Sonntag, 18. Dezember 2011

lichtlein


erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. dann steht das x-kind vor der tür. heuer lässt es sich ja noch maximal zeit nach dem vierten lichtlein. das trägt vermutlich auch zu meinem beschaulichen advent bei.

hier jedenfalls meine heurige adventkranzabwandlung mit mistelzweiglein, gebracht vom roten x-vöglein.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

nachttexte

wie hier in den kommentaren schon angemerkt, träumte ich neulich folgende szene:

"die raumstation vega wurde von außerirdischen besetzt. die außerirdischen wurden vernichtet." dieser text drang in meinem traum aus dem traumradio. meine freundin m. und ich sahen uns an und verdrehten die augen. im traum.

heute nacht erwachte ich von folgenden worten, die ich im traum zu jemandem gesagt hatte:
"ich habe einen gott, dem ich ins gesicht schauen darf."

c. g. jung hatte die theorie, dass sich das unbewußte kompensatorisch verhält, wenn das bewußtsein zu einseitig ausgerichtet ist. vermutlich ist es das, denn ich pflege bewußt nur umgang mit göttinnen.

ich lag dann halbwach und wohlig in meinem bettchen in der finsternis und gedachte ohne mein bewußtes zutun der kuh yvonne. eine angelegenheit, die sich wohl zwischen bewußtsein und unbewußtem abspielte. jedenfalls freute ich mich für sie, dass sie nun mit ihrer wilden aktion den prinzen bekommen hat. sie lebt ja jetzt in saus und braus und in größtem luxus mit michael aufhauser zusammen:



plötzlich dachte es in mir in der nacht: wo sind eigentlich die hörner hingekommen? ich glaube, die kuh yvonne hat noch welche. aber was ist mit den vielen hornlosen kühen? zu meiner kinderzeit hatte noch jede kuh hörner und man konnte für heilige anlässe blumen und reliquien dran aufbauen.

irgendwann bin ich wohl drüber wieder eingeschlafen.

also frage ich jetzt, wach, die spezialistinnen: wo sind die hörner hingekommen?

Dienstag, 13. Dezember 2011

glanz


und glitzer. ich liebe das sowieso. aber vor weihnachten wird diese präferenz kollektiv in einer weise bedient, dass es auch mir manchmal schon zuviel geworden ist.

nicht so heuer. irgendwie gelingt mir eine beschauliche vorweihnachtszeit. wenigstens bis jetzt. ich genieße es, abseits der dichten ströme durch die geschäfte und märkte zu schlendern. wie sich das ergibt heuer. wunderbar.

gleichzeitig hab ich das gefühl, dass ich mich im auge des taifuns bewege. manchmal höre ich in die nachrichten oder leute drüber reden und denke: bald geht die welt unter. dahingehende tv diskussionen, wo irgendwelche auguren ihre mehr oder minder düsteren prognosen abgeben umschiffe ich weiträumig.

ich glaube, falls je die welt untergeht, dann an massenhysterie. zu tod gefürchet ist auch gestorben. in irgendeinem teil unsres hirns sitzt leider der automatismus aus urzeiten, der den blick hypnotisch auf gefahren lenkt. und deshalb sind medien, die schlechte nachrichten bringen, die erfolgreicheren. und so spirialisiert sich das mit dem fortgang der technik in immer geschwinderen runden.

kann irgendwer das wort "schuldenbremse" noch ernst nehmen?

Montag, 5. Dezember 2011

endlich

endlich wieder programm am himmel. nach wochen der langweiligen hochnebel endlich wieder farbe und bewegung. wenn auch hinter gittern.

eine hilfe, um das gitter auszuhalten, ist die erinnerung an den film "der kontrakt des zeichners" von peter greenaway. übrigens auch ein englischer heimatkrimi. dort sitzt der zeichner zwecks genauer wiedergabe seines landschaftsmotivs hinter so einem gitter - eine seit der renaissance gebräuchliche hilfskonstruktion um die perspektive naturalistisch hinzukriegen. aufgrund dieses rasters fällt dem zeichner meiner erinnerung nach auch eine veränderung im bild auf, die zur lösung des kriminalfalls führt.

für zweckdienliche hinweise auf wohnungen mit freiem blick in guter lage in wien bin ich immer dankbar.

Freitag, 2. Dezember 2011

maßgeschneidert

gestern war der mann von der hausverwaltung da und hat den kühlschrank vermessen. besser gesagt, die drei dinge der innenausstattung, die hin sind. ich bin ehrlich gespannt, ob die das selber schnitzen wollen?

ich habe die gunst der stunde genützt um gleich noch ein backblech für das ohnehin feinbacktechnisch unbrauchbare gasbackrohr anzufordern. das vorhandene blech ist aus alu und dehnt sich aus, wenns heiß wird. es macht einen knall und ab da kann mans nimmer rausnehmen und muss das was draufliegt irgendwie anders rauspraktizieren...

ich freu mich aufs nächste kapitel. die genugtuung reicht aber nicht, mich über die hasenstalloptik des taubengitters hinwegzutrösten.

Dienstag, 29. November 2011

mütchen

das angesagte wärmere westwetter übers wochende hab ich zum anlass genommen, mich doch mit dem auto überland zu wagen. ich finde, dass man bei abfrage einiger wetterseiten und mit den vorhersagen des lokalen radios mittlerweile tatsächlich recht genau einschätzen kann, was so bevorsteht. mit den dort angegebenen ingredienzien habe ich mir das nötige mütchen zusammengekocht, jeweils um die mittagsstunden recht unerschrocken loszureisen.

und nun bin ich gut zurück. es gab nur ein wenig nebel, die kälteste außentemperaturanzeige war 0,5 grad plus. das gespenst der angst hat sich dennoch nicht gezeigt. sehr angenehm, dass nun wieder ein wenig mehr spielraum für mich da ist.

immerhin aber bin ich jetzt auch im besitz einer carsharing-card für alle fälle, die mir auf bestellung am bahnhof in linz (und an anderen größeren bahnhöfen) ein auto zur verfügung stellt. noch dazu für ein jahr ohne mitgliedsbeitrag und die erste fahrt gratis. weihnachtsaktion.

Donnerstag, 17. November 2011

angst

das gespenst der angst
tut was du verlangst.
musst nur mutig sein,
dann kriegst du es klein.

dieses gedichtchen, unvergleichlich illustriert von robert gernhardt, vermutlich gar von ihm gedichtet, stand mal in den 80ern im zeitmagazin zu lesen. ich hab es lachend sofort auswendig gelernt, und es hat mir im leben schon oft geholfen mutig zu sein. leider finde ich es nicht mehr in meinen archiven und auch google hat es nicht produzieren können. deshalb der link zur allgemeinen bildersuche, da könnt ihr euch dann selber eine vorstellung davon basteln.

derzeit allerdings versagt das kluge sprüchlein mir ein wenig den dienst bei folgender herausforderung:

autofahren im winter. ich habe zwar die führerscheinprüfung extra im februar gemacht vor zig jahren, um dieser winterangst entgegen zu treten. aber es war der erste tag mit schneefall, und wir mussten praktisch nicht fahren, wegen unfairness durch mangelnde übungsgelegenheit.

meine angst datierte von einem schrecklichen glatteiserlebnis jahre davor, mit einem jugendfreund am steuer. leider hat sich das zwanzig jahre später mit einer alten studienfreundin am steuer wiederholt. es hatte zur folge, dass ich zeit meines lebens vermieden habe, in zeiten ins auto zu steigen, wenn es vielleicht wo glatt werden könnte.

einen schleuderkurs beim automobilistenclub habe ich mit herausragenden noten absolviert. ich kann es also eigentlich, soweit man es können kann. eine antitraumatherapie hab ich auch hinter mich gebracht dazu. tatsächlich krieg ich keine panikattacken mehr beim gedanken an winter und auto.

nur leider hilft das scheinbar nix. der widerwillen, vor allem gegen überlandfahrten, bleibt. die ersten radiomeldungen über auffahrunfälle auf der autobahn im nebel, die ersten straßenglättewarnungen, und mein verstand gebietet: reise mit der bahn.

wär ja kein problem, wenn es nicht so praktisch und hilfreich wäre, mütterlein immer wieder per auto durchs ferne linz kutschieren zu können. ich wünschte ich könnte beamen.

ich werd jetzt mal erkunden, ob es überhaupt möglich ist, zwischen wien und linz im autoreisezug zu fahren. ich fürchte, das geht erst ab salzburg. weiters werde ich mir ansehen, was leihautos ab bahnhof linz kosten.

irgendwie komm ich mir lächerlich vor. was soll ich tun?

Montag, 14. November 2011

etappensieg

mit unten stehendem schreiben der zwischeneskalationsstufe 1 (emotionen ausdrücken, moralkeule schwingen, jemand dritten ins spiel bringen, tränendrüse leicht drücken) habe ich nun an der kühlschrankfront einen etappensieg errungen. die hausverwaltung hat die angelegenheit schnurstracks zur erledigung an die firma weiter gereicht, die für die instandhaltung des hauses zuständig ist. die sollen sich bei mir melden. mal sehen... über das taubengitter tröstet mich auch ein neuer kühlschrank nicht hinweg.

hier also meine postwendend erfolgreiche tatsächliche epistel:


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Antwort enttäuscht mich und erschüttert das Vertrauen in Ihre Hausverwaltung, das ich beim Einzug gewonnen hatte.


Wenn ich gewußt hätte, dass Sie die Mängelbehebung beim Kühlschrank, die eigentlich, wenn schon, dem Vormieter oblegen wäre, einfach unter den Tisch fallen lassen würden - und sie nun gar auf mich überwälzen wollen -, hätte ich die MV-Klausel der
Möbelmiete für die alte Küche gewiss nicht akzeptiert.

Ich habe den MV im guten Glauben unterschrieben, dass die Beanstandungen bei der Übernahme im Lauf der Zeit behoben werden, wie Sie mich ja durch Tausch der Abwasch, der Armatur, Behebung des Thermenschadens und Anbringung eines zeitgemäßen Waschmaschinenabflusses glauben ließen.


Die Juristin, die bei der Vertragsunterzeichung anwesend war, hat selbst gemeint, man werde sehen, ob die Innenaustattung des Kühlschranks zu ersetzen nicht teurer sei, als ein neues Gerät bereitzustellen.


Mein Fehler war offenbar, dass ich letztes Jahr dieses Problem nicht offensiver direkt bei Ihnen urgiert habe -  und nicht über Hrn. X, der mich auf später vertröstet hat, mein Anliegen vielleicht gar nicht weitergereicht hat, obwohl er die Schäden fotografiert hat, und irgendwann nicht mehr erreichbar war, weil er selber mit irgendeiner Baustelle im ersten Bezirk unter Druck war. Im Vorweihnachtstrubel habe ich die Angelegenheit mit dem Kühlschrank dann selber aus den Augen verloren.


Jetzt aber habe ich mir wieder einmal an der Gemüselade weh getan, und ein Glas ist beim Öffnen der Kühlschranktür auf den Boden gekracht. Also habe ich mich an Sie gewandt, um diese ausstehende Erledigung in Erinnerung zu bringen.


Ich hoffe, Sie überdenken Ihre Haltung angesichts der Umstände.


In Erwartung eines besseren Vorschlags von Ihrer Seite

mit freundlichen Grüßen

Noschoko

Samstag, 5. November 2011

kampfansage

ich merke, dass ich mich mit dem taubengitter nicht anfreunden werde. ich wohne jetzt wirklich in einem hasenstall. ich beneide diese tiere nicht. jeden morgen schneidet mir der karierte himmel ins herz, wenn ich die augen aufschlage.

daher schwebt mir untenstehende replik auf die erwartungsgemäß negativ ausgefallene antwort der hausverwaltung bezüglich meines kühlschranks vor. wenn sie mir die wohnung kündigen, ist es mir nur recht, denn sie ist mir vergällt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Austausch der kaputten Innenausstattung des Kühlschranks wäre in die Erhaltungspflicht des Vormieters oder in die der XY GmbH als Vermieter gefallen, wie Sie meinem Übernahmeprotokoll entnehmen.


Dass Sie als Hausverwaltung durch Nichtreagieren den Fall letzten Herbst in Ihrem Sinn geregelt haben und nun versuchen, die Last auf mich als Mieterin abzuwälzen, entspricht möglicherweise Ihren Gepflogenheiten.


Ich möchte Sie jedoch darauf aufmerksam machen, dass ich dieses Verhalten nicht akzeptiere.


Ich widerrufe nun die Einzugsbewilligung für die Miete von meinem Konto und überweise Ihnen bis auf weiteres die Miete


  • abzüglich der sogenannten Möbelmiete von 30 Euro, sowie
  • abzüglich weiterer 100 Euro wegen Wertminderung durch die gestörte Aussicht aus dem Küchen- und dem Schlafzimmerfenster.
Da der Himmelsblick der Grund war, warum ich die Wohnung genommen habe, empfinde ich das neuerdings ohne meine Einwilligung angebrachte hofseitige Taubenschutzgitter als erhebliche Wertminderung des Objekts. Eine Störung durch Tauben war nie gegeben.

Weitere Korrespondenz übernimmt meine Anwältin. Meiner Rechtschutzversicherung ist der Fall avisiert.


Beste Grüße


soll ich?

Mittwoch, 26. Oktober 2011

winterreifen

der autobesitz bringt ja allerhand verpflichtungen mit sich. so zum beispiel sommer- gegen winterreifen tauschen. das geerbte auto hat natürlich seinen ursprung bei einem autohändler mit angeschlossener werkstatt in oberösterreich, an der schönen donau unterhalb von linz. der ort hat keinen guten leumund, da dort eines der ärgsten konzentrationslager der nazis war.

die markenwerkstatt ist jedoch ein juwel zu günstigem preis. also werde ich sie frequentieren, solange ich ohnehin alle end lang nach linz zur mutter reise.

um dem auti seine erste überwinterung ohne garage in der großen großen stadt zu erleichtern, habe ich allerhand schutzmaßnahmen für seine unteren hohlräume veranlasst. das bedeutet aber auch, dass das auto über nacht trocknen muss. ich bekomme ersatzweise einen leihwagen für die weiterreise nach linz:


der leihwagen, der mir zugedacht ist - jo, mir haum heit kan audern mehr do - ist zunächst ein schock für mich. der vater hat doch immer einen smart oder eben auch eine a-klasse bekommen. ich also darf heute in der zwar auch ganz schön alten, aber doch für meine begriffe recht tollen und großen limousine reisen.

ich stelle mich an, wie der erste mensch. habe mittlerweile total vergessen, wie eine gangschaltung funktioniert. diese ist zudem ein wenig ausgeleiert, sodass ich nicht gleich merke, dass der wagen deshalb  abstirbt, weil ich versuche, in der dritten anzufahren. was solls.

ich holpere also aus der ausfahrt und trau mich nicht auf die straße, sondern nur auf die nebenfahrbahn ins benachbarte firmengelände einer französischen automarke. dort ergründe ich im schutz der anonymität mein leihfahrzeug. und siehe da, nach fünf minuten orientierung und  rumzuckeln, gehts natürlich ganz leicht.

was ich nun merke, ist, dass es was ausmacht, in was für einem wagen frau unterwegs ist. der blondiefaktor, den mir die a-klasse erneut gewährt, ist gar nix gegen das kavaliertum, das mir plötzlich von anderen autofahrern entgegengebracht wird in diesem kübel. ich darf davon ausgehen, dass mir jeder zweite charmant eine unberechtigte vorfahrt gewährt. spurwechsel ist nach blickwechsel überhaupt kein thema mehr. sogar ein rarer parkplatz in der linzer city wird mir überlassen. ich fasse es nicht.

weshalb habe ich studiert, promoviert, meinen platz in der männerwelt erarbeitet? ein größerer mercedes hätts auch getan.

Dienstag, 25. Oktober 2011

ausgesperrt


aus ists mit meinem himmelsparadies in der neuen wohnung. genau ein jahr hat die ungetrübte freude gewährt. solche blicke sind fortan damit gefiltert:



seltsame geräusche von draußen haben mich gestern vormittag irritiert, etwas im hof, am dach, vor den fenstern. als ich zu mittag in die küche komme und mein süppchen am fensterplatz einnehmen will, ist irgendwas anders am himmel. nicht sehr aufdringlich. aber sehr anders:

ich, wir sitzen im käfig. und die tauben können reinschauen. irgendjemandes taubenparanoia verdanken wir, dass wir nun hinter netz abgeschirmt werden vor der schrecklichen gefahr eines taubenangriffs auf unser unschuldiges hausbewohnerleben. trudi, die mördertaube, wird schön schauen. herrgott und fraugöttin nochmal, sind die leute völlig blödsinnig? was das kostet. wo sich heuer im sommer ein einziges mal eine taube auf das sims im hof verirrt und - zugegeben - auf die schwelle geschissen hat. das ist jetzt aber vorbei, ihr bösenbösen tauben!

naja, ich werd mich dran gewöhnen. aber gestern bei der suppe wußte ich gleich, dass ich auch in dieser wohnung nicht ewig bleiben werde.

aus rache habe ich nun von der hausverwaltung eine neue inneneinrichtung für meinen kühlschrank verlangt. und alle kleinen risse und brüche in riesigen fotodateien dokumentiert und denen geschickt zur werten bearbeitung.

Montag, 24. Oktober 2011

rückrufaktion


neulich hatte ich im neuen gebäude der oberösterreichischen landesregierung zu tun. die veranstaltung fand in der großzügigen mensa des hauses statt.

am ausgang fand ich dieses plakat vor. die diensteifrigen angestellten des amtes nehmen wohl gerne ihre nachspeisen mit zurück an den schreibtisch - als kleinen trost am langen nachmittag.

ich stelle mir vor, wie sich in den mondänen zimmerecken neben den blumentöpfen die schüsseln stapeln. bzw. welchen alternativen verwendungen sie praktischerweise zugeführt werden - eben blumentopf, behältnis für büroklammern, naschwerk, wer weiß was noch alles.

bildquelle
jedenfalls spricht das im corporate design des ldz (landesdestleistungszentrum) gestaltete plakat sehr für die grafikabteilung des hauses.

Samstag, 22. Oktober 2011

inkorrekt

ab und an erlebe ich angesichts politischer ereignisse inkorrekte emotionen.

z.b. war es so, als die twin towers zusammenkrachten. ich hatte die new yorker skyline ohne kennengelernt und geliebt, und hatte das world trade center lange als eine irritierende degradierung der proportionen der anmutigen art deco skyline erlebt. als sie plötzlich weg waren, war ich zwar empört und entsetzt wegen der politischen und menschlichen tragödie. jedoch, inkorrekter weise, war ich, vor dem fernseher zitternd, auch gleichzeitig erleichtert und glücklich, dass dieser architektonische störfaktor nun weg war. what a shame!

quelle: the guardian
vorgestern nun eine ähnlich politisch inkorrekte emotion angesichts des todes des libyschen diktators g. diesmal sagte der verstand okay zur ermordung oder was immer zu seinem tod geführt hatte.

aber die junge frau in mir, die anfang der 80er jahre unvermutet im bundeskanzleramt in wien in diesen damals umwerfenden und politisch viel versprechenden mann in revolutionärem khaki hineingelaufen und von seiner mit strahlendem lachen vorgebrachten entschuldigung schlicht hingerissen war, diese junge frau in mir war traurig.

Dienstag, 4. Oktober 2011

erinnerung

ich muss das jetzt endlich mal schreiben: die 'zeit im bild' kommt hdtv über den bildschirm, der kanzler faymann spricht heraus. und ich frage mich, seit werner faymann unser bundeskanzler ist und man ihn alle end lang in den medien hört und sieht, an wen er mich so ganz tief drinnen erinnert. und zwar in seiner rede, in seiner haltung, einfach überhaupt. es ist eine angenehme, ein klein wenig aufregende erinnerung.

mit diesem eintrag erreiche ich vermutlich nur das mitgefühl eines sehr eingeschränkten leserInnenkreises, nämlich diejenigen, die im österreichischen fernsehen den kasperl angeschaut haben als kinder. und zwar die ab 1957 laufenden folgen von kasperl und pezi.

jetzt ist es klar: werner faymann hat pezi nachhaltig in sich aufgenommen. pezi ist praktisch der archetyp, dem das schicksal des kanzlers folgt, würde c. g. jung sagen. ewiges pezitum die lebensphilosophie des mannes.

ob sich faymann als kanzler ebenso lange hält, wie pezi beim kasperl? wer weiß, wieviele ihn wählen, weil sie als babys auf pezi geprägt wurden wie die graugänse auf konrad lorenz. unabsehbare folgen.

Sonntag, 25. September 2011

länger

vor zwei wochen war ich nachsommerlich beim haareschneiden. über zehn (> 10!) zentimeter hab ich ohne wimpernzucken hergegeben, und ich hab immer noch lange haare. ich kanns kaum fassen. die späte relative haarpracht entschädigt mich für so manch andere narzistische kränkung, die das altern mit sich bringt.

es versöhnt mich auch damit, dass offenbar meine immer schon zu langen sehnen und bänder leider auch immer länger werden, sodass meine gelenke praktisch nur mehr mit meinem konzentrierten bewusstsein zusammenhalten und funktionieren. was früher die liebhaber in entzücken versetzte, nämlich meine akrobatische biegsamkeit, und was meine frühere yogapraxis so einfach machte (dehnen - was ist das?), das führt nun dazu, dass ich mich immer langsamer und bedächtiger bewege, um nur ja keine gelenk in die falsche richtung durchzubiegen.

die leute bei kieser stellen mir in aussicht, dass durch das training auch die bänder und sehnen zusammen mit dem restlichen bindegewebe sich straffen werden. haben die noch nicht in ihre datenbank geschaut? ich hebe dort gewichte vor mich hin, seit der erste kiesertempel in wien eröffnet hat. das ist bald zehn jahre her. vermutlich wäre ich noch wackliger, wenn ich nichts dergleichen getan hätte.

mein körper jedenfalls ist der beweis, dass sich nicht alle körper auf erden gleich verhalten bei gleicher behandlung. deshalb will ich auch der schulmedizin immer ganz weiträumig ausweichen. wobei ich sie schätze und gerne in anspruch nehme, wenn brutales zupacken die einzige abhilfe von einem übel verspricht. war bislang zum glück selten der fall.

Freitag, 23. September 2011

maske

hm, jetzt habe ich seit geraumer zeit high definition fernsehen. sehr plastisch. jedoch: sooo genau will ich gar nicht sehen, wie die maske die nasenhaare unserer männlichen nachrichtenleute mit makeup verkrümelt. überhaupt bin ich erstaunt, wie wenig die maske sich darauf eingestellt hat, dass nicht mehr stimmt, was einst wahr war, nämlich, dass die kamera und die scheinwerfer eh alle details schlucken. bei hdtv ist das nämlich keineswegs der fall, hoch lebe die technik.

also, liebe maskenbildnerInnen, die ihr die leute für life sendungen zupappt: schaut euch das ergebnis mal auf einem guten hdtv flatscreen an. ich habe einen superbilligen via amazon, der kaum größer ist als mein laptopbildschirm, und mein abstand beim fernsehen beträgt fast zwei meter. ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie alle die makeup-ränder am hals, die ausgefransten lippenstiftkonturen und die brösel von der wimperntusche auf den mittlerweile jeden durchschnittlichen haushalt zierenden riesenbildschirmen rüberkommen.

oder sieht das außer mir niemand? aber, vielleicht bin ich zu empfindlich. ich sehe ja auch alle kosmetischen botoxierungen und schnipseleien.

Samstag, 10. September 2011

serpentinen

dass ich ausgerechnet vor der haustür, im westlichen wienerwald, so reichlich gelegenheit haben würde, mein halbautomatisches und des autos automatisches fahrverhalten am berg zu ergründen, damit hab ich nicht gerechnet. jetzt wohne ich schon seit dreißig jahren hier, und ich bin auch schon an den höher gelegenen orten im westlichen grüngürtel gewesen. aber offenbar regisitrierte ich als beifahrerin nicht, dass es hier von kurvenreichen bergstrecken nur so wimmelt.

für mich ist das natürlich toll. schön langsam verstehe ich, was die automatik denkt, dass ich will, wenn ich so oder so oder noch anders bremse, wenn es berab und dabei in die kurve geht. für mich erfreulich und vergnüglich. für die, die nach mir kommen, eventuell noch eine zeitlang etwas befremdlich.





ich habe unterwegs immer wieder halt gemacht. in vermutlich verwunschenen schlossparks hat mir die altweibersonne ganz allein geschienen. die letzten rosen und die ersten hetschibetsch hab ich bewundert. und kastanien geklaubt am berge. ich war so glücklich, wie als kind allein im wald. danke, auti!

Montag, 5. September 2011

teufelskreis

nun, da ich den sündenfall mit dem auto hinter mir habe, gehts dahin mit meinem beitrag zur erderwärmung: ich wünsche mir eine klimaanlage. damit ich die erderwärmung aus meiner wohnung draußen halten kann, wodurch ich sie draußen natürlich vorantreibe. ein teufelskreis.

aber echt: wie soll ich arbeiten, wenn es mal wieder mehr als eine woche über dreißig grad hat? da ersticken wir doch im arbeitsraum, weil ja lüften bei diesen temperaturen irgendwie nicht funktioniert.

ich hab jetzt zum erstenmal eine hitzeperiode in der neuen wohnung getestet. jetzt ende august. das war genau eine woche über dreißig grad. und ich war noch im urlaub. für mich allein gings genau eine woche. wenn dann die hitze angedauert hätte, wär es unangenehm geworden. das heißt, die wohnung ist eigentlich toll, dass ich sie mit nachtlüften und sonnenschutz solange relativ kühl halten konnte.

aber wenn betrieb in der praxis ist, geht das viel weniger lang. erstens ist jeder mensch, der hier sitzt, ein heizkörper - gar wenn die person sich aufregt. und zweitens müsste man zwischenlüften, also die hitze dauernd reinlassen.

na, mal sehen. vielleicht find ich noch ein kühles öffentliches gewölbe in der nähe, in das ich zum arbeiten mit klientInnen ausweichen könnte. klimatisierte arbeitsräume anmieten ist jedenfalls teurer, als eine eigene klimaanlage einbauen und betreiben. ich werd wohl mal eine expertise einholen vom klimatechniker und dann mit der hausverwaltung in verhandlung treten.

mich wundert ja nicht, dass amerika solange wirtschaftlich vorne lag. in den usa nach dem weltkrieg kam das wirtschaftswunder sicher von den klimaanlagen und den kurzen urlauben. und die aktuelle wirtschaftskrise in den mittelmeerländern? weil sie zuwenig klimaanlagen haben und zuviel urlaub?

ich jedenfalls kann in der hitze nicht voll arbeiten. und ich finde auch, dass die hitzeperioden heißer sind als früher. auch wenn dieser sommer dahingehend (für mich glücklicherweise) nicht zu buche schlug. aber wenn ich mich erinnere an sechswöchige überdreißig grad perioden im frühsommer - das ist unerträglich in der stadt. nicht nur für mich, soweit ich sehe.

die meisten leute, die ich kenne, die das toll finden, arbeiten natürlich in den modernen bürokühltürmen. ich hatte das vergnügen auch mal, im jahrhundertsommer 1983. seither weiß ich, dass man über dreißig grad über wochen hinweg toll finden kann, wenn man den lieben langen tag im kühlschrank sitzt.

Sonntag, 4. September 2011

experten

seit ich das auto habe, erfahre ich starke zuwendung durch ritterliche männliche personen, die mir persönlich bekannt oder auch unbekannt sind. nicht zu fassen. ich dachte, aus dem alter bin ich heraussen, als ich im vertrauen auf den blondineneffekt bevorzugte behandlung im straßenverkehr einforderte und erfahren durfte. dem ist nicht so. ich staune.

für smilla :)
leider ist die unverlangte aktive zuwendung oft in der art, die vor allem dem ritter hilft. nämlich ihn seiner ritterlichkeit vergewissert, während er mich bezüglich meines autos verunsichert. die herren drücken mir ihre sorge aus, ob wohl genug luft in meinen reifen ist. ob das auto nicht vielleicht benzin, öl etc. verliere. usf.

da ich das auto ja noch nicht so gut kenne, versuche ich dann, zu verifizieren, ob die ritterliche sorge berechtigt ist. jedesmal hat es mich zeit und vor allem nerven gekostet und bislang war einfach alles reiner humbug. ich kanns kaum glauben. ich habe nun beschlossen, bezüglich unverlangter autorelevanter expertisen von männerseite genauso zu verfahren wie mit solchen infos in bezug auf das leben im allgemeinen: mit strahlendem lächeln danken, ignorieren, und einfach nach eigenem dafürhalten weitermachen.

Freitag, 2. September 2011

hausboot

während sich meine freundinnen schrebergärten und bauern- oder presshäuser oder pfahlbauten in der donauau als zweitwohnsitz zulegen, habe ich mich anderntags in ein hausboot verschaut. ich mag nämlich keine immobilien. aber möbel, also mobilien, in denen man wohnen kann und die noch dazu am wasser schwimmen - das wär ja was!



der mann, der sich das schmuckstück gebaut hat, ist architekt, was man irgendwie merkt. wunderschöne raumgestaltung.

ich brauche jetzt nur einen lottogewinn und ein wasser oder eine wiese, wo das gute stück gratis liegen darf. schon hätte ich auch einen zweitwohnsitz. was meint ihr?

ich hoffe sehr auf die familie schwemmholz als konsorten, aber die weilt gerade im mittelmeer auf einer wilden insel. herr schwemmholz hatte allerdings ein gewisses funkeln im auge, als ich davon erzählte vor seinem abflug. der besitzer von dem boot läßt es nächste woche im internet versteigern. naja, eh besser, wenn das schicksal so eine entscheidung trifft. wenn es keiner will um den preis, den er sich vorstellt, hab ich ja wieder eine chance.

Montag, 29. August 2011

gebirge

zu diesem bericht wurde ich angeregt durch den unglaublichen schwan, den die familie 356 bewältigte:

ich hatte das vergnügen, meinen urlaub mit der familie schwemmholz an den gestaden des traunsees ausklingen zu lassen, und zwar - einem tipp der frauen schwemmholz (hier sieht man ihre bildreportage des denkwürdigen ausflugs) und waldviertelleben folgend - in der ramsau, wie die gegend unterhalb des traunsteins bei gmunden heißt.

in diesem gasthof gibt es einen traditionellen biergarten am see. dazu eine steinalte wirtin, die unbeirrt und im service praktisch allein ihre majestätischen bahnen zieht und sich wundert, dass 'die leut heutzutag ka zeit mehr haum' und das geld einfach auf dem tisch liegen lassen.

wir haben das schon verstanden. auch wir haben viele stunden, einen halben nachmittag inklusive sonnenuntergang, auf unser essen gewartet. und schließlich gabs die legendären ramsauer spitze. ein gebirgsförmiges süßes windgebäck mit allerhand creme und schlagobers bedeckt und gefüllt. vermutlich sieht 'da stoa' (recte: traunstein) so aus, wenn winter und muren das ihre dazu tun.

es schmeckte wohl. die groß gewachsenen schönen und sportlichen kinder brauchten je zwei spitze. mir genügte einer, danach kräuterbitter.

was ich jedoch besonders bezaubernd fand: es gibt ein patent auf den ramsauer spitz. ausgestellt von der handelskammer an einem 2. dezember in den frühen 1950ern. auf dem weg zum klo hab ich die urkunde entdeckt und diskret für die welt festgehalten:

Samstag, 20. August 2011

schwankungsbreite

wenn etwas gewiss ist in meinem leben, dann sind es gewichtschwankungen. in den ersten zwanzig erwachsenenjahren konnten das mehr als dreißig kilo sein. mittlerweile ist es vielleicht noch die hälfte - ich erreiche nicht mehr die untergrenze, weil meine verliebungen nicht lange genug dauern, und nach oben machen meine gelenke nicht mehr mit. also schwanke ich zwischen amtlichem normal- und übergewicht, mit eindeutigem hang zu letzterem.

mit bewegung abnehmen ist leider ein killer fürs knie. davon abgesehen, finde ich den - im vergleich zum kaloriengehalt in jedem bissen essen - geringen kalorienverbrauch extrem demotivierend. also bleibt bis zur erklechlichen gewichtsabsenkung und damit entlastung des bewegungapparats nur die entsprechende ernährungsumstellung - askesemodus.

was ich aus meiner erfahrung nicht bestätigen kann, ist der geheimnisumwitterte jojo-effekt oder das gerücht, dass abnehmen mit dem alter schwieriger wird. ich nehme zu, wenn ich hemmungslos schlemme, und ich nehme ab, wenn ich weniger esse. und eben askese walten lasse, indem ich zucker- und fettkonsum sehr runterfahre und alkohol weglasse.

aber das um und auf ist die motivation. und die heißt bei mir jetzt befreites knie. ich hoffe sehr, das reicht aus.

Montag, 15. August 2011

schwach

heute ist es genau ein halbes jahr her, seit mein vater gestorben ist. es ist mir vor allem deshalb aufgefallen, weil ich gestern unbändigen hunger nach süßem hatte und mich heute schrecklich schwach fühlte. diese kombination kenne ich jetzt schon: es ist kurz bevor der verlustschmerz heftig aufwallt.

der schmerz wird nicht geringer. aber er kommt seltener. er lässt sich durch nichts relativieren und ich kann mich auch nicht davon ablenken. nach einer zeit ist es vorbei. das letzte mal war es vor zwei monaten so heftig.

heute hat der himmel geweint, und ich auch.

Sonntag, 14. August 2011

bilderbuchsommersonntag

dieser vollmond gestern hat einen strahlenden, richtig heißen sommertag gebracht.

so ein mond geht überraschend schnell auf, habe ich festgestellt. heute habe ich die atemzüge gezählt - einundzwanzig, und er war heroben über der bergkuppe. ich atme langsam, zugegeben. mond schauen ist eben meditieren.

den steg hatte ich an diesem bilderbuchsommersonntag ganz für mich - ich fühlte mich wie eine fürstin. die anderen waren entweder mit abreise oder anreise oder ausflug zugange. herrlich.

ich reise mittwoch. mal sehen, ob nochmal schwimmen drin ist bis zu meiner abreise. vermutlich ja. im ganzen, in anbetracht des unsommerwetters, gab es aber nur drei tage, an denen schwimmen gar nicht ging. andrerseits nur zwei echte sommertage, soll heißen, dass man abends noch draussen sitzen konnte ohne pelzjacke.

Samstag, 13. August 2011

übergänge

das wechselhafte wetter hat auch seinen zauber - in den übergängen wachsen die regenbögen.

dieser hier war hinter meinem rücken, aber er hat dermaßen ausgestrahlt, dass ich plötzlich das gefühl hatte, ich muss mich umdrehen. und ich hab aufgeschrieen - noch nie hab ich so ein exemplar gesehen. das handy zoombild ist ein matter abklatsch. er war so breit und leuchtend gegen den gewitterdunklen hintergrund wie eine zwanzigspurige nächtliche autobahn in l.a.

in einem traum hat mir mal eine donnerstimme gesagt, mein aufrag wäre, die schönheit der schöpfung zu preisen. vielleicht sollt ich damit anfangen.

Mittwoch, 10. August 2011

ledig

die kuh yvonne ist eine ikone der selbstbestimmung, wie ich finde. bin gespannt, ob sie auf den angeblich unwiderstehlichen bullen reinfällt, den man nun auf sie ansetzt, um sie vor dem abschuss durch die polizei zu retten (sie könnte ja vom wald auf die straße gehen). vermutlich sollte sie sich fangen lassen um ihre freiheit zu bewahren, denn dann landet sie am gnadenhof gut aiderbichl. ist sicher viel netter als beim fleischhacker, dem sie ausgebüchst ist, klugerweise.

keep going, yvonne und bleib von der straße weg!

durch diese geschichte ist mir wieder eingefallen, wie ich den begriff ledig lieben gelernt habe:

eine freundin hat erzählt, dass man in ihrer mühlviertler heimat sagte: die kua is ledig gangen, wenn eine wie nun offenbar yvonne ihrem verbrauchsorientierten kuhschicksal in den wald entwich.

geparkt

meine sorge, das auto würde meine ruhe im urlaub untergraben, war ganz unbegründet. seit ich hier angekommen bin, steht es in der einfahrt, an die hecke zum park des nachbaranwesens geschmiegt. die letzten schechtwettertage, wie vorherzusehen war,  ganz alleine - alle anderen gäste sind on the road - eurotherme bad ischl vermutlich.

vielleicht wäre ich auch in versuchung, wenn ich nur ein zimmer hätte und nicht mein cozy kleines appartement unterm dach.


morgen allerdings machen wir uns auf den weg zu meiner schwester nach golling. auf kürzestem weg, das heißt durch das hübsche und kurvenreiche wiestal. da kann ich dann wieder üben, mit diesem auto bergab um die kurve zu reisen. es macht mich immer noch nervös, dass ich mit der automatik nicht runterschalten kann, nur bremsen. in diesen kurvensituationen merke ich ausserdem, dass dies das auto ist, dessen prototyp den elchtest nicht bestanden hatte.

heuer besuche ich meine schwester, weil ich nun ja selber ein auto habe. bisher ist immer sie hierher zum ferienbesuch gekommen. ich liefere ihr dabei meinen orientteppich als dauerleihgabe. ich habe teppichmäßig zu meinem eigenen erstaunen auf einen grünen punkt und ein pinkes quadrat von ikea umgestellt.

Dienstag, 9. August 2011

sonnenfensterchen

soeben habe ich ein sonnenfensterchen genützt um milch, obst und käse nachzuladen im kleinen supermarkt mitten im ort. der ist erstaunlich wohl sortiert und wird offenbar sogar von ortsansässigen, die anschreiben lassen dürfen - wo gibts den sowas noch? - gerne frequentiert.

auf dem weg dorthin ist mir eingefallen, dass ich mir ja eine massage im weißen rössl holen könnte. ich wähle stwo massage in meinem handy. eine junge quietschvergnügte stimme meldet sich mit einer unverständlichen ansage. ich frage, ob ich richtig bin bei der massage. ja, sagt sie. fein, sag ich, wann kann ich einen termin haben heute oder morgen - rücken?


leider, sagt sie, geht nicht. sie sei nur das
lehrmädchen, sie dürfe nicht. die masseurin
hingegen sei seit wochen krank (die war mir ohnehin letztes jahr nicht sympathisch). ich sage, was dürfen sie denn? nix, sagt sie. ich: nicht mal füße? ah ja, ruft sie, das darf ich: zehn minuten packung, zehn massage. na sehen sie, sag ich. wann kann ich kommen?  um halb drei. was kostet es? vierzehn euro. geht doch. ich bin gespannt auf das vergnügte fräulein.

das sonnenfensterchen hat sich mittlerweile ganz aufgetan - was für eine angnehme überraschung. ab auf den steg - und vielleicht in den see.



Montag, 8. August 2011

cozy

es gibt eine zeitschrift, die heißt living at home. der titel könnte für meinen lieblingsseinszustand erfunden worden sein. soweit ich mich erinnern kann, hab ich allerdings nie ein exemplar der  druckschrift erstanden in den bahnhofsbuchhandlungen, in denen ich sie durchgeblättert  habe.

das weiße rechts oben ist der schnürlregen

bei dem schnürlregen heute macht sich meine gemütliche bleibe sehr bezahlt. hier kann ich gut daheim sein.

die großbürgerliche bis aristokratische angewohnheit der sommerfrische hatte ja in meiner kindheit bereits den weg in die unteren ränge der gesellschaft gefunden. wir hatten eine kleine wohnung im mühlviertel bei einem kleinhäusler und nebenerwerbsbauern im ausgebauten ersten stock. mitsamt dem reisevogelkäfig, den mein vater für meinen kanari carrotti falotti gebaut hatte, und mit dem halben hausstand im sommer aufs land. reines glück durchflutet mich bei der erinnerung an endlose tage in wald, feld und bach. und bei regen eben drin in der gemütlichen stube.

ich bin sehr froh, dass ich dieses kinderglück verlässlich wiederherstellen kann, es ist ein jungbrunnen. die zutaten, die es braucht, haben sich im weiteren verlauf meines lebens noch ein wenig angereichert:

eine alte villa, wie hier, solls sein, seit ich ab zwölf den einen oder andren jungmädchensommer in einer solchen bei einer freundin verlebt habe. da es ihr familiensitz war, haben wir die regentage am dachboden verbracht, alte gewänder angezogen und jahrgänge der gartenlaube verschlungen.

später die sommer au pair in den französischen schlössern haben noch eine vorliebe für gemütliche mansarden mit sich gebracht.

man kann sich leicht vorstellen, dass frau noschoko unterm giebel oben residiert

dann die vielen vielen sommer am see in kärnten. also soll ein see dabei sein.

alles hab ich hier: wald bach see villa mansarde, reines cozytum. glück pur.  heute wird der zweite tag in diesem urlaub sein, an dem ich nicht schwimmen geh. gestern vormittag, vor dem großen regen gings noch wunderbar.

Freitag, 5. August 2011

balkon

hier habe ich einen recht geräumigen wettersicheren morgensonnenbalkon, der sich auch für regentage eignet, wenn die nicht zu kalt sind. also heuer nicht, denn es wird immer gleich richtig kalt.

nach dem schwimmen heute vormittag und aufwärmen am sonnigen steg, sitze ich nun wieder hier (der nächste regen kommt erst nachts, angeblich) und erlebe die vöglein in der linde, die fernen wanderer am berg, die schifffahrt auf dem seestück, das ich von hier sehe, das pfeifen der schafbergbahn hinter den bäumen.


soeben ist ein sehr hübsches silbernes altcabrio zugeflogen. es parkt unten bei hecke. offen. unversperrt. die schweinslederne innenausstattung ungeschützt. der fahrer vertraut wohl auf das gute im menschen, und auf den wetterbericht. und man muss sagen, der stimmt auch ziemlich genau bis jetzt.

stunden später, die sonne ist längst hinter den wolken verschwunden:

der besitzer ist doch nicht ganz so cool, jetzt hat das cabrio sein häubchen auf.

Donnerstag, 4. August 2011

regentag

zwei bücher und einen regentag weiter im urlaub am see. meine schweigekur schlägt herrlich an. jetzt tanzen noch geschwinde die abendsonnenmännchen über die berge.

gestern, als ich versonnen auf den regen im see blickte beim warten auf mein abendgulasch, hab ich eine kleine spinne bemerkt, die ungerührt ihr netz zwischen zwei blättern vom wilden wein vor dem fenster gewebt hat. sie hat sich so eine arbeit gemacht - die ganze zeit, die ich dort war, fast eine stunde. und dann war sie noch nicht fertig. jedenfalls dachte ich mir, das täte die sich nicht an, wenn echter dauerregen käme.

die bücher waren:

das schmale bändchen das wird mir alles nie passieren... von marlene streeruwitz, das sie als crossmedia-projekt auf ihrer homepage weitergesponnen hat. ich glaube es sollten auch die leserInnen dabei mittun. ich bin nicht sicher, inwieweit das geklappt hat. jedenfalls ist mir dadurch wieder eingefallen, dass ich manchmal davon träume, einen endlosen roman im internet zu schreiben, weil die möglichkeiten, jeder figur und jedem strang in varianten nachzugehen, mir so verlockend erscheinen. allerdings fürchte ich, dass ich davon nicht leben könnte. na, vielleicht mach ichs, wenn ich so alt bin, dass mich das nicht mehr schreckt.

dann von thomas glavinic das leben der wünsche, mit dem aufkleber bestseller, was mich nicht wundert. die geschichte ist gut konstruiert. geschrieben, so dass man nicht denken muss, aber kann. offenbar deutsch lektoriert. oder der autor hat sich schon in selbstzensur jeglicher austriacismen enthalten und für den deutschen markt geschrieben. fand ich ein bissl schade. der ton ist schon recht glatt dadurch.

ja, toller urlaub bisher.

Mittwoch, 3. August 2011

inkognito


mit divenhafter sonnenbrille und unsäglichem antisonnenstichhütchen wahre ich meine privatsphäre am steg. der see ist herrlich und die wassertemperatur steigt mit jedem regenfreien sonnentag - deren heute der letzte ist für einige zeit, wenn ich den vorhersagen trauen darf.

ich liebe die alten liegestühle am steg, obgleich sie höchste konzentration beim niederlassen und aufstehen verlangen, da sie sonst gern unter ihren besitzerInnen zusammenklappen, was nur für die anderen sehr lustig aussieht. slap stick mit schmerzhaften folgen. überhaupt liebe ich die holzstege, die hier üblich sind. es gibt nichts besseres als nach einem kühlen schwumm auf dem heißen holz rücklings oder bäuchlings abzutropfen.

auch der geruch von heißem holz in der badhütte beim umkleiden, die finsternis, die durch die dünnen sonnenstege erhellt wird, die durch die ritzen der hüttenwand entstehen - herrlich ewig sommerfrischer paradieszauber.

Dienstag, 2. August 2011

schweigen

gerade mal der dritte tag und das schweigen entfaltet seine wundersame wirkung. alles wird langsam und klar. die freundlichen berliner am steg haben verstanden, dass ich - noch - nicht konversieren kann. jedenfalls nichts was über grüßen, bitte und danke sagen hinausgeht. evtl noch eine bemerkung zum wetter und zur temperatur des sees.

heute hab ich schon vergessen, das handy mitzunehmen. was für eine köstliche freiheit.

auf kostspieligen umwegen habe ich dieses foto vom ersten abendbesuch am see ins netz gebracht, das meine aufsteigende ruhe gut darstellt:


das erste buch ist ausgelesen - der sommer ohne männer von siri hustvedt. war gut zu lesen. dennoch bin ich einigermaßen befremdet, welch  symbiotische ehen meine amerikanischen lieblingsautorinnen offenbar sehr gut kennen. bei j.c.oates hat das buch über ihre witwenschaft nach raymond smith diese tatsächliche gegebenheit eröffnet. bei s. hustvedt befürchte ich was ähnliches betreffs herrn auster. aber wer weiß, vielleicht bin ich nur auf die ich-erzählerin hereingefallen. jedenfalls  verlieren beide, jco und die heldin von  s. hustvedt über der tatsache, nach  einigen jahrzehnten ehe plötzlich ohne mann dazustehen, vorübergehend den verstand.

ich hingegen gehe zum nächsten buch über. alles muss frau ja nicht selbst erleben, glücklicherweise.

Montag, 1. August 2011

seefreuden

heute war ich schon schwimmen. das gütige wettergeschehen gibt nun angeblich drei tage sonne her. das wasser ist herrlich. angesichts der regenmassen ziemlich frisch. das schreckt mich nicht. aber viele andere. das bedeutet, frau hat den see meist ganz für sich.

ärgern tu ich mich über mein netbook, ich kann keine bilder mehr hochladen. ich hatte zwar gleich mal ein solch praktisches kleines maschinchen, kaum dass es das gab. aber jetzt ist es halt alt (dreieinhalb jahre, biblisch), wird immer langsamer und kann allerhand nimmer. ich fürchte, ich kaufe im affekt ein neues, wenn sich mir eins zeigt.

tut mir sehr leid, dass ich die hübschen fotos nun nicht posten kann. zur erinnerung: hier, und hier zum beispiel.

Samstag, 23. Juli 2011

jubiläum

mein blogleben jährt sich heute zum ersten mal. es findet mich, gewärmt von gusti, in erwartung der wochen, in denen die zeit nicht in einzelne stunden getaktet sein wird, sondern von ereignisinsel zu ereignisinsel hin hoffentlich recht träge fließt.

das wetter ist mir nicht unrecht, obwohl es nicht oft zu regnen braucht. und sooo kalt wie die letzten tage muss es auch nicht sein. ich hätt gern klassisches sommerfrischewetter, bei dem alles dabei ist, mit überhang von badewetter - was bei meinem temperaturempfinden zu wasser und zu lande bald einmal der fall ist. es heißt nur, dass ich wenigstens am morgen schwimmen kann, der see über 18 grad hat und ich den rest des tages zeit hab, mich wieder zu erwärmen. der eine oder andre heiße sonnentag ist natürlich auch okay.

sommergefühl: rosige rosen, alte rosen, duftende rosen

ich habe jede menge bücher, leichte romane über lose frauen, und die eine oder andre theoretische abhandlung, nach der ab einem gewissen zeitpunkt mein geist verlangen wird. kurz habe ich drüber nachgedacht, ob ich im zuge meiner technischen aufrüstung auch noch einen e-book reader anschaffen soll. dann war ich dagegen. das kann noch warten. zumal ich jetzt, dank des autos, keine gewichtsbeschränkung beim packen habe. ich hab die bücher in der hand schon noch lieber, als so ein tablett.

das netbook wird mich bloggen lassen, aber vermutlich sich wieder zieren, wenn ich bei euch kommentieren will. mal sehen. aber wisset: ich lese immer, immer bei euch mit! das kann ich nach diesem jahr in der blogosphäre schon sagen. das schreiben hängt mit meinen ressourcen zusammen und fällt in dichten zeiten weg. aber mitlesen bei euch bleibt. es ist selber eine ressource. danke!

Freitag, 22. Juli 2011

ferien

heut ist mein letzter arbeitstag in der praxis. was immer ich nun bis ende august tue, es sind keine termine mit klientInnen. so eine unterbrechung in der beratungsarbeit brauche ich für mich und die qualität der arbeit mit menschen.

noch eine gute woche entfernt: sankt wolfgang im salzkammergut
die ferienzeit ist nur grob strukturiert - besuch bei mutter und freundinnen, zweieinhalb wochen am see. dort schau ich solang in die luft und red mit niemandem, bis mir richtig fad ist. dann beginnt sich sehnsucht nach besuch von freundinnen zu erheben. so nach acht bis zehn tagen normalerweise. mal sehen wie es diesmal wird.

heuer bin ich auch das erste mal mit auto im urlaub. ich hoffe sehr, dass das die erholungsqualität mehr steigert als einschränkt. nicht, dass ich dort auch auf die idee komm, freitag nachmittag zu ikea nach salzburg zu stauen. oder bei jedem wölkchen am himmel, so wie alle anderen, in ausflugsfieber auszubrechen.

Mittwoch, 20. Juli 2011

einblick

der siebte bezirk in wien ist ja ein grüner bezirk. jedenfalls politisch. soviel ich weiß, gibt es sonst nirgends auf der welt absolute mehrheiten der grünen. ansonsten ist scheinbar wenig grün im siebten.

aber andererseits gibt es hier die größte geschlossene grünoase in einem block, nämlich innen: hier der einblick ins paradies zwischen burggasse und siebensterngasse:


ach, ich lebe so gerne hier und gehe durch die vertrauten gassen und sehe die vertrauten leute, auch alle dreißig jahre älter geworden und noch wiederzuerkennen. d.h., die andren, die nicht wiederzuerkennen sind, übersieht man ja einfach.

Samstag, 16. Juli 2011

mainstream

was ich befürchtet habe, tritt ein: seit ich das auto habe, ziehen mich die massenströme plötzlich mit.

gestern habe ich doch tatsächlich spontan den entschluss gefasst - nachdem ich den alten röhrenfernseher, der noch blendend geht, der jedoch ein rechtes trumm ist, zum mistplatz gefahren hab (es will so ein ding ja nicht mal mehr das obdachlosenheim geschenkt) - vielmehr hat der entschluss mich erfasst, nachdem der fesche müllmann sehr ritterlich war und ich mich sehr weiblich und attraktiv gefühlt habe, also vielleicht hat das sogar was miteinander zu tun, will mir jetzt in den sinn.

kurz gesagt, ich fuhr beschwingt vom müllplatz ab und fand mich plötzlich von der idee bezaubert, an einem freitag nachmittag! - nun doch gleich noch zur südlichen shopping city ins skandinavische möbelhaus zu reisen um weitere behältnisse der ordnung zu erstehen.

ich habe jetzt ja, in einer technischen aufrüstungswelle, die mir auch eine pixie kaffeemaschine und einen flachen fernseher beschert hat, ein navi erstanden. dieses gerät macht gerne ernsthafte versuche, mich auf der autobahn mit der dringenden aufforderung: jetzt wenden! in lebensgefahr zu bringen. ich leiste widerstand. die stimme ist weiblich. ich hätte gern einen mann, denn ich hab schon schuldgefühle, weil ich die frau dauernd mit herablassenden kommentaren bedenke. schuldgefühle hätt ich beim schimpfen mit einer männerstimme sicher nicht, da doch die programmierung sicher von männern gemacht wurde. und wenn ich vom navi erzähl, sag ich jetzt dauernd: sie. ist doch ungerecht. sie ist ja, wie eine freundin sagt, quasi nur das fräulein vom amt.

naja, heute ist der tag der abschweifung. eigentlich will ich nur vom autobedingten verfall meiner ökologischen, antizyklischen, regional orientierten verkehrs- und einkaufssitten zugunsten des mainstream berichten.

ich habe also, wie alle anderen wienerinnen und wiener, der tollen idee gehorcht, am freitag gegen vier in die scs zu reisen, allein im auto. das ergebnis? stau. was sonst. die neue erfahrung: stau mit klimaanlage geht doch. ich fürchte die schlimmsten rekonditionierungen, die mich zur neoverbrecherin im klimawandel machen werden. jetzt hab ich bis fast sechzig - mit einer kurzen unterbrechung in den siebziger jahren - ein leben praktisch ohne ökologischen fußabdruck geführt.

und nun das.

Freitag, 15. Juli 2011

betreten

ein kleines gemischtes gefühl ist mir geblieben vom vorfall mit dem betreten werden ohne unterhose. ich finde das altertümliche "betreten werden" für ertappt werden so toll in diesem fall, denn ich war tatsächlich einigermaßen betreten.

die mischung war folgende:

peinlich, denn so schön bin ich nun auch wieder nicht. ich überlege jahr für jahr, ob ich mich überhaupt noch im badeanzug zeigen soll. eigentlich lieber gleich ganz nackt. aber ohne unterhose, nur mit einem sehr zweckmäßigen bh, das ist doch das letzte.

nicht, dass ich probleme hätte mich in damenumkleiden auszuziehen, ich hab nicht mal probleme mit fkk. dort schon gar nicht, wie jede weiß, die es probiert hat. das problem war der bh. ich werde fortan immer, immer! - den bh zuerst ablegen. das ist doch wesentlich anmutiger: betreten werden, während frau als letztes aus der unterhose steigt und damit ganz nackt ist.

die zweite ingredienzie in dem gemischten gefühl war: freude.

freude darüber, dass ich eine so öffentliche person geworden bin, dass ich erkannt werde. diese freude spür ich auch, wenn mich jemand in der u-bahn oder in einem lokal, oder allwo grüßt, weil sie mich von irgendeiner gelegenheit her kennen. oft weiß ich, woher. inzwischen oft aber auch nicht. und zwar nicht, weil ich schon so vergesslich bin, sondern weil ich immer öfter mit größerem publikum zu tun habe.

ich freu mich darüber, dass ich einfluss gewinne, wenn auch in noch so homöopathischen dosen, auf den lauf der welt. die leute, die mich ansprechen, sind entweder sehr inspiriert oder sehr irritiert. jedenfalls haben sie sich was von dem gemerkt, was ich erzählt habe. und sie verändern ihren blick auf die welt, vielleicht sogar ihr handeln. ist doch toll. ich freu mich.

und: sooo oft kommt es ja auch wieder nicht vor.

Donnerstag, 14. Juli 2011

scharfsicht

ich hab heut nach vielen jahren wieder mal kontaktlinsen drin, die meine geliebte kurzsichtigkeit ausschalten. und wieder ist die scharfsicht ein schock. z.b. sehe ich mich mit meiner gütigen kurzsichtigkeit im spiegel ja immer weichgezeichnet und altere daher im eigenen auge praktisch nicht. was für ein heiterer selbstbetrug. ich hatte vergessen, dass das die heftigste erfahrung mit den linsen ist: mich selber im spiegel ganz klar zu sehen.

aufs erste ein schock. namentlich bei badezimmerbeleuchtung mit einer unsäglichen neonröhre. auf den zweiten blick, bei tageslicht betrachtet, bin ich nimmer so erschrocken. eigentlich im gegenteil ganz zufrieden mit meinen augenringen, die nicht sehr arg sind, aber sonst halt doch gnädig vom unteren brillenrand camoufliert werden.

was mir seit jahren auffällt: obwohl ich alte/ältere gesichter liebe und auch das altern von frauen schön finde - jedenfalls viel schöner als die verzweiflung in den segnungen von botox, schnipsel & co - ertappe ich mich dabei, mit einer gewissen befriedigung festzustellen, dass die leute, die ich schon lang kenne, auch nicht jünger werden. und obwohl ich mich selber nie in schönheitswettbewerbe gesetzt habe mit anderen, freue ich mich heimlich drüber, wenn ich nach meinem dafürhalten die hübscheren falten habe und mein augenringe mit mehr anmut trage, als so manche, die mit mir älter werden.

soll ich mich schämen?

Mittwoch, 13. Juli 2011

frisch

wie kann eine am heißesten tag sich abends so frisch fühlen? sie taucht ein in die kühlen fluten der vöslauer thermalquelle:
bildquelle
in gesellschaft der rebellin auf abwegen bin ich endlich dem dreißig jahre alten projekt nachgekommen, in diesen dunkelgrünen fluten zu träumen. das auto machts möglich. wunderbar. das wirds noch öfter geben.

das berühmte vöslauer wasser kommt mit 21 grad ins große steinbecken gesprudelt. und es blieb selbst an einem tag wie heute angenehm kühl und frisch. so leer wie auf den bildern wars heut natürlich nicht. aber es waren ruhige gäste, die die große anlage ebenfalls eher still und entspannt genossen haben.

mein eingangserlebnis zum ort meiner träume bestand darin, dass, als ich bei den damenkästchen grad aus der unterhose stieg, eine frau sagte: frau dr. n..!? oschoko? ergänzte ich einigermaßen erstaunt. ja! rief sie, ich kenn sie von einem vortrag. wie haben sie mich erkannt in diesem aufzug (orthopädischer bh und eben keine unterhose mehr an)? an der stimme, sagt sie. ich bin baff. seine eigene stimme hört man selber ja immer mit gemischten gefühlen. jedenfalls hab ich nicht näher nachgefragt, als sie das organ als unverwechselbar bezeichnete.

vöslauer thermalbad, mon amour.

Dienstag, 12. Juli 2011

sommer



richtiges sommer feeling derzeit bei  mir. diese woche nicht soviel arbeitstermine. viel selbstsorge - zur augenärztin, zur massage, dazwischen an diesem kühlen ort - pavillon im volksgarten, ein sogenanntes appetitbrot verzehrt. jetzt freundinnen treffen. schön!

Donnerstag, 7. Juli 2011

verschwunden

oh weh, christina von "strukturiert und überlegt" hat ihren blog geschlossen.

christina, ich hoffe, du liest hier noch mit. drum frag ich mal: führst du den blog jetzt für geladene gäste weiter oder hörst du gleich ganz auf damit? falls du weitertust, lad mich doch ein! ich hab immer gern mitgelesen und deine kochempfehlungen haben mich oft inspiriert.

überhaupt würde mich interessieren, was für erfahrungen ihr schon mit ungebetenen gästen in blogs gemacht habt und ob und wie sich das lösen ließ.

Sonntag, 3. Juli 2011

schmerzen

seit geraumen wochen plagen mich undefinierbare oberarmschmerzen. besonders, wenn ich den arm strecken muss. komisch. ich erzähle dem masseur von dieser neuen alterserscheinung. er meint: machen sie irgendwas, was sie früher nicht gemacht haben? ich sage: nein.

im zuge der entspannung, - ich lieg ja auf dem bauch und blicke durch ein loch im tisch auf den parkettboden und auf die gepflegten riesenzehen des mannes in schönen irgendwie italienisch-orientalischen männerschlapfen -, höre ich mich sagen: auto fahren.

aha, sagt er, da haben wirs ja - das lenkrad ist zu hoch oder der sitz zu tief für sie, oder beides.

der sitz passt. das lenkrad ist zu hoch gewesen. seit ich es in die niedrigste position gebracht habe, ist natürlich das fahren noch angenehmer.

jetzt arbeite ich dran, die nachwehen aus den oberarmen weg zu trainieren. mit gewichtheben. gegen solche schmerzen hilft bekanntlich nur aktive stärkung der betroffenen partien. wenigstens geh ich wieder zu kieser. das tut mir sowieso wohl. leider verfallen solche guten gewohnheiten in dichten zeiten immer.

Mittwoch, 29. Juni 2011

gesichter

ich brauche wohl nicht hinzuschreiben, wessen hausflur hier zu sehen ist.
diese traurige gestalt wohnt jedenfalls rechts im wunderhübschen hof.

Montag, 27. Juni 2011

funkstille

wie ich merke, dauert meine funkstille nun schon geraume zeit. und in solchem falle muss ich immer achten, dass ich nicht ganz aus der welt falle. so gehts mir anscheinend nicht nur mit dem telefon, an das ich nach einem tag abstinenz nur mehr widerwillig bis gar nicht rangehe, sondern auch beim bloggen. ich lese zwar weiterhin mit bei den anderen und bin total dankbar, dass ihr weiterschreibt, während ich in schweigen versinke. aber ich? komm scheinbar einfach nicht dazu.

gut, es gab auch allerhand zu tun in der zwischenzeit. hier ein paar bilder, die ich für den blog aufnahm, um dann nie zu posten...


besuch bei einem unglaublichen kater...
schneckenpost im gartenparadies - ein steiler aufstieg


blick in den hof beim masseur...
erste kostbare kirschen bei der freundin, zwei tage bevor das baby kam...

blick über linz vom wissensturm...
abkühlung in der michaelerkirche vor der massage...
achtung, kunst! im hof beim masseur

Donnerstag, 2. Juni 2011

lieblingsblumen

ich bin wieder house- & gardensitterin im schönen grinzing. und diesmal zu meiner allergrößten freude zur zeit der pfingstrosen.

ich liebe diese blumen. im garten wie in der vase. den duft, das aussehen, die entwicklung von der knospe zur blüte bis zum ableben, das laub. einfach alles.

ich schwelge und das ganze haus und auch mein arbeitszimmer bei mir duften.