Donnerstag, 17. November 2011

angst

das gespenst der angst
tut was du verlangst.
musst nur mutig sein,
dann kriegst du es klein.

dieses gedichtchen, unvergleichlich illustriert von robert gernhardt, vermutlich gar von ihm gedichtet, stand mal in den 80ern im zeitmagazin zu lesen. ich hab es lachend sofort auswendig gelernt, und es hat mir im leben schon oft geholfen mutig zu sein. leider finde ich es nicht mehr in meinen archiven und auch google hat es nicht produzieren können. deshalb der link zur allgemeinen bildersuche, da könnt ihr euch dann selber eine vorstellung davon basteln.

derzeit allerdings versagt das kluge sprüchlein mir ein wenig den dienst bei folgender herausforderung:

autofahren im winter. ich habe zwar die führerscheinprüfung extra im februar gemacht vor zig jahren, um dieser winterangst entgegen zu treten. aber es war der erste tag mit schneefall, und wir mussten praktisch nicht fahren, wegen unfairness durch mangelnde übungsgelegenheit.

meine angst datierte von einem schrecklichen glatteiserlebnis jahre davor, mit einem jugendfreund am steuer. leider hat sich das zwanzig jahre später mit einer alten studienfreundin am steuer wiederholt. es hatte zur folge, dass ich zeit meines lebens vermieden habe, in zeiten ins auto zu steigen, wenn es vielleicht wo glatt werden könnte.

einen schleuderkurs beim automobilistenclub habe ich mit herausragenden noten absolviert. ich kann es also eigentlich, soweit man es können kann. eine antitraumatherapie hab ich auch hinter mich gebracht dazu. tatsächlich krieg ich keine panikattacken mehr beim gedanken an winter und auto.

nur leider hilft das scheinbar nix. der widerwillen, vor allem gegen überlandfahrten, bleibt. die ersten radiomeldungen über auffahrunfälle auf der autobahn im nebel, die ersten straßenglättewarnungen, und mein verstand gebietet: reise mit der bahn.

wär ja kein problem, wenn es nicht so praktisch und hilfreich wäre, mütterlein immer wieder per auto durchs ferne linz kutschieren zu können. ich wünschte ich könnte beamen.

ich werd jetzt mal erkunden, ob es überhaupt möglich ist, zwischen wien und linz im autoreisezug zu fahren. ich fürchte, das geht erst ab salzburg. weiters werde ich mir ansehen, was leihautos ab bahnhof linz kosten.

irgendwie komm ich mir lächerlich vor. was soll ich tun?

Kommentare:

  1. Ich finde deine Angst völlig rational, direkt eine Überlebenshilfe!!

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  2. ja, eh :/
    danke für die bestätigung, liebe ilse.

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  3. Irgendwie gibt es eh nur zwei Möglichkeiten - mit der Bahn fahren oder mit dem Auto :-)

    Wenn du deine Angst los werden willst, musst du dich ihr stellen. Beim ersten Glatteis, beim ersten 15cm-Mulm auf der Straße hätte ich mir beinahe (naja, weißt eh..), aber bisher ist immer noch alles glimpflich ausgegangen. Blöd ist nur, wenn du keine Wahl hast und bei ungünstigen Bedingungen fahren mußt! - ist doch vernünftiger, es mal ohne Stress zu versuchen.

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  4. ja, gerlinde, das denk ich mir immer, wenn du deine winterfahrten zur arbeit beschreibst. chapeau! ich könnt es glaub ich, schon auch. aber eben nur, wenn es keine andre möglichkeit gibt.
    die billigste möglichkeit, mama durch linz zu kutschieren, ist übrigens taxi, so wies aussieht.

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  5. vielleicht ist es lächerlich, aber es ist halt so, also akzeptieren.............nur, der Winter dauert halt lang bei uns...........und nür fürn sommer ein auto ??

    lg und viel glück beim fahren

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  6. ja, das war einer der gründe, warum ich gezögert hab, das auto überhaupt zu nehmen. jetzt ist es mir aber schon ans herz gewachsen. immerhin bin ich entschlossen, in wien im winter jedenfalls zu fahren. vielleicht gewöhn ich mich dann ja dran...

    war eigentlich eine von euch winterfahrerinnen je in spektakuläre glatteisunfälle verwickelt?

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  7. möchte dir zum thema leihautos mitteilen, dass es da eine unkompliziertere und günstigere möglichkeit gibt - nämlich "carsharing"! (gibt es in allen landeshauptstädten) da kannst du dir das auto direkt am bahnhof mit einer chipkarte holen (öffnen) und es dort einfach wieder abstellen. mein mann macht das jedesmal so, wenn er mit dem zug nach vorarlberg muss. seiner auskunft nach funktioniert das super!
    liebe grüße aus dem (heute wieder)nebeligen Salzkammergut, karin

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  8. bei mir ist ja monatelang glatteis und schnee. ich fürchte nur die anderen, z.b. auf der autobahn. unfälle. ja, als kind einmal mit meinem vater, aber nix besonderes. und selbst halt auch ab und an in den graben gefahren. aber immer ohne schäden. das ist da auf den güterwegen fast normal. aber ich sch... mich auch an, bin schon autobahn gefahren nach bayern, da war es so glatt, dass die leute beim aussteigen aus dem auto hingefallen sind.
    küchenpsychologie: angst vor kontrollverlust.
    hab ein feines wochenende, ganz ohne straßenglätte
    lg
    ingrid - waldviertel

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  9. @karin:
    ja, carsharing hab ich mir schon angeschaut. ist sogar eine aktion derzeit... mach ich vielleicht eh.

    @ingrid:
    küchenpsychologie stimmt 100%. ich war ja bei den unfällen nur beifahrerin. fürcht mich auch mehr vor den anderen. und vor meinen knappen kräften, wenn ich in der kälte im graben lande.

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  10. Deine Frage: "war eigentlich eine von euch winterfahrerinnen je in spektakuläre glatteisunfälle verwickelt?"

    Nein, noch nie. Weder auf Autobahnen, noch auf Landstraßen und Feldwegen, obwohl ich seit 12 Jahren fahren muss, ob ich will oder nicht. Gute Reifen, den Bedingungen angepasst und vorausschauend fahren und alle 15 Minuten ein kleines Stoßgebet nach oben, dass dir kein Idiot unterkommt, dann klappt das schon :-)

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