Sonntag, 25. September 2011

länger

vor zwei wochen war ich nachsommerlich beim haareschneiden. über zehn (> 10!) zentimeter hab ich ohne wimpernzucken hergegeben, und ich hab immer noch lange haare. ich kanns kaum fassen. die späte relative haarpracht entschädigt mich für so manch andere narzistische kränkung, die das altern mit sich bringt.

es versöhnt mich auch damit, dass offenbar meine immer schon zu langen sehnen und bänder leider auch immer länger werden, sodass meine gelenke praktisch nur mehr mit meinem konzentrierten bewusstsein zusammenhalten und funktionieren. was früher die liebhaber in entzücken versetzte, nämlich meine akrobatische biegsamkeit, und was meine frühere yogapraxis so einfach machte (dehnen - was ist das?), das führt nun dazu, dass ich mich immer langsamer und bedächtiger bewege, um nur ja keine gelenk in die falsche richtung durchzubiegen.

die leute bei kieser stellen mir in aussicht, dass durch das training auch die bänder und sehnen zusammen mit dem restlichen bindegewebe sich straffen werden. haben die noch nicht in ihre datenbank geschaut? ich hebe dort gewichte vor mich hin, seit der erste kiesertempel in wien eröffnet hat. das ist bald zehn jahre her. vermutlich wäre ich noch wackliger, wenn ich nichts dergleichen getan hätte.

mein körper jedenfalls ist der beweis, dass sich nicht alle körper auf erden gleich verhalten bei gleicher behandlung. deshalb will ich auch der schulmedizin immer ganz weiträumig ausweichen. wobei ich sie schätze und gerne in anspruch nehme, wenn brutales zupacken die einzige abhilfe von einem übel verspricht. war bislang zum glück selten der fall.

Freitag, 23. September 2011

maske

hm, jetzt habe ich seit geraumer zeit high definition fernsehen. sehr plastisch. jedoch: sooo genau will ich gar nicht sehen, wie die maske die nasenhaare unserer männlichen nachrichtenleute mit makeup verkrümelt. überhaupt bin ich erstaunt, wie wenig die maske sich darauf eingestellt hat, dass nicht mehr stimmt, was einst wahr war, nämlich, dass die kamera und die scheinwerfer eh alle details schlucken. bei hdtv ist das nämlich keineswegs der fall, hoch lebe die technik.

also, liebe maskenbildnerInnen, die ihr die leute für life sendungen zupappt: schaut euch das ergebnis mal auf einem guten hdtv flatscreen an. ich habe einen superbilligen via amazon, der kaum größer ist als mein laptopbildschirm, und mein abstand beim fernsehen beträgt fast zwei meter. ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie alle die makeup-ränder am hals, die ausgefransten lippenstiftkonturen und die brösel von der wimperntusche auf den mittlerweile jeden durchschnittlichen haushalt zierenden riesenbildschirmen rüberkommen.

oder sieht das außer mir niemand? aber, vielleicht bin ich zu empfindlich. ich sehe ja auch alle kosmetischen botoxierungen und schnipseleien.

Samstag, 10. September 2011

serpentinen

dass ich ausgerechnet vor der haustür, im westlichen wienerwald, so reichlich gelegenheit haben würde, mein halbautomatisches und des autos automatisches fahrverhalten am berg zu ergründen, damit hab ich nicht gerechnet. jetzt wohne ich schon seit dreißig jahren hier, und ich bin auch schon an den höher gelegenen orten im westlichen grüngürtel gewesen. aber offenbar regisitrierte ich als beifahrerin nicht, dass es hier von kurvenreichen bergstrecken nur so wimmelt.

für mich ist das natürlich toll. schön langsam verstehe ich, was die automatik denkt, dass ich will, wenn ich so oder so oder noch anders bremse, wenn es berab und dabei in die kurve geht. für mich erfreulich und vergnüglich. für die, die nach mir kommen, eventuell noch eine zeitlang etwas befremdlich.





ich habe unterwegs immer wieder halt gemacht. in vermutlich verwunschenen schlossparks hat mir die altweibersonne ganz allein geschienen. die letzten rosen und die ersten hetschibetsch hab ich bewundert. und kastanien geklaubt am berge. ich war so glücklich, wie als kind allein im wald. danke, auti!

Montag, 5. September 2011

teufelskreis

nun, da ich den sündenfall mit dem auto hinter mir habe, gehts dahin mit meinem beitrag zur erderwärmung: ich wünsche mir eine klimaanlage. damit ich die erderwärmung aus meiner wohnung draußen halten kann, wodurch ich sie draußen natürlich vorantreibe. ein teufelskreis.

aber echt: wie soll ich arbeiten, wenn es mal wieder mehr als eine woche über dreißig grad hat? da ersticken wir doch im arbeitsraum, weil ja lüften bei diesen temperaturen irgendwie nicht funktioniert.

ich hab jetzt zum erstenmal eine hitzeperiode in der neuen wohnung getestet. jetzt ende august. das war genau eine woche über dreißig grad. und ich war noch im urlaub. für mich allein gings genau eine woche. wenn dann die hitze angedauert hätte, wär es unangenehm geworden. das heißt, die wohnung ist eigentlich toll, dass ich sie mit nachtlüften und sonnenschutz solange relativ kühl halten konnte.

aber wenn betrieb in der praxis ist, geht das viel weniger lang. erstens ist jeder mensch, der hier sitzt, ein heizkörper - gar wenn die person sich aufregt. und zweitens müsste man zwischenlüften, also die hitze dauernd reinlassen.

na, mal sehen. vielleicht find ich noch ein kühles öffentliches gewölbe in der nähe, in das ich zum arbeiten mit klientInnen ausweichen könnte. klimatisierte arbeitsräume anmieten ist jedenfalls teurer, als eine eigene klimaanlage einbauen und betreiben. ich werd wohl mal eine expertise einholen vom klimatechniker und dann mit der hausverwaltung in verhandlung treten.

mich wundert ja nicht, dass amerika solange wirtschaftlich vorne lag. in den usa nach dem weltkrieg kam das wirtschaftswunder sicher von den klimaanlagen und den kurzen urlauben. und die aktuelle wirtschaftskrise in den mittelmeerländern? weil sie zuwenig klimaanlagen haben und zuviel urlaub?

ich jedenfalls kann in der hitze nicht voll arbeiten. und ich finde auch, dass die hitzeperioden heißer sind als früher. auch wenn dieser sommer dahingehend (für mich glücklicherweise) nicht zu buche schlug. aber wenn ich mich erinnere an sechswöchige überdreißig grad perioden im frühsommer - das ist unerträglich in der stadt. nicht nur für mich, soweit ich sehe.

die meisten leute, die ich kenne, die das toll finden, arbeiten natürlich in den modernen bürokühltürmen. ich hatte das vergnügen auch mal, im jahrhundertsommer 1983. seither weiß ich, dass man über dreißig grad über wochen hinweg toll finden kann, wenn man den lieben langen tag im kühlschrank sitzt.

Sonntag, 4. September 2011

experten

seit ich das auto habe, erfahre ich starke zuwendung durch ritterliche männliche personen, die mir persönlich bekannt oder auch unbekannt sind. nicht zu fassen. ich dachte, aus dem alter bin ich heraussen, als ich im vertrauen auf den blondineneffekt bevorzugte behandlung im straßenverkehr einforderte und erfahren durfte. dem ist nicht so. ich staune.

für smilla :)
leider ist die unverlangte aktive zuwendung oft in der art, die vor allem dem ritter hilft. nämlich ihn seiner ritterlichkeit vergewissert, während er mich bezüglich meines autos verunsichert. die herren drücken mir ihre sorge aus, ob wohl genug luft in meinen reifen ist. ob das auto nicht vielleicht benzin, öl etc. verliere. usf.

da ich das auto ja noch nicht so gut kenne, versuche ich dann, zu verifizieren, ob die ritterliche sorge berechtigt ist. jedesmal hat es mich zeit und vor allem nerven gekostet und bislang war einfach alles reiner humbug. ich kanns kaum glauben. ich habe nun beschlossen, bezüglich unverlangter autorelevanter expertisen von männerseite genauso zu verfahren wie mit solchen infos in bezug auf das leben im allgemeinen: mit strahlendem lächeln danken, ignorieren, und einfach nach eigenem dafürhalten weitermachen.

Freitag, 2. September 2011

hausboot

während sich meine freundinnen schrebergärten und bauern- oder presshäuser oder pfahlbauten in der donauau als zweitwohnsitz zulegen, habe ich mich anderntags in ein hausboot verschaut. ich mag nämlich keine immobilien. aber möbel, also mobilien, in denen man wohnen kann und die noch dazu am wasser schwimmen - das wär ja was!



der mann, der sich das schmuckstück gebaut hat, ist architekt, was man irgendwie merkt. wunderschöne raumgestaltung.

ich brauche jetzt nur einen lottogewinn und ein wasser oder eine wiese, wo das gute stück gratis liegen darf. schon hätte ich auch einen zweitwohnsitz. was meint ihr?

ich hoffe sehr auf die familie schwemmholz als konsorten, aber die weilt gerade im mittelmeer auf einer wilden insel. herr schwemmholz hatte allerdings ein gewisses funkeln im auge, als ich davon erzählte vor seinem abflug. der besitzer von dem boot läßt es nächste woche im internet versteigern. naja, eh besser, wenn das schicksal so eine entscheidung trifft. wenn es keiner will um den preis, den er sich vorstellt, hab ich ja wieder eine chance.