Mittwoch, 8. Dezember 2010

nachwirkungen

so, die kistenburg ist wieder zurückgeschafft und verdeckt weite teile des regals - bis auf die oberen drei etagen. ich habe es jetzt schon sehr lieb gewonnen und weiß, dass es genau das ist, was ich mir vorgestellt habe - besonders, wenn es dann auch noch in der wand, und nicht nur an der decke, angedübelt sein wird.

ikea hat heute angerufen und mir die übersendung der rechnungskopie angekündigt. das original, das die spedition mitbrachte, ist praktisch unsichtbar (nadeldrucker ohne tinte?) und damit unkopierbar. ich will es aber der versicherung einreichen, die mir vom einbruch weihnachten 2008 noch geld überweisen will zur wiederherstellung meiner lebensgrundlagen.

dieser ikea-anruf einer sanften jungen dame an mariae empfängnis hat mich dermaßen enthusiasmiert, dass ich - vermutlich auch unter der belebenden nachwirkung der testosterongeschwängerten luft in meinem schlafzimmer - beschlossen habe, wieder mal bei upc nachzufragen, wie es denn nun mit warten weitergehen soll. (der fernseher ist inzwischen in der ecke, wo "zur freien entnahme" draufsteht, gelandet. meine klientInnen aus dem sozialbereich werden da in der vorweihnachtszeit gewiss zugunsten ihrer eigenen wahrhaft bedürftigen klientel gern zugreifen.)

diesmal, und das führe ich auf die nachwirkung des androgens zurück, habe ich bei upc listig die weichen in richtung techniker gestellt, bei der wahl im vorfeld - "drücken sie die 2 für technische probleme". ein ausgesprochen freundlicher, praktischer mann - herr koschek, er lebe hoch! -, welcher auch noch schnell von begriff war, nahm sich meines falles an. am freitag kommen die techniker. ist das zu fassen? ich hatte dennoch reichlich gelegenheit, zu kreischen, denn um die sache fix zu machen, musste ich wieder an ein paar nichttechnikern entlang. aber ich habs genossen! kreischkreisch. kommt sicher vom testosterongewölke - so "weiblich" hab ich mich schon lang nimmer aufgeführt.

von diesem durchschlagenenden erfolg weiter angestachelt, hab ich auch in den unteren stockwerken mehrere junge männer aus ihren spätnachmittäglichen schlummern gerissen (bin, wie ich dadurch merke, praktisch von jungmänner-wgs umgeben), um endlich herauszufinden, wessen technobeats mir in wochenendnächten durch den kamin ins sonst so wunderstille schlafzimmer steigen. ich glaube, ich habe ihn gefunden... (bekam rote ohren bei der anfrage und sagte, er werde fortan nächtens die kopfhörer bemühen)

all diese erlebnisse wurden von sms begleitet, die ich mit einem anderen jungen mann gelegentlich tausche. aber das ist eine andere geschichte. dieser jedenfalls ist tontechniker und ich hatte mich vor der recherche im haus per sms briefen lassen, was man tun könne, um den schall aus meinem kamin zu bekommen (diese info gab ich dem rotohrhasen auch der vollständigkeit halber weiter).

dass sich aber der tontechniker jetzt wieder gemeldet hat, führ ich allerdings auch auf die männermoleküle zurück, die mich seit vorgestern im schlaf umschweben, und die vielleicht für immer in den gewinden des schönen weißen regals hausen werden. ich habe die erfahrung gemacht, dass männer auf männermoleküle sehr stark reagieren, auch wenn sie nichts davon wissen, gar nicht in der nähe sind und es sie überhaupt nichts angeht, sichten sie dann gleich das revier. ich schwörs. aber das sind noch andere geschichten.

jemand hat das vier meter hohe zwei cm dicke glas unserer haustür eingetreten. vermutlich testosteron mit adrenalin wg. schlüssel vergessen oder so...

Kommentare:

  1. ich glaube die wohngegend liegt dir wirklich sehr, nicht nur wegen der testosteronüberschwemmung. viel besser als der kohlmarkt - dieses museale touristen- und geldviertel. ich denke, wenn frau in so einer sehenswürdigen gegend wohnt, fühlt sich das immer ein wenig wie zur grundausstattung gehörig an. ich war vor einigen monaten in einer wohnung in der hofburg mit blick auf den ??platz. fühlt sich völlig absurd an, umgeben von all diesen geschichtsträchtigen gespenstern.
    lg in den abend
    ingrid

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  2. Also langsam wirds vielleicht genug mit dem Männerberg? Ich wünsch dir noch mehr sanfte Frauenstimmen. Jedenfalls klingt alles berauschend. Wie heißt denn dein Regal, damit ichs mir anschauen kann?

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  3. @ waldviertelleben:
    warst du bei der witwe von einem komponisten? ich fand sie eine der wenigen sehr erfreulichen erscheinungen in der gasse kohlmarkt, der die zeit anscheinend nichts anhaben kann! hab sie unbekannterweise immer erfreut begrüßt und sie zurück. und du hast völlig recht, dass mir diese gegend hier besser liegt zum leben.
    lg ins waldzauberviertel

    @ilse:
    de facto lebe ich von und mit frauen(stimmen), üblicherweise. der männerberg überrascht mich selber :) das regalsystem heißt stolmen http://www.ikea.com/at/de/search/?query=stolmen&sorting=newest. hier ein schönes beispiel: http://www.stylebubble.co.uk/style_bubble/2010/06/dont-say-that-i-neglect-the-wise-words-you-throw-back-at-me-frequently-in-those-all-important-comment-boxes-many-moons-ago.html
    wann ziehst du um?
    lg nach münchen

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  4. ja, war witwe. ihre katzen starren auf die touristen, komponistentotenmasken liegen herum. die wohnung ist wunderschön, aber komplett irreal. da ist so viel vergangenheit, da bleibt kein raum zum leben.
    lg nach wien

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  5. ja, ganz schön gespenstisch. aber die witwe hält sich vielleicht gerad deshalb - jedenfalls von außen betrachtet - so gut, weil die zeit dort stillsteht und sie mit den anderen welten verkehrt?

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  6. liebe u!
    ich lese deine g'schichten mit riesiger freude, lachen und bewunderung!
    und deine neue wohnumgebung scheint ein echter gewinn zu sein. alles weitere mündlich.
    schneestürmige traunseegrüße, karin

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