Montag, 6. Dezember 2010

schrittweise

der countdown läuft. heute gibt es zwei weitere deutliche schritte ins neue leben in der alten heimat:

aus dem tiefen keller in der innenstadt wird die magistratsabteilung 8 die beiden bücherkisten mit der literatur zu meiner dissertation - vornehmlich geschichte der arbeiterbewegung - hochstemmen und im wiener stadt- und landesarchiv ablagern. es tut mir schon leid drum. als ich die riesenkiste in zwei tragbare umgepackt habe, da unten neben der michaelergruft, musste ich mich sehr zurückhalten, nicht gleich wieder zu blättern zu beginnen. andererseits: seit 1992 liegen die bücher unberührt rum... also was jetzt? kathrin passigs artikel, den die kaltmamsell dankenswerterweise verlinkt hat, spricht mir aus der seele. dann doch lieber der öffentlichkeit und der forschung zur verfügung stellen. die ma 8 hat gewonnen, weil der verein für geschichte der arbeiterbewegung leider keine transportmöglichkeiten hatte und ich mich außerstande sah, das selber zu übernehmen. huch, ich muss weg. tbc...

stunden später:

schritt 1 ist pünktlichst vollzogen worden. zwei frauen und ein mann vom magistrat sind in den keller abgestiegen, waren beeindruckt - wie alle leute, die zum ersten mal so einen tiefen, alten, bombenfesten keller betreten -, haben die zwei bücherkisten geschnappt und waren weg. alles auf die minute pünktlich.

die wunderbare verlässlichkeit der wiener stadtverwaltung (wenigstens, was alle dienstleistungen für die bürgerInnen - müll, öffis, strom/gasversorgung/fernheizung, was man halt zum leben braucht) wird vermutlich solange anhalten, solange die vielgescholtenen sozialdemokraten ihr rotes wien halbwegs dominant bewirtschaften dürfen. die erste tat einer konservativen stadtregierung würde vermutlich, wie auch im bund geschehen, die privatisierung der besten einheiten sein. daher: aus bequemlichkeitsgründen hätte ich gern ein langes leben unter linearer fortführung dieser für die lebensqualität so wichtigen angebote aus dem selbstverständnis der alten roten. und damit genug mit der geschichte der arbeiterbewegung.

jetzt zu schritt zwei, der unmittelbar bevorsteht: das freundliche möbelhaus aus schweden wird männer an meine tür schicken - ab zwischen 13 und 14 uhr, versprochen, - die die regalwand aufbauen werden, die in wunderbaren pappkartons seit einer woche mein entree verstellt. ich bin neugierig, gespannt, ein wenig aufgeregt sogar, ob mir stolmen dann in meinem schlafzimmer so gut gefallen wird, wie ich mir das ausgemalt habe.

sollte es mir nicht so gut gefallen, wird der vorhang davor schneller spruchreif.

eine folge aber wird jedenfalls eine deutliche verringerung der kisteburg sein - juche. dabei konnte ich jetzt schon so gut leben ohne all den kram... tja, mal sehen, ich werde sicher eine zweite runde ausmustern anhängen.

1 Kommentar:

  1. ganz richtig - du hast ja zugang zu deiner Arbeit. Es ist wie cloud computing, die Dissertaion schwebt jetzt irgendwo herum im intellektuellen Raum.
    und dass die blaugelben Männer Regale zusammen bauen ist ja eine revolutionäre Mitteilung!

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