Donnerstag, 27. Januar 2011

parkplätze

ich wohne hier in einem bezirk, den man nicht gerade ein parkplatz eldorado nennen kann. anders hier in der gasse. meine klientInnen sind ganz beglückt, weil sie praktisch zu jeder tageszeit vor dem haus parken können. ich habe nun mehrere beobachtungen angestellt, wie das sein kann.

hier die ergebnisse:
  • es liegt an der kürze der gasse, die noch dazu an ihrer einzigen kreuzung die einbahnrichtung wechselt.
  • es gibt ein parkhaus in der gasse.
  • es gibt drei erotische etablissements, an den jeweiligen enden meiner hälfte. plus nebenan den swingerklub. 
am häufigsten sehe ich im vorbeigehen oder beim lüften männer aller art aus den etablissments treten und mit dem auto wegfahren, bzw. einparken und drin verschwinden. die verweildauer scheint wochentags recht kurz zu sein und so gibt es dauernd freie plätze zum parken, auch für die klientel anderer dienstleistungsbranchen.

hier erschließen sich synergien, an die ich nie zuvor gedacht habe. da dies gleichzeitig ein recht "bürgerlicher" bezirk ist, scheinen die etablissements auch von unauffälligen herren bevorzugt zu werden, die richtige rotlichtviertel wohl eher meiden.

Dienstag, 25. Januar 2011

fix

die veröffentlichung von meinem elend hat prompt mit dem nächsten morgen den umschwung gebracht, wies aussieht. ich fühl mich wieder ganz normal. schon den ganzen tag, trotz arbeit und ein wenig stress.

das hab ich nachmittags mit dem verzehr von einer wunderhübschen, köstlichen makrone zum kaffee begangen. sie kommt von dieser einrichtung. wenn etwas schon kurkonditorei heißt, muss das produkt ja arzneiwirkung haben. und so wird mein aufgehelltes gemüt mir treu bleiben durch den dunklen winter.

ich habe nun auch für die schwere verstimmung eine herkunftsannahme: champagnisieren ist schuld. letzte woche mit meiner schwester haben mir 3 gläschen am nächsten morgen null blutdruck und herzrasen beschert, die sie mit ihren fernöstlichen praktiken weg gezaubert hat. und die drei gläschen diesen sonntag abend mit der alten wg-genossin haben mich in die gestrige lethargie versetzt.

will heißen: champagner fällt nun eine zeitlang unter askeseverordnung. wobei mir askese nie schwer fällt, wenn ich üble folgen damit vermeiden kann.

Montag, 24. Januar 2011

fertig

ich bin völlig fertig. leider nur in einem begrenzten, evtl sogar nur regional verständlichen sinn des ausdrucks "fertig sein". ich bin erledigt. ich finde alles soooo anstrengend. ich kanns zwar ohne leistungseinbuße tun, und während ich es tu, ist es auch nicht anstrengend. aber gleich vorher und nachher.

ich bin sogar zu müd zu essen und trinken, fern zu schauen, zu schlafen. hab ich noch nie erlebt. ich kann das nur der nachwirkung des grippalen infekts zuschreiben, der mich ja ordentlich lang niedergeworfen hat. aber husten und schnupfen sind komplett ausgeheilt, ich hab kein fieber, ich krieg gut luft, auch bei anstrengung. also wirklich. ich hoffe, das hört bald auf. es nervt.

jeder versuch, dem symptom psychosomatisch was abzugewinnen, ist mir bisher misslungen. vielleicht ist es "das alter", das sich wieder mal vorstellt bei mir?

am ehesten glaub ich, mein wolkenleichter umzug findet jetzt im wahrsten sinn des wortes seinen niederschlag. so ähnlich, wie wenn nach größter, auf flügeln des gesanges schwebender verliebtheit der hormonbedingte wahrnehmungsrausch aufhört.

Mittwoch, 19. Januar 2011

rehabilitierung

ich habe heute nacht als schläferin die zwergencouch getestet. in der schule war ich immer recht weit vorn in der so genannten stirnreihe beim turnen. für meine generation bin ich groß, über 170. aber, siehe da: ich habe hervorragend geschlafen. wie im katzenkörbchen.

daher weiß ich nun, dass ich tatsächlich meist seitlich schlafe, nicht gerade in ebryonalhaltung, aber doch so zickzack gefaltet, dass sich das wunderbar ausgeht auf der lila liege. erleichterung. doch kein fehlkauf. wenn meine schwester einmal im monat hier übernachtet, kriegt sie mein doppelbett, und ich geh ins körbchen.

Dienstag, 18. Januar 2011

zwergencouch

heute nacht hat sich herausgestellt, dass die wunderbare polsterbank auf raumschiffbeinchen leider nur für zwerge ein sanftes ruhen ermöglicht. alle leute, die über 125 cm groß sind, müssen die knie gerne verkehrt herum durchbiegen wollen, wenn sie sich drauflegen...



so toll die bank zum sitzen ist, weil sie eine normale sitzhöhe hat und einen angenehme lehne, die auch den kopf stützt - als gästebett ist sie nicht so toll. meine schwester will fortan wieder auf der schaumgummimatratze auf dem teppich nächtigen.

Samstag, 15. Januar 2011

programmvielfalt

heute gibts mal wieder echt gutes programm im küchenfenster. dies zum frühstück:



und stunden später, zum mittagessen: tatatatahhh - der erste regenbogen! in echt sah man ihn besser, zugegeben. jedenfalls ein glücksbringer, denn er war von einem ende meines küchenausblicks bis zum andren sichtbar.


ich kann mich gar nicht losreissen, obwohl ich doch schon längst in der grinzinger idylle das haus sitten sollte. aber meine neue wohnung verlassen, noch dazu, wo ich nach dem kranksein noch gar nicht wieder richtig in der welt bin, das ist eine echte herausforderung. was soll ich mitnehmen? frage ich mich, wo ich doch spätestens montag abend ohnehin wieder hier sein werde... naja, die gesamten geistigen kapazitäten stehen mir für die planung jedenfalls noch nicht zur verfügung.

Donnerstag, 13. Januar 2011

gelandet

sehr bequem und praktisch
irgendwie außerirdisch mit ihren raumschiffbeinchen, meine neue polsterbank. das erste möbel, das ich anschaffe, das ich nicht allein werde wegtragen können. das war bislang meine maxime, die jedes stück erfüllen muss, das mir ins haus kommt.

tatsächlich habe ich die letzten umzüge aber schon alle per spedition gemacht. naja, was solls. ich finde die maxime trotzdem weiter gut. neulich ist mir sogar endlich eine provenienzhypothese eingefallen zu diesem seltsamen, scheinbar angeborenen prinzip:

da nichts in der ahnenkette auf flucht- und vertreibungserleben schließen lässt, hab ich mich immer gefragt, warum ich diesen entschiedenen hang zu dingen hab, die ich ruckzuck selber wegschaffen kann. und jetzt weiß ich es: das bäuerliche gesinde aus der mühlviertler vorfahrenschaft lebt genmäßig in mir weiter.

es war ja so, dass zu lichtmess, am 2. februar, das gesinde ausbezahlt wurde und entschieden wurde, ob die magd oder der knecht ein weiteres jahr am hof bleiben kann. falls nicht, dann tschüss, aber dalli. da war es wirklich wichtig, supergeschwind sein hab und gut auf den buckel binden zu können, um weiterzuziehen.

also soviel zu meinen versuchen, abartige eigenschaften doch noch irgendwie hinzuerklären und mir so das universum zurechtzureden.

Sonntag, 9. Januar 2011

regiestuhl

meinen zweiten heiratsantrag empfing ich anfang der 80er jahre von einem langjährigen guten freund, einem regisseur. unnötig zu erwähnen, dass ich die ehre nicht annehmen konnte, wodurch er sich veranlasst sah, es im nächsten zimmer in der frauen-wg auch zu versuchen. was soll man sagen: wie sich herausstellte, war es wohl ein letzter versuch sein leben in griff zu kriegen. wenige tage später traf ihn mit ende 30 der schlag. das ist eine sehr traurige geschichte, die bei mir den wahn auslösen sollte, dass es für die männer gefährlich ist, wenn ich nein sage. (der wahn nahm erst beim dritten vorfall handlungsrelevante gestalt an).

von diesem freund habe ich ein rotes riesen-t-shirt aus den 70ern geerbt, das mir bislang als heißgeliebtes nachthemd diente. erst diesem umzug fiel es zum opfer, weil es nun doch in stücke ging. ich habe jedoch noch ein anderes erbstück von ihm, das sich vermutlich in meinem nachlass noch finden wird, egal wie alt ich werde.

die rede ist von einem regiestuhl. bzw. vom gestell eines solchen aus holz. als ich es erbte, war es dunkelrot lackiert und hatte einen bezug aus ausgebleichtem dunkelblauen segelzeug. in den ökologischen 90ern habe ich es renoviert - soll heißen: abbeizen lassen und geölt und mit einem überzug aus oranger jute versehen.

die farbe stimmt gar nicht...
bald darauf kam ein dicker plüschiger lammfellmantel in meinen besitz. er ist einige tonnen schwer, ich habe ihn selten getragen. ein einziges mal hat er mir gute dienste bei einem sturz auf glatteis geleistet, bei dem ich vermutlich ohne die dämpfung nicht so glimpflich davongekommen wäre. vielleicht wäre ich aber auch gar nicht gestürzt, wenn ich das teil nicht schleppen hätte müssen. wer weiß. der vorfall markierte jedenfalls das ende seiner laufbahn als mantel.

ein sattes, leuchtendes mittelbraun wäre richtig
seither liegt er als husse über dem regiestuhl und hat das luftige gerät zu einem veritablen kuschelfauteuil gemacht. leider ist er nun auch schon einigermaßen abgewetzt. vor allem an der rechten armlehne. ich überlege, ob er nicht demnächst vom nerzmantel meiner mutter abgelöst wird, den mir heuer das christkind gebracht hat.

Samstag, 8. Januar 2011

gusti

frau noschoko gewärmt von gusti
das alleinsein, wie waldviertelleben hier beschreibt, kenne und liebe auch ich über die maßen. offenbar hab ich es dieses - wie auch schon letztes und vorletztes jahr zu weihnachten / zum jahreswechsel - nicht selber vollbringen können, mich in diese herrliche einsamkeit zu verfügen. da rettet mich mein kluger körper und holt sich eine gescheite erkältung. ein paar mal quer durchs shoppingcenter auf der suche nach aufbewahrungsboxen, und schon macht es klick. die schweren niesattacken der früheren mitbewohnerin während meiner letzten wochen in der alten wohnung haben es nicht vermocht.

und nun zu gusti, die man hier im bilde sieht, wie sie meinen erkälteten körper wärmt. es gibt ja bekanntlich frauen, die tiere bei sich aufnehmen und dann später in der zeitung erscheinen, weil dieselben sich vermehrt haben und sie den überblick verloren haben. so wird es bei mir nicht sein.

bei mir sammeln sich tiere, die im dienste der schönheit, des prestiges, der mode oder auch einfach der wärme halber vor einigen jahrzehnten ihr leben lassen mussten. soll heißen, mir werden pelzmäntel etc. vermacht. die gusti ist eine wundervoll gearbeitete nerzstola im stil der frühen fünfziger oder noch älter. sie kam zu mir, weil ich einer freundin von einem traum erzählt hatte, in dem eine katze namens gusti auftrat und mir zu verstehen gab, sie würde nun für den rest ihres lebens bei mir bleiben und mir gut tun. da ging die freundin in den schrank und kehrte mit diesem cape wieder und sagte, da hast du deine gusti. sie sei von ihrer gräflichen großmutter und nie und nimmer würde sie, die freundin, so ein ding an ihre schultern lassen. so kam die gusti mit zu mir. sie hängt seit jahr und tag über der lehne desjenigen arbeitsstuhles, den ich grad beim schreiben benutze. und wenn ich krank bin, dann legt sie sich um meine schultern.

sie hat auch schon um die schultern von freundinnen in designerballkleidern das haus richtung philharmonikerball verlassen. aber sie ist immer wieder zu mir zurück gekommen.

Montag, 3. Januar 2011

gespenstisch

soeben hat mich der anruf einer automatischen dame ereilt, die mir vorschlug, den letzten besuch im shop des handybetreibers zu bewerten. der war höchst zufriedenstellend, drum hab ich brav auf die automatischen fragen der automatischen dame mit dem schulnotensystem per handytasten lauter einser durchgegeben. dann hat sie mir noch gedankt und einen schönen tag gewünscht. voll in ordnung, außer dass schon abend ist. nur ein bisschen gespenstisch. sie wusste natürlich, dass ich vor kurzem dort war. das hat sie mir auch automatisch gesagt.

ganz menschlich-telefonisch hingegen hat mich heute ein weiterer techniker von upc von meinen mailserverproblemen befreit. alles wird gut.

hühnersuppe

es ist zugegebenermaßen der zweite teller von der hühnersuppe, den ich hier auf meiner küchenfensterbank abgelichtet habe. aber immerhin, ich hab noch rechtzeitig dran gedacht.

die hühnersuppe wärmt wunderbar (ob echt oder per würfel hergestellt), wenn ein paar dünne ingwerscheiben mitkochen dürfen. eine umdrehung aus der chilimühle und ein halber teelöffel scharfes currypulver wollten heute auch dazu. ansonsten wurzelgemüse, eine kleine kartoffel, ein paar tiefkühl-sojabohnen, ein paar tofuwürfelchen und eben nudeln. drüber noch schnittlauch.
zur nachspeise nehmen wir köstliche früchte aus dem morgenland, bzw aus dem land, wo die zitronen blühn. kennst du es wohl?












und dabei sehen wir den wolken zu, wie sie - immer von links nach rechts - am himmel über dem küchenfenster vorbeifliegen. sie kommen halt fast immer von der wetterseite - abendland.