Dienstag, 31. Mai 2011

heimgeholt

hier sehen wir das auto meines vaters, standesgemäß geparkt mit der kreiskyvilla in wien als hintergrund. es trägt noch das linzer kennzeichen, das ein schöner zufall ihm seinerzeit bescherte.

es hat zwar ein wenig gedauert, aber nun bin ich total glücklich, das auto hier zu haben, als mein auto. ich vermute, ich werde es behalten. jedenfalls hab ich mich dabei ertappt, dass ich das parkpickerl gleich für zwei jahre gelöst habe.









die demontage der kennzeichen hab ich dokumentiert.

diese übernahme war schon nochmal eine hochschaubahn der gefühle. die trauer ist ganz stark aufgewallt. das prozedere der überschreibung in linz, bei strömendem regen, hat uns beide, meine mutter und mich sehr hergenommen.

die fahrt nach wien am sonntag bei kaiserwetter war reinstes glück. als ich dann - mit parkplatz vor dem haus - nachmittags in der wohnung die dokumente sortierte und für die ummeldung am nächsten tag vorbereitete, hat mich der verlust wieder voll eingholt.

heute aber bin ich richtig fröhlich und froh mit dem kleinen auti und habe es so lieb, weil es von meinem vater ist.

Samstag, 21. Mai 2011

exotisch

der workshop im schloss hat stattgefunden. der freskensaal ist vollkommen und in herrlichster qualität mit barocken fresken ausgestattet, die uns praktisch in 3-d in eine exotische meereslandschaft mit allerlei palmen, wilden tieren und fremden menschen in kostbaren kostümen entführen.






leider ist die akustik wohl eher für einen rokkokosommernachtsball als für ein heißes thema unter frauen geeignet. dennoch wars eine tolle erfahrung einen ersten richtigen sommertag in dieser inspirierenden umgebung zuzubringen.

Sonntag, 8. Mai 2011

zeitreise

einblick
seit je verbinde ich beschauliche gedanken mit dem wort "gartenpavillion". ich würde an einem solchen ort das machen, was ich ohnehin am liebsten tue, und was ich bei mir selber "herumkugeln" nenne. das heißt: sitzen, lesen, in die luft, aus dem fenster, an den plafond, auf den boden etc. schauen. ziellos herumgehen und -denken. schreiben.

durch lektüre höfischer romane aller zeiten kommen zu einem solchen ort noch assoziationen von liebelei, leidenschaft und potenziellem drama. nicht, dass ich diese orte für ideal hielte, irgend etwas geheimes tun zu wollen. dieses exemplar eines gartenpavillions beim barocken schloss laudon im wienerwald lädt ja nicht nur zum rausschauen, sondern auch zum reinschauen ein.


ausblick
bei meinem ausflug gestern ist mir nun wieder einmal ein solcher zauberhafter ort untergekommen. ich hatte, in erinnerung an erste wiener zeiten, die nächste straßenbahn bestiegen und an deren endstelle - an der es auch ein schloss gibt, aber weniger romantisch - einen weiterführenden bus bestiegen. dieser bus mit der nummer 249 erreichte auf erstaunlichen umwegen durch den wiener grüngürtel und seine aus verschiedensten epochen datierende wohnbebauung (der bezirk heißt nicht umsonst hütteldorf, wenn es weit draußen an manchen stellen auch villendorf oder schlossdorf heißen könnte), schließlich das schloss.

schloss laudon mit gartenpavillion im vordergrund
schloss laudon dient heute als verwaltungsakademie des bundes, auch zwei fachhochschulinstitute sind dort angesiedelt.

ich kannte das schloss noch nicht, und da ich dort demnächst einen großen frauenworkshop machen werde, wollte ich mich mit dem genius loci ein wenig vertraut machen. 

das schloss ist ein wasserschloss in einem weitläufigen park. am gestrigen strahlend sonnigen nachmittag stand die eleganz der location in auffälligem kontrast zum vorherrschenden knoblauchduft, der dem in voller blüte stehenden bärlauch entströmte.



bärlauchorgie
im schloss gab es geschäftige vorbereitung für ein hochzeitsfest - wie ich wegen des weißen blütenschmucks in den treppenhäusern annehme. ich selber war die einzige müßiggängerin. im park fand ich mich daher beim herumschlendern durch kastanienalleen, entlang kleiner kanäle, inmitten all der blüten, wiesen und marmornen wildschweine, engel und göttinnen, geschwind ein im zeitreisegefühl.

Dienstag, 3. Mai 2011

grün

an dieser stelle endet die heimatstadt und mein allerliebster waldweg ever beginnt - die trasse  der pferdeeisenbahn, welche zu zeiten das salz und zeug und leute von gmunden nach budweis verbrachte.

das foto im aktuellen header ist natürlich auch von diesem nachösterlichen spaziergang. nach manier der alten leute bin ich diesmal nicht selbst das steile stück vom elternhaus nach st. magdalena hinauf gegangen, sondern hab das auto genommen, das bald meins sein wird. dadurch hab ich den ganzen weg durch den wald ohne knieproblem hin und zurück gehen können. keine große leistung, was die km betrifft.                                                                           

dafür hab ich den fotoapparat mitgehabt und mal die ganze strecke fotografiert. unter anderem auch den historischen ort, an dem ich meinen zweiten kuss empfing - von eben jenem ersten freund, der aussah wie mein masseur. das bänklein ist nicht sehr versteckt, aber es war ja auch 1968/69 und display von erotischen handlungen auf offener straße war angesagt. der erste kuss war ohnehin im schutz der dunkelheit des kinos erfolgt.

die suche nach unserem herzchen mit initialen im baumstamm blieb diesmal ergebnislos. angesichts der mittlerweile vergangenen jahrzehnte mags leicht sein, dass in diesem gepflegten wald der baum schon umgeholzt wurde um neuem grün platz zu machen. vor ein paar jahren war das grafische format der baumritzung gegenüber dem original schon ordentlich vergrößert gewesen.

Montag, 2. Mai 2011

kippeffekt

eines tages im letzten sommer, meine masseurin war gerade auf urlaub, nahm ich mir ein herz und rief beim masseur next door an. da ich damals noch an der edlen adresse wohnte, hatte ich das bis dato aus geldangst vermieden. an diesem heißen abend, an dem mich das kreuz plagte, dachte ich mir: vielleicht ist der wie ich und verlangt eh recht normale preise.

so wars auch.

seither finde ich immer noch und immer wieder den weg in seine praxis, denn bei mir hilft seine behandlung wunderbar.

nun aber zum herrlichen nebeneffekt, den ich bei ihm erlebe: er ist von gestalt und von der stimmlage her meinem allerersten freund, den ich mit 14 kennen lernte, recht ähnlich. und kaum lieg ich auf dieser massageliege auf dem bauch, gibt es den kippeffekt: ich bin 14 und er ist 17. und der erste frühling zieht ein in mein körpergefühl und der jungbrunnen sprudelt. auch besser als jedes antiaging aus dem pharmareich. ich nehme immer nur eine halbe stunde, denn mehr halt ich gar nicht aus am stück.