Montag, 5. September 2011

teufelskreis

nun, da ich den sündenfall mit dem auto hinter mir habe, gehts dahin mit meinem beitrag zur erderwärmung: ich wünsche mir eine klimaanlage. damit ich die erderwärmung aus meiner wohnung draußen halten kann, wodurch ich sie draußen natürlich vorantreibe. ein teufelskreis.

aber echt: wie soll ich arbeiten, wenn es mal wieder mehr als eine woche über dreißig grad hat? da ersticken wir doch im arbeitsraum, weil ja lüften bei diesen temperaturen irgendwie nicht funktioniert.

ich hab jetzt zum erstenmal eine hitzeperiode in der neuen wohnung getestet. jetzt ende august. das war genau eine woche über dreißig grad. und ich war noch im urlaub. für mich allein gings genau eine woche. wenn dann die hitze angedauert hätte, wär es unangenehm geworden. das heißt, die wohnung ist eigentlich toll, dass ich sie mit nachtlüften und sonnenschutz solange relativ kühl halten konnte.

aber wenn betrieb in der praxis ist, geht das viel weniger lang. erstens ist jeder mensch, der hier sitzt, ein heizkörper - gar wenn die person sich aufregt. und zweitens müsste man zwischenlüften, also die hitze dauernd reinlassen.

na, mal sehen. vielleicht find ich noch ein kühles öffentliches gewölbe in der nähe, in das ich zum arbeiten mit klientInnen ausweichen könnte. klimatisierte arbeitsräume anmieten ist jedenfalls teurer, als eine eigene klimaanlage einbauen und betreiben. ich werd wohl mal eine expertise einholen vom klimatechniker und dann mit der hausverwaltung in verhandlung treten.

mich wundert ja nicht, dass amerika solange wirtschaftlich vorne lag. in den usa nach dem weltkrieg kam das wirtschaftswunder sicher von den klimaanlagen und den kurzen urlauben. und die aktuelle wirtschaftskrise in den mittelmeerländern? weil sie zuwenig klimaanlagen haben und zuviel urlaub?

ich jedenfalls kann in der hitze nicht voll arbeiten. und ich finde auch, dass die hitzeperioden heißer sind als früher. auch wenn dieser sommer dahingehend (für mich glücklicherweise) nicht zu buche schlug. aber wenn ich mich erinnere an sechswöchige überdreißig grad perioden im frühsommer - das ist unerträglich in der stadt. nicht nur für mich, soweit ich sehe.

die meisten leute, die ich kenne, die das toll finden, arbeiten natürlich in den modernen bürokühltürmen. ich hatte das vergnügen auch mal, im jahrhundertsommer 1983. seither weiß ich, dass man über dreißig grad über wochen hinweg toll finden kann, wenn man den lieben langen tag im kühlschrank sitzt.

Kommentare:

  1. mit ner Klimaanlage wärs Arbeiten wesentlich erträglicher gewesen. Die Konzentration leidet extrem, ab Temperaturen über 30°C. Ich bin ziemlich hitzeresistent, aber die vorletzte Woche hat auch mich an meine Grenzen getrieben.

    Aber jetzt ist der Sommer ja so gut wie vorbei. Man könnte jetzt aber Vorkehrungen für den nächsten Sommer treffen ...

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  2. und wenn du dir so große luftquirl aufstellst - sprich ventilatoren??
    hatte man ja früher in den tropen immer. ich kann mich da an reisen erinnern, in alten herbergen, wo so antiquierte riesendinger an der decke rhytmisch schwangen und ich immer fürchtete nächtens davon erschlagen zu werden.
    liebgrüßt
    ingrid-waldviertel
    sicherheitsabfrage: retter

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  3. ja, wo ist er, der retter? :) es gibt jetzt sogar ventilatoren ohne flügel. aber das hilft auch nur bedingt, weil es eben nur die heiße luft verquirlt. und es braucht auch gar nicht so wenig strom.

    mal sehen, jetzt ist ja zeit zum überlegen.

    lg u

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  4. Jetzt - kommt ja erstmal wieder der Herbst - und dann schimpfen über Anderes. Ich mag es im Grunde, bei jedem Wetter "draußen" zu sein, also in meiner Limousine und um sie herum ....
    Was uns zu schaffen macht in den vergangenen Hitze-Momenten ist m.E. nicht die hohe Temperatur sondern eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die schlappe 25 Grad wie 35 empfinden läßt. So geht es mir hier .... eine trockene Hitze fühlt sich anders an.
    Zur Verbindung Klima und Wohlstand gibt es interessante Abhandlungen - aber in deiner Kürze liegt mehr Würze.
    LG, Sati

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  5. Ich hatte einen Sommer, in dem die eher kühle Luft da draußen den Anforderungen an mich, selbst einen kühlen Kopf zu behalten, ziemlich entsprach. Ich konnte weiterdenken, obwohl ich ziemlich durch den Wind war. Also, so drinnen und ohne Klimaanlage.

    Aber letztes Jahr mit wochenlanger Hitze und Arbeit, da hat selbst der Ventilator an den Füßen (verquirlt keine Papiere!) und Arbeitsort-WG im Dachgeschoss nichts geholfen.

    Ich finde auch: Früher war die Hitze weniger heiß. Und mehr Lametta sowieso. Ich verstehe Ihren Wunsch nach einer Klimaanlage vollkommen.

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