Freitag, 15. Juli 2011

betreten

ein kleines gemischtes gefühl ist mir geblieben vom vorfall mit dem betreten werden ohne unterhose. ich finde das altertümliche "betreten werden" für ertappt werden so toll in diesem fall, denn ich war tatsächlich einigermaßen betreten.

die mischung war folgende:

peinlich, denn so schön bin ich nun auch wieder nicht. ich überlege jahr für jahr, ob ich mich überhaupt noch im badeanzug zeigen soll. eigentlich lieber gleich ganz nackt. aber ohne unterhose, nur mit einem sehr zweckmäßigen bh, das ist doch das letzte.

nicht, dass ich probleme hätte mich in damenumkleiden auszuziehen, ich hab nicht mal probleme mit fkk. dort schon gar nicht, wie jede weiß, die es probiert hat. das problem war der bh. ich werde fortan immer, immer! - den bh zuerst ablegen. das ist doch wesentlich anmutiger: betreten werden, während frau als letztes aus der unterhose steigt und damit ganz nackt ist.

die zweite ingredienzie in dem gemischten gefühl war: freude.

freude darüber, dass ich eine so öffentliche person geworden bin, dass ich erkannt werde. diese freude spür ich auch, wenn mich jemand in der u-bahn oder in einem lokal, oder allwo grüßt, weil sie mich von irgendeiner gelegenheit her kennen. oft weiß ich, woher. inzwischen oft aber auch nicht. und zwar nicht, weil ich schon so vergesslich bin, sondern weil ich immer öfter mit größerem publikum zu tun habe.

ich freu mich darüber, dass ich einfluss gewinne, wenn auch in noch so homöopathischen dosen, auf den lauf der welt. die leute, die mich ansprechen, sind entweder sehr inspiriert oder sehr irritiert. jedenfalls haben sie sich was von dem gemerkt, was ich erzählt habe. und sie verändern ihren blick auf die welt, vielleicht sogar ihr handeln. ist doch toll. ich freu mich.

und: sooo oft kommt es ja auch wieder nicht vor.

Kommentare:

  1. tja. nobody is perfect.
    die verführungen des bequemen lebens.
    genieße sie.
    liebgrüßt
    ingrid

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  2. der kommentar sollte eigentlich zum maistream-post.
    tja. nobody is perfect.
    waldviertelingrid

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  3. passt hier mindestens ebenso gut :)

    lg u

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  4. Sie wissen ja, die Geschichte vom neuen, seidenen Hausmantel... Irgendwann werden Sie umziehen müssen, weil Sie nicht mehr zu Ihrem Gerät und Gemöbel passen werden. (Dabei sind Sie ja erst unlängst umgezogen)

    Sie machen also die Erfahrung des Perspektivwechsels: Verrücken Sie ein Parameter im Leben und schon ändert sich Vieles.

    Das mache ich übrigens gerade auch (das gehört aber nicht ins Blog bei mir, obwohl es sehr spannend wäre) und bin gespannt, was dabei herauskommt. Vielleicht auch ein verbesserter Klima-Fußabdruck und Wegfall der wöchentlichen Pendelei (die natürlich mit Auto stattfindet, ich liebe mein Indicamobil sehr, auch wenn es gar nicht ökologisch ist).

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  5. liebe frau indica, es sieht so aus, als bliebe ich eine weile hier und gäbe die nachhaltigen orientteppiche weg zugunsten schicker kreisrunder und quadratischer billigteile...
    lg u

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