Dienstag, 29. November 2011

mütchen

das angesagte wärmere westwetter übers wochende hab ich zum anlass genommen, mich doch mit dem auto überland zu wagen. ich finde, dass man bei abfrage einiger wetterseiten und mit den vorhersagen des lokalen radios mittlerweile tatsächlich recht genau einschätzen kann, was so bevorsteht. mit den dort angegebenen ingredienzien habe ich mir das nötige mütchen zusammengekocht, jeweils um die mittagsstunden recht unerschrocken loszureisen.

und nun bin ich gut zurück. es gab nur ein wenig nebel, die kälteste außentemperaturanzeige war 0,5 grad plus. das gespenst der angst hat sich dennoch nicht gezeigt. sehr angenehm, dass nun wieder ein wenig mehr spielraum für mich da ist.

immerhin aber bin ich jetzt auch im besitz einer carsharing-card für alle fälle, die mir auf bestellung am bahnhof in linz (und an anderen größeren bahnhöfen) ein auto zur verfügung stellt. noch dazu für ein jahr ohne mitgliedsbeitrag und die erste fahrt gratis. weihnachtsaktion.

Donnerstag, 17. November 2011

angst

das gespenst der angst
tut was du verlangst.
musst nur mutig sein,
dann kriegst du es klein.

dieses gedichtchen, unvergleichlich illustriert von robert gernhardt, vermutlich gar von ihm gedichtet, stand mal in den 80ern im zeitmagazin zu lesen. ich hab es lachend sofort auswendig gelernt, und es hat mir im leben schon oft geholfen mutig zu sein. leider finde ich es nicht mehr in meinen archiven und auch google hat es nicht produzieren können. deshalb der link zur allgemeinen bildersuche, da könnt ihr euch dann selber eine vorstellung davon basteln.

derzeit allerdings versagt das kluge sprüchlein mir ein wenig den dienst bei folgender herausforderung:

autofahren im winter. ich habe zwar die führerscheinprüfung extra im februar gemacht vor zig jahren, um dieser winterangst entgegen zu treten. aber es war der erste tag mit schneefall, und wir mussten praktisch nicht fahren, wegen unfairness durch mangelnde übungsgelegenheit.

meine angst datierte von einem schrecklichen glatteiserlebnis jahre davor, mit einem jugendfreund am steuer. leider hat sich das zwanzig jahre später mit einer alten studienfreundin am steuer wiederholt. es hatte zur folge, dass ich zeit meines lebens vermieden habe, in zeiten ins auto zu steigen, wenn es vielleicht wo glatt werden könnte.

einen schleuderkurs beim automobilistenclub habe ich mit herausragenden noten absolviert. ich kann es also eigentlich, soweit man es können kann. eine antitraumatherapie hab ich auch hinter mich gebracht dazu. tatsächlich krieg ich keine panikattacken mehr beim gedanken an winter und auto.

nur leider hilft das scheinbar nix. der widerwillen, vor allem gegen überlandfahrten, bleibt. die ersten radiomeldungen über auffahrunfälle auf der autobahn im nebel, die ersten straßenglättewarnungen, und mein verstand gebietet: reise mit der bahn.

wär ja kein problem, wenn es nicht so praktisch und hilfreich wäre, mütterlein immer wieder per auto durchs ferne linz kutschieren zu können. ich wünschte ich könnte beamen.

ich werd jetzt mal erkunden, ob es überhaupt möglich ist, zwischen wien und linz im autoreisezug zu fahren. ich fürchte, das geht erst ab salzburg. weiters werde ich mir ansehen, was leihautos ab bahnhof linz kosten.

irgendwie komm ich mir lächerlich vor. was soll ich tun?

Montag, 14. November 2011

etappensieg

mit unten stehendem schreiben der zwischeneskalationsstufe 1 (emotionen ausdrücken, moralkeule schwingen, jemand dritten ins spiel bringen, tränendrüse leicht drücken) habe ich nun an der kühlschrankfront einen etappensieg errungen. die hausverwaltung hat die angelegenheit schnurstracks zur erledigung an die firma weiter gereicht, die für die instandhaltung des hauses zuständig ist. die sollen sich bei mir melden. mal sehen... über das taubengitter tröstet mich auch ein neuer kühlschrank nicht hinweg.

hier also meine postwendend erfolgreiche tatsächliche epistel:


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Antwort enttäuscht mich und erschüttert das Vertrauen in Ihre Hausverwaltung, das ich beim Einzug gewonnen hatte.


Wenn ich gewußt hätte, dass Sie die Mängelbehebung beim Kühlschrank, die eigentlich, wenn schon, dem Vormieter oblegen wäre, einfach unter den Tisch fallen lassen würden - und sie nun gar auf mich überwälzen wollen -, hätte ich die MV-Klausel der
Möbelmiete für die alte Küche gewiss nicht akzeptiert.

Ich habe den MV im guten Glauben unterschrieben, dass die Beanstandungen bei der Übernahme im Lauf der Zeit behoben werden, wie Sie mich ja durch Tausch der Abwasch, der Armatur, Behebung des Thermenschadens und Anbringung eines zeitgemäßen Waschmaschinenabflusses glauben ließen.


Die Juristin, die bei der Vertragsunterzeichung anwesend war, hat selbst gemeint, man werde sehen, ob die Innenaustattung des Kühlschranks zu ersetzen nicht teurer sei, als ein neues Gerät bereitzustellen.


Mein Fehler war offenbar, dass ich letztes Jahr dieses Problem nicht offensiver direkt bei Ihnen urgiert habe -  und nicht über Hrn. X, der mich auf später vertröstet hat, mein Anliegen vielleicht gar nicht weitergereicht hat, obwohl er die Schäden fotografiert hat, und irgendwann nicht mehr erreichbar war, weil er selber mit irgendeiner Baustelle im ersten Bezirk unter Druck war. Im Vorweihnachtstrubel habe ich die Angelegenheit mit dem Kühlschrank dann selber aus den Augen verloren.


Jetzt aber habe ich mir wieder einmal an der Gemüselade weh getan, und ein Glas ist beim Öffnen der Kühlschranktür auf den Boden gekracht. Also habe ich mich an Sie gewandt, um diese ausstehende Erledigung in Erinnerung zu bringen.


Ich hoffe, Sie überdenken Ihre Haltung angesichts der Umstände.


In Erwartung eines besseren Vorschlags von Ihrer Seite

mit freundlichen Grüßen

Noschoko

Samstag, 5. November 2011

kampfansage

ich merke, dass ich mich mit dem taubengitter nicht anfreunden werde. ich wohne jetzt wirklich in einem hasenstall. ich beneide diese tiere nicht. jeden morgen schneidet mir der karierte himmel ins herz, wenn ich die augen aufschlage.

daher schwebt mir untenstehende replik auf die erwartungsgemäß negativ ausgefallene antwort der hausverwaltung bezüglich meines kühlschranks vor. wenn sie mir die wohnung kündigen, ist es mir nur recht, denn sie ist mir vergällt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Austausch der kaputten Innenausstattung des Kühlschranks wäre in die Erhaltungspflicht des Vormieters oder in die der XY GmbH als Vermieter gefallen, wie Sie meinem Übernahmeprotokoll entnehmen.


Dass Sie als Hausverwaltung durch Nichtreagieren den Fall letzten Herbst in Ihrem Sinn geregelt haben und nun versuchen, die Last auf mich als Mieterin abzuwälzen, entspricht möglicherweise Ihren Gepflogenheiten.


Ich möchte Sie jedoch darauf aufmerksam machen, dass ich dieses Verhalten nicht akzeptiere.


Ich widerrufe nun die Einzugsbewilligung für die Miete von meinem Konto und überweise Ihnen bis auf weiteres die Miete


  • abzüglich der sogenannten Möbelmiete von 30 Euro, sowie
  • abzüglich weiterer 100 Euro wegen Wertminderung durch die gestörte Aussicht aus dem Küchen- und dem Schlafzimmerfenster.
Da der Himmelsblick der Grund war, warum ich die Wohnung genommen habe, empfinde ich das neuerdings ohne meine Einwilligung angebrachte hofseitige Taubenschutzgitter als erhebliche Wertminderung des Objekts. Eine Störung durch Tauben war nie gegeben.

Weitere Korrespondenz übernimmt meine Anwältin. Meiner Rechtschutzversicherung ist der Fall avisiert.


Beste Grüße


soll ich?