum platz ist, stapeln sich die räder praktisch und erschweren den durchgang zum stiegenhaus.

vor allem bei schneelage ist der abstieg in den hof, den man über verschneite räder hinweg durchqueren muss, recht halsbrecherisch. wenn ich knie- oder fußweh habe, frage ich mich dann, welches rad sich wohl am ehesten zum abseilen eignet.

daher gibt es beschwerden der nichtradfahrenden hausparteien bei der hausverwaltung, die dann auf die zwei (2) radständer - also für 2 räder - im hof, sowie auf den abstellraum für räder und kinderwagen im keller verweist; und darüber hinaus noch feuerpolizeilich droht.

zu diesem sehr kleinen abstellraum gelangt man über die hier sichtbare treppe rauf, und dann eine doppelt so lange enge gewundene treppe runter, und dann durch eine versperrt zu haltende kellertür, und dann noch über gefühlte 2 km lange enge gänge im keller, nur um festzustellen, dass dort alles mit verlassenen rädern voll ist.


daher hat die aktuelle radfahrende belegschaft also dieses treppen-geländer-und-hof-vollstell-system entwickelt.

anscheinend hat nun jemand von der gegenpartei zur vandalisierenden selbsthilfe gegriffen und lässt die luft aus diesen rädern.ich hab selber die ausgerissenen ventile rumliegen gesehen.

das hat natürlich die radler, die sich ja aus ihrer sicht auch in einer notlage befinden, dazu bewogen, im lift diese schriftliche drohung zu veröffentlichen:


ich bin jedenfalls froh, dass ich nächstens für ein paar wochen verreise ...

Mittwoch, 11. Juli 2012

wildsau

der sommer erfreut mich alljährlich mit tiergeschichten aus den lokalredaktionen der medien. letztes jahr die kuh yvonne.

heuer eine sagenhafte wildsau, die nächtlicherweilen in einer gottverlassenen östlichen donaugegend in ein bankfoyer eindringt, alle geldautomaten begutachtet und drei minuten später den ort des schnöden mammons verläßt.

eintritt sau

sie hat keinen schaden angerichtet. und niemand kann sich erklären, wie sie es geschafft, ohne karte die tür zu öffnen, ohne sie kaputt zu machen.

abgang sau






tja. bald werden rumänische bankomatknacker mit dressierten wildsäuen anrücken, statt mit brutaler gewalt das auto ins foyer zu rammen.

ich habe zu diesem mysteriösen ereignis natürlich wieder ausschweifende kulturhistorische assoziationen und deutungen anzubieten:

nummer eins: das tapfere schneiderlein, das sich vor der wildsau in die kapelle rettet. die sau ihm nach, er beim fenster raus, rum um die bude und sperrt sie ein. oder war das ein einhorn?
deutung: kleine bankfilialen am lande sind die modernen kapellen, da, wie wir wissen, großbanken die modernen kathedralen sind.

nummer zwei: die wildsau ist ein archetyp der großen göttin. hat jutta voss in diesem hochinteressanten buch dargelegt. die banken/finanzkrise ist ja wohl ein kulminationspunkt von 5000 jahren patriarchat.
deutung: wir können hoffen, dass das nächtliche ereignis eine symbolische ankündigung der gewaltfreien wiedereroberung der welt durch die göttin ist. yeah!!!




Montag, 9. Juli 2012

hitze



hier zwei weitere deko-highlights meiner lieblingsauslagen in der gasse um die ecke.
der antike, luftig-hölzerner kinderwagen mit dem goldenen punktesamt und die wunderbare schwimmbadminiatur, die genau zur wetterlage passt.

mittlerweile habe ich mich offenbar an die hitzewelle gewöhnt und empfinde die heute angesagten 30 grad als eher kühle aussichten... das ist vermutlich ein zeichen von bereits eingetretenem hitzeschaden im oberstübchen.

tatsächlich gab es in den letzten wochen hier in wien immer wieder rund um 35 grad, jedenfalls alles dauerhaft über 32. meine wohnung bewährt sich allerdings, solange es nachts von nordwesten weht. das durchlüften und -kühlen und ein ausgeklügeltes beschattungsmanagement erlauben angenehme innenraumtemeperaturen auch tagsüber.

allerdings lass ich keine zusätzlichen heizkörper in form von menschen in die wohnung. klientinnen und freundInnen treffen mich im schanigarten.

vom direkt in der gasse befindlichen schanigarten mache ich die beobachtung, dass die rege inanspruchnahme der peepshow an der ecke gegenüber durch die hitze offenbar noch gesteigert wird. vom knaben bis zum greis werden beide eingänge im dreiminutentakt frequentiert. am vollmondtag wars eindeutig am heftigsten. auch die damen vom frauennotrufteam der stadt melden wesentlich höhere anrufzahlen als sonst üblich. tja.