Sonntag, 29. Januar 2012

kultobjekt


2001 - odyssee im weltraum war einer der ersten filme, die ich mit dreizehn ohne eltern im kino sehen durfte. fortan lebte und lebe ich einen gutteil meiner zeit völlig losgelöst und entspannt staunend im all und liebe den donauwalzer.

neuerdings besitze ich auch ein iphone, um das man praktisch nicht herumkommt heute, wenn man eigentlich einen ipod wollte. ich wollte einen, weil ich ja fortan allenthalben bei musik essen soll.

die dicken blassen jungen männer, die üblicherweise in den entsprechenden abteilungen tätig sind, behandeln damen in meinem alter mit ausgesuchter höflichkeit und helfen einer zu einer gescheiten investition:

ich sage: ich hätte gern einen ipod für ein paar hundert cds, damit ich ambulant musik hören und kaufen kann und vielleicht schafe eingrenzen
er sagt: sie haben doch sicher ein handy?
ich sage: ja.
er: dann würd ich an ihrer stelle gleich ein iphone nehmen, da ist der passende ipod schon drin. und vielleicht kriegen sie das sogar billiger, wenn sie genug punkte haben. gehen sie zum kollegen in der handyabteilung.

der zweite dicke junge blasse mann, in der handyabteilung, schaut verständig drein, obwohl er zusätzlich eine entstellende hautkrankheit hat. er erkennt, dass mein vertrag so reif ist, dass das iphone mir günstig zufällt. also nix wie her. er richtets ein und es kann los gehen.

hier die richtige haltung, um ein iphone zu bedienen. die junge frau beim kirchgang von ferdinand waldmüller aus dem mittleren 19. jahrhundert machts vor. bildquelle
immer noch schmeiß ich leute aus der leitung, weil touch screen doch was andres ist als tasten. dennoch imitiere ich nun die jungen menschen, die das ding gebetbuchartig (siehe oben) halten und mit beiden daumen tippen und touchen. man erkennt heutzutage ja das fortgeschrittene alter einer person daran, dass sie das iphone in der linken hält und mit dem rechten zeigefinger drauf herumtippt.

ich sehe schon, ich drohe mich in kulturhistorischen betrachtungen zu verlieren. der strang über den typ der jungen männer in den elektronischen abteilungen und handyshops wäre ja auch der verfolgung wert. aber ich bleibe jetzt mal beim iphone. also: bedienung siehe biedermeier.

aber was hat das alles mit space odyssee zu tun? nun, wer es je sah, erinnert sich vielleicht an den beginn - eher mit der symphonie von der neuen welt 2. satz unterlegt, soweit ich mich erinnere, - nein falsch erinnert, es ist also sprach zarathustra von strauss -, wo wir mit einer schwarzen steintafel durchs all kreuzten und mitten unter den ca. neandertalern hier landeten:

bildquelle

dieses schwarze ding tauchte dann wieder auf im schlafzimmer von gott oder major tom (der die geste der fernbedienung macht?):

bildquelle

ich möchte in diesem kontext nur drauf hinweisen, dass das letzte iphone dem kultobjekt verdammt ähnelt, wenn ich 2001+11 auf mein schickes plastiknachtkastl schaue:

Freitag, 13. Januar 2012

schnee

das weiße hinter den tropfen ist: schnee!
spät aber doch auch in der stadt ein paar flocken. allerdings sehr feucht. ich glaube nicht, dass es eine pracht wird. jedoch:

mein auto steht in der garage! ist es zu fassen?

rechtzeitig vor dem ersten schnee, nämlich montag dieser woche schon, bin ich zu einer für hiesige verhältnisse recht günstigen garage gekommen. im supermarkt hing ein zettel. und schwupps, ein telefonat - und am selben abend bin ich mit dem auto in die tiefe abgetaucht. keine 50 meter von meiner haustüre entfernt. ich bin begeistert.

das macht mich natürlich geneigt, das taubengitter bis auf weiteres zu tolerieren, im gegenzug. als perspektivisches hilfsmittel zur erfassung des aufziehenden wetters.

Donnerstag, 12. Januar 2012

abstieg

wenn eine am gipfel angelangt ist, muss sie wohl früher oder später doch dem abstieg ins auge blicken. und ich muss sagen, auch in dem bereich, in dem ich mich nun zum abstieg aufmache, ist abzusehen, dass runter irgendwie unangenehmer ist als rauf. ich rede von den kilos.

ich habe ja im herbst aufgrund zahlloser verfrühter altersbeschwerden (kraftlos, müd, gelenks- und muskelschmerzen, rapider haarausfall und -weißwerden etc.) beschlossen, dass ich hilfe brauche beim anmutig altern. zu dem behuf habe ich mich in eine beratung der dritten art begeben, denn schul- und alternativmedizin hatten keine verführerischen angebote.

also habe ich mir meine gene, etc. mittels meiner geburtszeit errechnen lassen, - ich schrecke ja im selbstversuch vor praktisch nichts zurück - und auf gings.

seither bekomme ich herrlich einfache und unvorhersehbare anweisungen zur anpassung meines lebensstils an mich selber. die wirkung ist phänomenal. müdigkeit, konzentrationsmängel, kraftlosigkeit, schmerzen,  sind erstaunlich schnell verflogen, sogar die haarfarbe ist zurückgekehrt. eben so schnell sind aber die kilos zugeflogen. denn eine der herrlichen interventionen war: ich sei angelegt zur verwertung von fett und fleisch, nicht aber für zuckerzeug und kohlenhydrate.

mein optimistischer charakter sowie die vorweihnachts- und weihnachtszeit haben mich nun dazu verleitet, nicht nur fleisch und fett voller glück wieder ordentlich in den speiseplan zu integrieren, sondern auch zur annahme, dass, wenn schon kohlehydrate, dann wenigsten ordentlich fett. ist ja leicht umzusetzen in der weihnachtszeit.

egal. nun bin ich jedenfalls bei der letzten notfallhose angelangt und es heißt vollbremsung. aber wie geht das, wenn ich vor allem das fett nicht weglassen darf? und dazu einen weiteren erfrischenden ratschlag gerne befolge, nämlich, dass ich mich nicht zu sehr anstrengen soll und um gottes willen keinen ausdauersport betreiben? dafür aber immer mit musik essen.

ich befürchte, der zuckerentzug bleibt mir nicht erspart, auch wenn das zuckerzeug durch fett für mich besser bekömmlich sein sollte...

im übrigen ist auch dieser guru - so wie manch andrer diät- und gesundheitspapst - letztes jahr erstaunlich frühzeitig abgetreten. vielleicht darf ich die anweisungen doch nur mit vorbehalt befolgen, wenn mir ein langes frohes leben am herzen liegt. mal sehen. der beratungshorizont umfasst ohnehin sieben jahre. solang hat meine analyse nach c. g. jung auch gedauert, seinerzeit vor dreissig jahren. und es hat richtig spaß gemacht, damals wie jetzt, auf den seltsamsten abwegen das eigene leben zu erkunden und die welt zu erkennen.

Mittwoch, 4. Januar 2012

punkt

im zuge einer geschäftlichen ausschreibung verlangt das magistrat wien eine strafregisterbescheinigung von mir, um sicher zu stellen, vermutlich, dass ich keine verurteilte irre mörderin oder großbetrügerin bin. bitte gerne, ich würde das auch gern mal schwarz auf weiß haben.

kurz gegoogelt und schon gewußt, dass sich das per internet erledigen lässt, wenn ich mein handy als bürgerkarte freischalten lasse. machen wir sogleich. die lieben beamten beim finanzamt, das dafür zuständig ist, und ich kämpfen uns (ich bin die erst, die das will) durch die gebrauchsanweisung und als endlich alle daten im computer sind und ich mir im beisein einiger mitarbeiter supere passwörter einfallen hab lassen, meldet das innenministerium, dass eine solche person wie ich nicht in österreich registriert ist.

also nochmal alle daten vom personalausweis überprüft. alles richtig. plötzlich sagt einer der beamten:

es ist sicher wegen dem punkt.

was für ein punkt?
na, der punkt nach dem titel. in unserer software können wir keinen punkt machen und das zentrale melderegister hat sie wahrscheinlich als dr mit punkt. dann kennt er sie nicht, der computer.

aha. was können wir da machen?
goa nix. mia kennan goa nix mochn. vielleicht kriagns beim innenministerum den punkt ausn mödezettl wegga. daun gehats woascheinlich.

nun denn, dann also morgen per pedes zum bezirkspolizeikommissariat und dort alles auf die gute alte art mit formular etc.

hoffentlich.