Freitag, 1. April 2011

auto

das auto meines vaters - meiner eltern vielmehr, aber mutter fährt nicht mehr - könnte meines werden. das scheint aus folgenden gründen verlockend:

beispielbild aus wikipedia
es ist eine haltbare marke
garagengepflegt
mit serviceheft der markenwerkstatt
es ist zwar 10 jahre alt, hat aber erst ein viertel der prognostizierten km drauf

und die tage rund um den tod des vaters war es mir der größte trost, in diesem auto herum zu fahren. vor allem es in die enge garage rein zu stellen, so wie er es getan hatte - millimeterarbeit.

was dagegen spricht:
wer braucht in wien ein auto, zumal wenn eine innerhalb des gürtels wohnt und dazu noch nahe an u-bahn und westbahnhof. seit ich in dieser stadt lebe, hab ich keins. also seit 30 jahren. soviel taxi und öffis fahren kann ich gar nicht, dass es nur annähernd so teuer werden könnte, als ein auto hier nur stehen zu haben. geschweige denn es auch zu bewegen bei den benzinpreisen. mit dem auto länger und teuerer nach linz unterwegs sein als derzeit door-to-door mit bim-zug-bim. noch dazu der ganze kram von garage/parkpickerl/autobahnvignette/reifenwechsel/service/pickerl. find ich fast noch schlimmer als ein haustier...

also bin ich hin und her gerissen, ob oder ob nicht ich auf das angebot meiner mutter eingehen soll, die mir das auto schenken will.

was spricht dafür?
jederzeit ohne umwege ausflüge machen können. zum baumarkt (zu ikea etc.) gelangen und ungeniert einkaufen. manche am stadtrand oder am land lebende freundin auch mal spontan besuchen. im sommer am see an regentagen auch mal shoppen in die stadt. (klingt mir eigentlich eher wie ein nachteil, was die erholung im urlaub betrifft).

jedenfalls merke ich, dass ich mittlerweile in einem autobesitzfreien lebensstil sozialisiert bin, dass auto-haben mir nach mehr stress klingt, als keins haben.

bitte um eure werte einschätzung zu lage!

Kommentare:

  1. mich kannst du dazu nicht fragen, ich kann mir ein autoloses leben nicht vorstellen. hier in der einöde bin ich auch drauf angewiesen, hier geht ohne gar nix.
    in wien hätte ich wohl auch eines - um immer aus der stadt zu können. ich hasse öffis (benütze sie aber in wien auch). wenn ich in der stadt leben würde, müsste ich mit dem auto ins grüne fahren können. wenn du ewig ohne auto ausgekommen bist, dann brauchst du vielleicht wirklich keines. du kannst dir das auto schenken lassen und es ein paar monate ausprobieren (parkplätze gibt es ja bei dir). wenn es unpraktisch ist, kannst du es immer noch verkaufen. das ist mal meine meinung (ohne die umweltaspekte zu berücksichtigen).
    lg in deinen freitag
    ingrid

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  2. so wie du dein leben in wien beschreibst und du dich autobesitzfrei sehr gut eingerichtet hast, hätte ich auch den eindruck, dass ein auto für dich - zumindest auf dauer - eher eine belastung darstellen könnte.

    den vorschlag, es einige monate auszuprobieren und damit vorerst all jene vorzüge zu genießen, die du beschreibst, find ich ganz praktikabel.

    auf längere sicht gesehn fallen dann eben service, reparaturen ect. an... und damit kommen dann die nachteile mehr zum vorschein.

    letztendlich ist es glaub ich, auch gewöhnungssache (an manche bequemlichkeiten gewöhnt man sich aber dann ganz schnell...;-)) und ebenso ganz wesentlich auch eine finanzfrage: will ich mir diese Vor - und Nachteile leisten?

    das sind so meine gedanken dazu...
    seeregengrüße nach wien!
    karin

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  3. danke, ihr lieben! ja, das holt mich aus der entweder-oder falle. ich probiers mal über den sommer. dann werd ich ja sehen, ob ein auto als haustier zu mir passt :)
    lg u

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  4. Ich bin in einer sehr ähnlichen Situation. Ich hatte immer ein Auto, weil ich immer außerhalb gewohnt habe, aber seit 1,5 Jahren mitten in Linz - das Auto wird momentan nur ganz selten gebraucht und wird immer mehr zur Belastung als zur Entlastung. Deswegen überlege ich, ob ich meins verkaufen soll.

    Nur jeder rät mir davon ab. Die Gründe sind: 1) ich könnte meine Freunde, die auch hauptsächlich außerhalb wohnen, nie spontan besuchen. Und die Öffis außerhalb von Linz sind Katastrophe. 2) Ich unterrichte auch an der FH, nur mit Zug erreichbar. 3) Ausflüge ...

    also auch die Gründe, die du oben bereits gelistet hast. Aber nachdem du jetzt nie ein Auto hattest, wäre es vielleicht einfacher nein zu sagen. Aber es über den Sommer mal probieren klingt nach einer guten Idee

    LG Christina

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  5. Grüß dich!

    Ich habe ein halbes Auto - mit meiner Schwester gemeinsam. Finde dieses private car-sharing auch sehr praktisch. Man kann die Vorzüge genießen und sich die Nachteile teilen. Vielleicht hast du eine Freundin, die auch ein halbes Auto haben möchte und ihr könnt es euch auch teilen?

    GLG wieder aus Wien,
    B

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  6. ach, ihr klugen leserinnen! ja, schön langsam kristallisiert sich was raus, dank eurer bestärkung und inspiration :)
    danke!!!
    u

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  7. Ja, ausprobieren ist sicher mal gut, ich hatte übrigens auch mal einen Nachbarn, der mein Auto mitbenützt hat............und noch eine Variante, ich such eh ein neues gebrauchtes, und das sieht sehr gut aus, solltest du es nach der Probezeit nicht mehr wollen, vielleicht mag ich es.......?? Who knows ??

    lg aus Wien

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  8. Auto teilen habe ich auch sofort gedacht. Meine Schwester und ich machen das seit Jahren und es funktioniert. Ich würd's auf alle Fälle behalten, für die paar Mal wo du spontan mal wohin fahren willst (München? Italien? Slowenien - da möchte ich jedenfalls schon lange hin). Es ist ja wirklich ein tolles Auto.

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  9. ja, mit meiner schwester teilen geht halt nicht, denn die ist ja ganz woanders und hat selber ein auto. und hier in wien war ich immer die mitbenützerin. mittlerweile kenn ich praktisch niemanden mehr ohne auto... nicht mal mich selber.
    und mit irgendwem unbekannten teilen kommt mir nicht so toll vor. also werd ichs wohl allein haben. jedenfalls hab ich jetzt schon mal den garagenplatz angefragt bei der hausverwaltung.

    die kommentare hier haben mich sehr bestärkt und begleitet bei der entscheidung probejahr mit auto - dank an alle!! :)

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