Samstag, 23. Juli 2011

jubiläum

mein blogleben jährt sich heute zum ersten mal. es findet mich, gewärmt von gusti, in erwartung der wochen, in denen die zeit nicht in einzelne stunden getaktet sein wird, sondern von ereignisinsel zu ereignisinsel hin hoffentlich recht träge fließt.

das wetter ist mir nicht unrecht, obwohl es nicht oft zu regnen braucht. und sooo kalt wie die letzten tage muss es auch nicht sein. ich hätt gern klassisches sommerfrischewetter, bei dem alles dabei ist, mit überhang von badewetter - was bei meinem temperaturempfinden zu wasser und zu lande bald einmal der fall ist. es heißt nur, dass ich wenigstens am morgen schwimmen kann, der see über 18 grad hat und ich den rest des tages zeit hab, mich wieder zu erwärmen. der eine oder andre heiße sonnentag ist natürlich auch okay.

sommergefühl: rosige rosen, alte rosen, duftende rosen

ich habe jede menge bücher, leichte romane über lose frauen, und die eine oder andre theoretische abhandlung, nach der ab einem gewissen zeitpunkt mein geist verlangen wird. kurz habe ich drüber nachgedacht, ob ich im zuge meiner technischen aufrüstung auch noch einen e-book reader anschaffen soll. dann war ich dagegen. das kann noch warten. zumal ich jetzt, dank des autos, keine gewichtsbeschränkung beim packen habe. ich hab die bücher in der hand schon noch lieber, als so ein tablett.

das netbook wird mich bloggen lassen, aber vermutlich sich wieder zieren, wenn ich bei euch kommentieren will. mal sehen. aber wisset: ich lese immer, immer bei euch mit! das kann ich nach diesem jahr in der blogosphäre schon sagen. das schreiben hängt mit meinen ressourcen zusammen und fällt in dichten zeiten weg. aber mitlesen bei euch bleibt. es ist selber eine ressource. danke!

Freitag, 22. Juli 2011

ferien

heut ist mein letzter arbeitstag in der praxis. was immer ich nun bis ende august tue, es sind keine termine mit klientInnen. so eine unterbrechung in der beratungsarbeit brauche ich für mich und die qualität der arbeit mit menschen.

noch eine gute woche entfernt: sankt wolfgang im salzkammergut
die ferienzeit ist nur grob strukturiert - besuch bei mutter und freundinnen, zweieinhalb wochen am see. dort schau ich solang in die luft und red mit niemandem, bis mir richtig fad ist. dann beginnt sich sehnsucht nach besuch von freundinnen zu erheben. so nach acht bis zehn tagen normalerweise. mal sehen wie es diesmal wird.

heuer bin ich auch das erste mal mit auto im urlaub. ich hoffe sehr, dass das die erholungsqualität mehr steigert als einschränkt. nicht, dass ich dort auch auf die idee komm, freitag nachmittag zu ikea nach salzburg zu stauen. oder bei jedem wölkchen am himmel, so wie alle anderen, in ausflugsfieber auszubrechen.

Mittwoch, 20. Juli 2011

einblick

der siebte bezirk in wien ist ja ein grüner bezirk. jedenfalls politisch. soviel ich weiß, gibt es sonst nirgends auf der welt absolute mehrheiten der grünen. ansonsten ist scheinbar wenig grün im siebten.

aber andererseits gibt es hier die größte geschlossene grünoase in einem block, nämlich innen: hier der einblick ins paradies zwischen burggasse und siebensterngasse:


ach, ich lebe so gerne hier und gehe durch die vertrauten gassen und sehe die vertrauten leute, auch alle dreißig jahre älter geworden und noch wiederzuerkennen. d.h., die andren, die nicht wiederzuerkennen sind, übersieht man ja einfach.

Samstag, 16. Juli 2011

mainstream

was ich befürchtet habe, tritt ein: seit ich das auto habe, ziehen mich die massenströme plötzlich mit.

gestern habe ich doch tatsächlich spontan den entschluss gefasst - nachdem ich den alten röhrenfernseher, der noch blendend geht, der jedoch ein rechtes trumm ist, zum mistplatz gefahren hab (es will so ein ding ja nicht mal mehr das obdachlosenheim geschenkt) - vielmehr hat der entschluss mich erfasst, nachdem der fesche müllmann sehr ritterlich war und ich mich sehr weiblich und attraktiv gefühlt habe, also vielleicht hat das sogar was miteinander zu tun, will mir jetzt in den sinn.

kurz gesagt, ich fuhr beschwingt vom müllplatz ab und fand mich plötzlich von der idee bezaubert, an einem freitag nachmittag! - nun doch gleich noch zur südlichen shopping city ins skandinavische möbelhaus zu reisen um weitere behältnisse der ordnung zu erstehen.

ich habe jetzt ja, in einer technischen aufrüstungswelle, die mir auch eine pixie kaffeemaschine und einen flachen fernseher beschert hat, ein navi erstanden. dieses gerät macht gerne ernsthafte versuche, mich auf der autobahn mit der dringenden aufforderung: jetzt wenden! in lebensgefahr zu bringen. ich leiste widerstand. die stimme ist weiblich. ich hätte gern einen mann, denn ich hab schon schuldgefühle, weil ich die frau dauernd mit herablassenden kommentaren bedenke. schuldgefühle hätt ich beim schimpfen mit einer männerstimme sicher nicht, da doch die programmierung sicher von männern gemacht wurde. und wenn ich vom navi erzähl, sag ich jetzt dauernd: sie. ist doch ungerecht. sie ist ja, wie eine freundin sagt, quasi nur das fräulein vom amt.

naja, heute ist der tag der abschweifung. eigentlich will ich nur vom autobedingten verfall meiner ökologischen, antizyklischen, regional orientierten verkehrs- und einkaufssitten zugunsten des mainstream berichten.

ich habe also, wie alle anderen wienerinnen und wiener, der tollen idee gehorcht, am freitag gegen vier in die scs zu reisen, allein im auto. das ergebnis? stau. was sonst. die neue erfahrung: stau mit klimaanlage geht doch. ich fürchte die schlimmsten rekonditionierungen, die mich zur neoverbrecherin im klimawandel machen werden. jetzt hab ich bis fast sechzig - mit einer kurzen unterbrechung in den siebziger jahren - ein leben praktisch ohne ökologischen fußabdruck geführt.

und nun das.

Freitag, 15. Juli 2011

betreten

ein kleines gemischtes gefühl ist mir geblieben vom vorfall mit dem betreten werden ohne unterhose. ich finde das altertümliche "betreten werden" für ertappt werden so toll in diesem fall, denn ich war tatsächlich einigermaßen betreten.

die mischung war folgende:

peinlich, denn so schön bin ich nun auch wieder nicht. ich überlege jahr für jahr, ob ich mich überhaupt noch im badeanzug zeigen soll. eigentlich lieber gleich ganz nackt. aber ohne unterhose, nur mit einem sehr zweckmäßigen bh, das ist doch das letzte.

nicht, dass ich probleme hätte mich in damenumkleiden auszuziehen, ich hab nicht mal probleme mit fkk. dort schon gar nicht, wie jede weiß, die es probiert hat. das problem war der bh. ich werde fortan immer, immer! - den bh zuerst ablegen. das ist doch wesentlich anmutiger: betreten werden, während frau als letztes aus der unterhose steigt und damit ganz nackt ist.

die zweite ingredienzie in dem gemischten gefühl war: freude.

freude darüber, dass ich eine so öffentliche person geworden bin, dass ich erkannt werde. diese freude spür ich auch, wenn mich jemand in der u-bahn oder in einem lokal, oder allwo grüßt, weil sie mich von irgendeiner gelegenheit her kennen. oft weiß ich, woher. inzwischen oft aber auch nicht. und zwar nicht, weil ich schon so vergesslich bin, sondern weil ich immer öfter mit größerem publikum zu tun habe.

ich freu mich darüber, dass ich einfluss gewinne, wenn auch in noch so homöopathischen dosen, auf den lauf der welt. die leute, die mich ansprechen, sind entweder sehr inspiriert oder sehr irritiert. jedenfalls haben sie sich was von dem gemerkt, was ich erzählt habe. und sie verändern ihren blick auf die welt, vielleicht sogar ihr handeln. ist doch toll. ich freu mich.

und: sooo oft kommt es ja auch wieder nicht vor.

Donnerstag, 14. Juli 2011

scharfsicht

ich hab heut nach vielen jahren wieder mal kontaktlinsen drin, die meine geliebte kurzsichtigkeit ausschalten. und wieder ist die scharfsicht ein schock. z.b. sehe ich mich mit meiner gütigen kurzsichtigkeit im spiegel ja immer weichgezeichnet und altere daher im eigenen auge praktisch nicht. was für ein heiterer selbstbetrug. ich hatte vergessen, dass das die heftigste erfahrung mit den linsen ist: mich selber im spiegel ganz klar zu sehen.

aufs erste ein schock. namentlich bei badezimmerbeleuchtung mit einer unsäglichen neonröhre. auf den zweiten blick, bei tageslicht betrachtet, bin ich nimmer so erschrocken. eigentlich im gegenteil ganz zufrieden mit meinen augenringen, die nicht sehr arg sind, aber sonst halt doch gnädig vom unteren brillenrand camoufliert werden.

was mir seit jahren auffällt: obwohl ich alte/ältere gesichter liebe und auch das altern von frauen schön finde - jedenfalls viel schöner als die verzweiflung in den segnungen von botox, schnipsel & co - ertappe ich mich dabei, mit einer gewissen befriedigung festzustellen, dass die leute, die ich schon lang kenne, auch nicht jünger werden. und obwohl ich mich selber nie in schönheitswettbewerbe gesetzt habe mit anderen, freue ich mich heimlich drüber, wenn ich nach meinem dafürhalten die hübscheren falten habe und mein augenringe mit mehr anmut trage, als so manche, die mit mir älter werden.

soll ich mich schämen?

Mittwoch, 13. Juli 2011

frisch

wie kann eine am heißesten tag sich abends so frisch fühlen? sie taucht ein in die kühlen fluten der vöslauer thermalquelle:
bildquelle
in gesellschaft der rebellin auf abwegen bin ich endlich dem dreißig jahre alten projekt nachgekommen, in diesen dunkelgrünen fluten zu träumen. das auto machts möglich. wunderbar. das wirds noch öfter geben.

das berühmte vöslauer wasser kommt mit 21 grad ins große steinbecken gesprudelt. und es blieb selbst an einem tag wie heute angenehm kühl und frisch. so leer wie auf den bildern wars heut natürlich nicht. aber es waren ruhige gäste, die die große anlage ebenfalls eher still und entspannt genossen haben.

mein eingangserlebnis zum ort meiner träume bestand darin, dass, als ich bei den damenkästchen grad aus der unterhose stieg, eine frau sagte: frau dr. n..!? oschoko? ergänzte ich einigermaßen erstaunt. ja! rief sie, ich kenn sie von einem vortrag. wie haben sie mich erkannt in diesem aufzug (orthopädischer bh und eben keine unterhose mehr an)? an der stimme, sagt sie. ich bin baff. seine eigene stimme hört man selber ja immer mit gemischten gefühlen. jedenfalls hab ich nicht näher nachgefragt, als sie das organ als unverwechselbar bezeichnete.

vöslauer thermalbad, mon amour.

Dienstag, 12. Juli 2011

sommer



richtiges sommer feeling derzeit bei  mir. diese woche nicht soviel arbeitstermine. viel selbstsorge - zur augenärztin, zur massage, dazwischen an diesem kühlen ort - pavillon im volksgarten, ein sogenanntes appetitbrot verzehrt. jetzt freundinnen treffen. schön!

Donnerstag, 7. Juli 2011

verschwunden

oh weh, christina von "strukturiert und überlegt" hat ihren blog geschlossen.

christina, ich hoffe, du liest hier noch mit. drum frag ich mal: führst du den blog jetzt für geladene gäste weiter oder hörst du gleich ganz auf damit? falls du weitertust, lad mich doch ein! ich hab immer gern mitgelesen und deine kochempfehlungen haben mich oft inspiriert.

überhaupt würde mich interessieren, was für erfahrungen ihr schon mit ungebetenen gästen in blogs gemacht habt und ob und wie sich das lösen ließ.

Sonntag, 3. Juli 2011

schmerzen

seit geraumen wochen plagen mich undefinierbare oberarmschmerzen. besonders, wenn ich den arm strecken muss. komisch. ich erzähle dem masseur von dieser neuen alterserscheinung. er meint: machen sie irgendwas, was sie früher nicht gemacht haben? ich sage: nein.

im zuge der entspannung, - ich lieg ja auf dem bauch und blicke durch ein loch im tisch auf den parkettboden und auf die gepflegten riesenzehen des mannes in schönen irgendwie italienisch-orientalischen männerschlapfen -, höre ich mich sagen: auto fahren.

aha, sagt er, da haben wirs ja - das lenkrad ist zu hoch oder der sitz zu tief für sie, oder beides.

der sitz passt. das lenkrad ist zu hoch gewesen. seit ich es in die niedrigste position gebracht habe, ist natürlich das fahren noch angenehmer.

jetzt arbeite ich dran, die nachwehen aus den oberarmen weg zu trainieren. mit gewichtheben. gegen solche schmerzen hilft bekanntlich nur aktive stärkung der betroffenen partien. wenigstens geh ich wieder zu kieser. das tut mir sowieso wohl. leider verfallen solche guten gewohnheiten in dichten zeiten immer.