Freitag, 31. Dezember 2010

silvester


was für nächte! 
dieses bild entstand auf meiner weihnachtstournee zu family&friends. ich verdanke das foto der klugen anleitung von schwemmholz, die man auf dem unteren bildern gut getarnt wahrnehmen kann. ich bin sehr stolz auf meine neu erworbenen künste an der kleinen kamera. auch meine schwester hat mir ein paar bedienungsgeheimnisse verraten. mein neujahrsvorsatz für 2011 lautet: 

mehr fotografieren, dann erst essen!

schloss orth am traunsee ...
mit weniger oder ...
mehr schwemmholz






Samstag, 25. Dezember 2010

christtagsfreuden

zu den christtagsfreuden gehört, den heiligabend gut überstanden zu haben, will heißen, ohne emotionale explosionen oder sonstige energetisch-technische pannen wg zu hoher allzu menschlicher spannung.

diesmal konnte ich die aufschaukelung zw frau mama u herrn papa im vorfeld des abendlichen - im übrigen absolut köstlichen - weihnachtsgulasch durch ein machtwort meinerseits beenden. ich bin selber immer noch verblüfft, dass das bei den eltern wirkt. es ist die stärkste umkehrung der rollen, die ich bemerke.

ich bin zeitlebens schon allergisch auf dieses typische destruktive aneinander vorbei redende paargezänke, das immer ein völlig fruchtloser machtkampf ist, von mir aus betrachtet. naja, vielleicht doch nicht so fruchtlos. schließlich hält die beziehung seit 64 jahren. solche rekorde werden mir erspart bleiben.

bescherung und gulaschdinner verliefen dann in bestem einvernehmen. der restliche abend beim fernsehen auch, da mein vater die meiste zeit schlief und nur einmal richtig aufwachte, um uns sekt zu kredenzen und mutters wunderbare kekse dazu zu genießen.

während der nacht hat sanftes schneerieseln eingesetzt, ich konnte verstehen, was die tiere miteinander redeten, die wilde jagd zog nach mitternacht vorbei, herab polternd durch den haselgraben, und am christtagsmorgen war alles neu und unschuldig weiß im umland. weihnachtszauber.

Freitag, 24. Dezember 2010

würstelsuppe

das aufputzen des christbaums war ganz friedlich und sehr erfolgreich. mutters optik reagiert noch gut auf glanz, weshalb sie wichtiges feedback über die verteilung silberner kugeln geben konnte.

jetzt macht sie grad die traditionelle heiligabendmittag würstelsuppe, eine leicht  eingebrannte kartoffelssuppe  mit  frankfurter oder debreziner würstelrädchen. der vorgeschmack von heilig abend seit gedenken. nach vielen jahren bekomm ich heute wieder das original, da ich den heiligabend mittag schon viele jahre nicht mehr bei den eltern erlebt habe.

meine versuche, die suppe nachzuempfinden gelingen zwar ganz gut, aber da ich nix einbrenne, schmeckts bei muttern doch anders. das entscheidende gewürz ist majoran.

vormittag war ich mit dem vater im urnenhain - ein romantischer waldfriedhof im linzer stadtteil urfahr, wo es noch ein kleines urnengrab einer schwester meiner mutter gibt.

so hab ich heute wieder viele kindheitserinnerungen aufgefrischt. die stimmung ist bislang allerdings viel friedlicher als  seinerzeit.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

baumaufputzen

fünfundfünfzig mal durfte ich also weihnachten feiern, bevor ich zum ersten mal einen christbaum aufputze. selber hab ich nie einen gemacht. und wenn ich wo - inkl im elternhaus - eingeladen war, gabs natürlich schon einen.

jetzt, da meine mutter durch ihre erblindung den ästhetischen überblick verliert und auch nicht mehr so sicher auf den beinen ist, hat sie sich endlich entschlossen, mir die aufgabe zu übertragen. aus diesem grunde hat sie auch gleich wieder einen größeren baum geordert, als sie sich die letzten jahre noch zugemutet hat.

so werd ich heute eingeweiht. noch sitz ich in wien, aber in einer stunde steig ich in den zug westwärts und dann, nach dem nachmittagskaffee, werde ich mich, unter der generalstabsmäßigen anleitung meiner werten mutter, ans baumschmücken machen. ein paar grundsätze hat sie gestern schon übers telefon verlauten lassen, z.b. die kleinen kugeln immer nach innen.

wir werden sehen, wie ich mich anstelle. mein gütiges schicksal hat mich ja mit wässriger durchlässigkeit ausgestattet. sie macht druck, ich gebe nach, und kaum hört der druck auf, hat sich bei mir nichts verändert. ein lebenslanges spiel, das sie immer noch fassungslos macht.

Dienstag, 21. Dezember 2010

handwerker

jetzt muss ich mal ein hohelied auf die handwerker singen, denen ich bisher in diesem haus begegnet bin: allesamt hochkompetente, freundliche herren.

das wohlgepflegte haus wird gerade im stiegenhaus neu ausgemalt (die meisten wiener stiegenhäuser sehen nicht mal nach den malern so fein aus, wie dieses hier schon davor). ich hatte vom versuch des kräftigen feinmechanikers, mein regal in der wand zu sichern, das eine oder andere verzweiflungsbohrloch, das meine weiße wand verunzierte. also ging ich raus zu den malern und fragte den, der gut deutsch spricht ("ich bin ein ungarischer mann"), ob er abhilfe leisten könne. ja, er komme dann.

das hat er auch getan und ruckzuck die paar löcher weggezaubert. die zehn euro aus dankbarkeit musste ich ihm mit einiger argumentationskunst (weihnachten, familie, kinder?) aufdrängen.

auch der mann, der fürs haus zuständig ist, entwickelt sich zum guten hausgeist: er montiert alles, wovor ich kapituliere (halte schlagbohren in den gelenken nimmer aus), repariert alles, macht alles passend, was nicht passt. ich fühle mich hier wirklich gut aufgehoben.

dasselbe gilt übrigens für den rauchfangkehrer und den thermenmann, deren bekanntschaft ich auch schon gemacht habe.

Montag, 20. Dezember 2010

elektropoststreik

der glückliche ausgang der upc-geschichte mit internet, tv, telefonübersiedlung ist leicht getrübt. bislang friktionsfrei gelungen ist folgendes:
  1. ich habe wieder fernsehen. gestern bei der "frau mit den fünf elefanten" auf 3sat zu lang aufgeblieben. hat sich aber gelohnt.
  2. chello-breitband beim internet macht alles internette deutlich leichter.
  3. meine mails kann ich erstaunlicherweise noch über das alte passwort abrufen.
was nun hängt, ist das versenden von mails. enthebt mich vor weihnachten natürlich auch der entsprechenden mailerei. ich hätte allerdings auch noch einiges zu beantworten fürs geschäft. das kann ich zur not über das webmail, das auch noch geht.

ansonsten habe ich bereits wieder eine callcenter-tournee über bratislava hinter mir, die während der warteschleife, in die mich die dortige dame legte, um alles zu klären, bei einer technischen firma in wien endete, die mit upc nichts zu tun hat. der techniker fand, ich hätte ihn angerufen. naja.

ich muss echt aufpassen, dass ich nicht wieder in rage gerate. nun habe ich alle mails gesichert, thunderbird de- und reinstalliert. jedoch ohne folgen für das versenden. kennt einfach das passwort nicht mehr. nur beim abrufen.

wer hilfe, trost oder rat weiß, ist sehr willkommen.

Samstag, 18. Dezember 2010

wintergenuss

folgende winterliche salatkomposition wollte sich heute abend in meiner küche manifestieren:

125 g chinakohl, relativ fein geschnitten (eher den grünen teil)
1 kl handvoll rosinen
1 mandarine, in scheiben geschnitten und dann die stückchen auseinander gezupft
50 g tofu in kleine stifte geschnitten
1 walnusskern grob gehackt

marinade bestehend aus
1 tl salz
2 tl apfelessig
1 el olivenöl
1 el mayonnaise
125 g yoghurt
1 tl currypulver scharf
1 tl curcuma
1 tl currypulver normal

cremig rühren und drüber gießen. sieht hübsch aus. leider habe ich vergessen, dass ich ja meine neue kamera habe - fiel mir erst danach ein, als ich fand, es war wirklich gut und sollte festgehalten werden.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

mondenschein


vor lauter freude konnte ich gefühlte sieben stunden lang nicht einschlafen im wunderstillen schlafgemach, denn im mondenschein blickte mir mein regal halb jungfräulich ins auge. da ich am montag bei hofer eine kleine canon erstanden habe, hab ich sie im finstern zur hand genommen und in die schwärze hinein geklickt. so sieht also mein regal aus, wenn ich es nachts vom bett aus im mondenschein leuchten sehe und es blitzt.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

daumenhalten

es hat geholfen. und wie! trotz newswertigem schneechaos kam der pfosten ganz entspannt um zehn, das nachmontageteam, bestehend aus einem älteren kräftigen feinmechaniker und einem noch jugendlichen trunkenbold (der aber so nüchtern war, dass er zitterte), traf um zehn minuten zu früh ein. eigentlich wollten sie eine stunde früher kommen. ich hatte aber wg der sozialarbeiterinnen das handy nicht an.

die beiden schraubten dann unter ähnlichen bemerkungen wie die anderen das halbe regal auseinander und dann mit neuem pfosten wieder zusammen. und der feinmechaniker brachte darüber hinaus auch noch die wohldurchdachte und liebevoll designte, nur etwas unpraktische wandbefestigung an den mittleren drei säulen an. weshalb er bei den äußeren nicht mehr wollte, hab ich gar nicht gefragt. sollte das regal nun mal kollabieren, wird es von den rändern her die arme zusammenschlagen und dann langsam nach vorne sinken. möge das ausbleiben, bzw. sich nur in meiner abwesenheit ereignen.

männermoleküle bleiben diesmal gar keine zurück. so kanns gehn.

Dienstag, 14. Dezember 2010

verrückt

morgen kommt also, wenn schnee und eis keinen strich durch die rechnung machen, der neue pfosten von ikea am vormittag, und gesondert, um 13 uhr, soll sich ein so genanntes nachmontageteam bei mir einstellen. bin schon gespannt. diesmal ist alles waghalsig auf die mittagspause in der praxis getimt. mal sehen...

verrückt habe ich soeben zum zweck der platzgewinnung die kistenburg in eine ecke des zimmers. sport. diesmal kann ich nicht in den rest der wohnung ausweichen damit, denn die praxis läuft daneben - sogar eine gruppe, zehn sozialarbeiterinnen, wird gerade in dem moment aufbrechen, wenn die ikeamontageleute pünktlich um 13 uhr in der tür stehen.

ach haltet die daumen über land, dass alles ruckzuck glatt gehe, bitteschön.

Sonntag, 12. Dezember 2010

dezibel

meinem abendlichen telefonat mit dem benachbarten swingerclub ging meine heimkunft im gefolge eines gepflegten pärchens mittleren alters voraus. beide flotten schritts und beschwingt, eine freudige aufregung umschwebte namentlich die gutgesträhnte und -geföhnte frau. beide trugen sporttaschen. schon an der ecke dachte ich mir, die wollen da hin. als sich dann der mann kurz vor der eingangstür noch flüchtig umsah, war ich sicher, und ich hatte auch recht. ich ging eine tür weiter und horchte, in der wohnung angekommen, am kamin. fröhliches stimmengemurmel aus der tiefe - übrigens gar nicht im keller, wie mir der einblick im vorbeigehn, beim zutritt des pärchens, festzustellen erlaubte.

ich blockierte also meine rufnummer und wählte. es läutete ein weilchen, dann ein aufgeräumter herr namens doleschal, freudiges stimmengewirr im hintergrund. ich frage interessiert, ob es manchmal party gäbe im club. kann schon sein, meint d. ich sage: haben sie auch disco? so techno und so? d. wird stutzig und sagt gleich mal dreist: nein, das gibts bei uns nicht (steht aber für fr u sa auf der homepage). aha, sag ich, komisch. ich hör das immer freitags und samstags zwischen halb elf und zwei durch den kamin. unmöglich, meint d., das muss ein nachbar sein. glauben sie? frag ich. ja, sicher, meint d. im brustton der überzeugung. na, da muss ich weiter recherchieren, sag ich. er, ja, das sind sicher nicht wir.
und verabschiedung.

ich hab mich kurz schlecht gefühlt, wegen erfolglosigkeit, bis ich mich fragte, was ich denn erwartet hatte. war ja klar, dass die keine roten ohren bekommen würden... also hab ich mich gefasst und mich kurz in den d. hineinversetzt. der hat ja auch einen job, bei dem er keine schwierigkeiten haben will. und wenn dann die funkstreife um mitternacht zwischen den nackten und den teilbekeleideten kleinbürgerlichen privatleuten steht, hat sein chef auch keine freud. also konzentrierte ich mich auf die überprüfung der akustischen folgen meiner intervention. und höre und staune: der beat war vor mitternacht so leise wie zuvor nach mitternacht, und nach mitternacht war praktisch nichts mehr zu hören. so ein zufall aber auch!

also weiß ich, welcher interventionsmechanik ich mich in hinkunft bedienen muss. die eskalationsstufen hab ich mir schon überlegt und muss ich vielleicht gar nicht bemühen.

dem rotohrhasen hab ich die absolution erteilt. er gab mir den tipp, so wie er, mit ohrhörern voller klaviersonaten zu schlafen.

Samstag, 11. Dezember 2010

frühstücksfavorit

ich hab schubweise verschiedene frühstücksfavorits, die meist aus der not - nicht zum einkaufen des üblichen gekommen - entstehen.

aktuell: getoastetes reisbrot (dm) mit chavroux und kaltgeschlagenem cremehonig vom klee drauf. wenn genug zeit bleibt, noch eine grobgehackte walnusshälfte drübergestreut. köstlich!

leider war es übrigens wohl doch nicht der rotohrhase, der die beats meinen kamin hochjagt, sondern der teufel persönlich in gestalt des swingerclubs, der im keller des angrenzenden hauses logiert. daher werde ich nun heut am frühen abend mir ein herz fassen, und mal hintelefonieren in das etablissement...

Mittwoch, 8. Dezember 2010

nachwirkungen

so, die kistenburg ist wieder zurückgeschafft und verdeckt weite teile des regals - bis auf die oberen drei etagen. ich habe es jetzt schon sehr lieb gewonnen und weiß, dass es genau das ist, was ich mir vorgestellt habe - besonders, wenn es dann auch noch in der wand, und nicht nur an der decke, angedübelt sein wird.

ikea hat heute angerufen und mir die übersendung der rechnungskopie angekündigt. das original, das die spedition mitbrachte, ist praktisch unsichtbar (nadeldrucker ohne tinte?) und damit unkopierbar. ich will es aber der versicherung einreichen, die mir vom einbruch weihnachten 2008 noch geld überweisen will zur wiederherstellung meiner lebensgrundlagen.

dieser ikea-anruf einer sanften jungen dame an mariae empfängnis hat mich dermaßen enthusiasmiert, dass ich - vermutlich auch unter der belebenden nachwirkung der testosterongeschwängerten luft in meinem schlafzimmer - beschlossen habe, wieder mal bei upc nachzufragen, wie es denn nun mit warten weitergehen soll. (der fernseher ist inzwischen in der ecke, wo "zur freien entnahme" draufsteht, gelandet. meine klientInnen aus dem sozialbereich werden da in der vorweihnachtszeit gewiss zugunsten ihrer eigenen wahrhaft bedürftigen klientel gern zugreifen.)

diesmal, und das führe ich auf die nachwirkung des androgens zurück, habe ich bei upc listig die weichen in richtung techniker gestellt, bei der wahl im vorfeld - "drücken sie die 2 für technische probleme". ein ausgesprochen freundlicher, praktischer mann - herr koschek, er lebe hoch! -, welcher auch noch schnell von begriff war, nahm sich meines falles an. am freitag kommen die techniker. ist das zu fassen? ich hatte dennoch reichlich gelegenheit, zu kreischen, denn um die sache fix zu machen, musste ich wieder an ein paar nichttechnikern entlang. aber ich habs genossen! kreischkreisch. kommt sicher vom testosterongewölke - so "weiblich" hab ich mich schon lang nimmer aufgeführt.

von diesem durchschlagenenden erfolg weiter angestachelt, hab ich auch in den unteren stockwerken mehrere junge männer aus ihren spätnachmittäglichen schlummern gerissen (bin, wie ich dadurch merke, praktisch von jungmänner-wgs umgeben), um endlich herauszufinden, wessen technobeats mir in wochenendnächten durch den kamin ins sonst so wunderstille schlafzimmer steigen. ich glaube, ich habe ihn gefunden... (bekam rote ohren bei der anfrage und sagte, er werde fortan nächtens die kopfhörer bemühen)

all diese erlebnisse wurden von sms begleitet, die ich mit einem anderen jungen mann gelegentlich tausche. aber das ist eine andere geschichte. dieser jedenfalls ist tontechniker und ich hatte mich vor der recherche im haus per sms briefen lassen, was man tun könne, um den schall aus meinem kamin zu bekommen (diese info gab ich dem rotohrhasen auch der vollständigkeit halber weiter).

dass sich aber der tontechniker jetzt wieder gemeldet hat, führ ich allerdings auch auf die männermoleküle zurück, die mich seit vorgestern im schlaf umschweben, und die vielleicht für immer in den gewinden des schönen weißen regals hausen werden. ich habe die erfahrung gemacht, dass männer auf männermoleküle sehr stark reagieren, auch wenn sie nichts davon wissen, gar nicht in der nähe sind und es sie überhaupt nichts angeht, sichten sie dann gleich das revier. ich schwörs. aber das sind noch andere geschichten.

jemand hat das vier meter hohe zwei cm dicke glas unserer haustür eingetreten. vermutlich testosteron mit adrenalin wg. schlüssel vergessen oder so...

Dienstag, 7. Dezember 2010

babysteps

gestern taten also zwei junge männer im auftrag des elchs hier ihr werk, das regal nach meinem plan aufzustellen. sie kamen 2 stunden zu spät und waren voll jugendlichem elan. das testosteron, das sie verströmten, hängt heute noch in den winkeln - trotz allerhand lüftung seither. irgendwie nett. erinnert an so manchen jugendlichen liebhaber. ich schweife ab.

also: die beiden taten ihr werk guten muts, obwohl sie gegen ende (ca. 4 stunden) gestanden, es sei das schrecklichste system auf gottes erdboden. und als ich mich damit befasste, sah ich auch, dass ich es hätte selber aufbauen sollen, hätte ich die nötigen kräfte. es ist ein system für kräftige handarbeitslehrerinnen und, falls überhaupt für männer, dann für starke feinmechaniker. ich muss zugeben, als ich die vielen liebevoll durchdachten montagedetails sah, die übrig geblieben waren, gruselte mich ein wenig - und ich dachte ganz sexistisch: das kann nur eine frau erfunden haben. stimmt.

der grusel war auch zurecht - denn, als die beiden ihre anoraks an und das trinkgeld eingesteckt hatten, betrachteten wir nochmal ihr werk, und ich sagte: wieso ist die rechte hälfte so schief? (rechte hälfte = über 2 laufmeter). die jungs: hm, ja, komisch, vielleicht vermessen? und schon los mit schraubenzieher und wasserwage. ich sagte, nein, das war vorher noch nicht. sonst hätt ich kein trinkgeld gegeben, und auch nicht unterzeichnet, dass alles in schönster ordnung ist.

und dann sah ich es: einer der träger - an denen ja alles hängt, an diesen einzelnen pfosten - war unten bei der stellschraube im gewinde eingeknickt. der rest ist testosteron und adrenalin - eine ungünstige mischung, da sie männer kommunikationsunfähig, aber zielstrebig macht. ich konnte mich grad noch mit ein paar holzkeilen dawischenwerfen, während der eine das über drei meter hohe regal hochhielt und sich der andre todesmutig drunterlegte um zu sehen, was los ist. zum glück neige ich in solchen momenten nicht zu langer rede. hier die keile, sagte ich zu dem am boden und beim andern, der sprach, tua weida, mir geht die kroft aus, packte ich irgendwie mit an. ging grad noch gut.

jetzt habe ich also ein riesenregal, das ich nicht beschicken kann. ikea hat natürlich die beste reklamationsbehandlung aller zeiten, und auch nach 20 uhr hat das callcenter freundlich gesagt: kein problem, wir schicken einen neuen pfosten und ein montageteam, die den halben schrank wieder auseinandernehmen und neu zusammenbastlen. in einer woche oder so.

die jungs hoffen inständig, es trifft nicht wieder sie. ich hoffe auf ein montagepaar bestehend aus einem älteren feinmechaniker mit guter kondition und einer kräftigen handarbeitslehrerin. die müssen das ding dann auch noch mit dem seltsamsten, durchdachtesten system der welt, das beigepackt ist, in der wand verankern. denn mein vertrauen in die pfosten ist hin, wenns schon sein kann, dass einer einknickt, wenn er einfach so dasteht, im leeren regal.

ja, also leute: stolmen nur im neubau (niedrige decken), montageteam wie oben beschrieben. aussehen tuts wunderbar, wenns grad nicht so bedrohlich schief dahängt, wie die hälfte meines regals...

die freundinnen raten zur geduld, und ich werde also noch das ein oder andre mal die kistenburg von einem raum in den andren schaffen.

Montag, 6. Dezember 2010

schrittweise

der countdown läuft. heute gibt es zwei weitere deutliche schritte ins neue leben in der alten heimat:

aus dem tiefen keller in der innenstadt wird die magistratsabteilung 8 die beiden bücherkisten mit der literatur zu meiner dissertation - vornehmlich geschichte der arbeiterbewegung - hochstemmen und im wiener stadt- und landesarchiv ablagern. es tut mir schon leid drum. als ich die riesenkiste in zwei tragbare umgepackt habe, da unten neben der michaelergruft, musste ich mich sehr zurückhalten, nicht gleich wieder zu blättern zu beginnen. andererseits: seit 1992 liegen die bücher unberührt rum... also was jetzt? kathrin passigs artikel, den die kaltmamsell dankenswerterweise verlinkt hat, spricht mir aus der seele. dann doch lieber der öffentlichkeit und der forschung zur verfügung stellen. die ma 8 hat gewonnen, weil der verein für geschichte der arbeiterbewegung leider keine transportmöglichkeiten hatte und ich mich außerstande sah, das selber zu übernehmen. huch, ich muss weg. tbc...

stunden später:

schritt 1 ist pünktlichst vollzogen worden. zwei frauen und ein mann vom magistrat sind in den keller abgestiegen, waren beeindruckt - wie alle leute, die zum ersten mal so einen tiefen, alten, bombenfesten keller betreten -, haben die zwei bücherkisten geschnappt und waren weg. alles auf die minute pünktlich.

die wunderbare verlässlichkeit der wiener stadtverwaltung (wenigstens, was alle dienstleistungen für die bürgerInnen - müll, öffis, strom/gasversorgung/fernheizung, was man halt zum leben braucht) wird vermutlich solange anhalten, solange die vielgescholtenen sozialdemokraten ihr rotes wien halbwegs dominant bewirtschaften dürfen. die erste tat einer konservativen stadtregierung würde vermutlich, wie auch im bund geschehen, die privatisierung der besten einheiten sein. daher: aus bequemlichkeitsgründen hätte ich gern ein langes leben unter linearer fortführung dieser für die lebensqualität so wichtigen angebote aus dem selbstverständnis der alten roten. und damit genug mit der geschichte der arbeiterbewegung.

jetzt zu schritt zwei, der unmittelbar bevorsteht: das freundliche möbelhaus aus schweden wird männer an meine tür schicken - ab zwischen 13 und 14 uhr, versprochen, - die die regalwand aufbauen werden, die in wunderbaren pappkartons seit einer woche mein entree verstellt. ich bin neugierig, gespannt, ein wenig aufgeregt sogar, ob mir stolmen dann in meinem schlafzimmer so gut gefallen wird, wie ich mir das ausgemalt habe.

sollte es mir nicht so gut gefallen, wird der vorhang davor schneller spruchreif.

eine folge aber wird jedenfalls eine deutliche verringerung der kisteburg sein - juche. dabei konnte ich jetzt schon so gut leben ohne all den kram... tja, mal sehen, ich werde sicher eine zweite runde ausmustern anhängen.

Freitag, 3. Dezember 2010

schneerose

habe ich eine arktische seele? ich blühe auf, wenns schneit. die akklimatisierung ist offenbar auch vollzogen. ich fühle mich körperlich meistens sehr gut bei schneelage.

natürlich hab ich leicht blühen im schnee: ich lebe in der üblicherweise gut geräumten großstadt, in einem haus, das dicht und warm ist. die erdgasversorgung hängt nicht mit dem wetter zusammen, sondern mit russisch-ukrainischen gambles, auf die sich unsere versorgungsbetriebe mit großspeicheranlagen eingestellt haben. und die stromversorgung bricht selten zusammen - und dann meist nicht wegen des schnees, wie ich es in den usa kennengelernt habe.

ich besitze auch kein auto, das ich freischaufeln müsste, und die car-sharing-wägen stehen in garagen und werden von andren leuten winterlich ausgerüstet und geputzt.

vorgestern, beim ersten schnee, hatte ich eine stadtwanderung im schnee zu machen, weil es natürlich verkehrschaos gab. eindeutig die irrationalste plage bei jeder extremeren wetterlage. die räumung war gar nicht so schlecht, aber alle verkehrsteilnehmer neigen zur hysterie bei diesen wetterlagen, und dann geht bald nichts mehr. außer u-bahn. (die blieb einen tag vor dem schnee aus ungeklärter ursache zwei stunden im tunnel stecken. hurra, gruppendynamik! ich war leider - oder eher zum glück - selber nicht dabei. die betroffenen erhalten eine 8-tage-fahrkarte geschenkt als wiedergutmachung... hätte mir nichts genützt, ich hab natürlich eine jahreskarte.)

ich jedenfalls bin still vergnügt, wenn ich aus meiner - heute blendend hellen - küche durch den leise rieselnden schnee auf die dickverschneiten dächer blicke. das macht mir ein glück, das ich bei keinem andren wetter kenne. ich liebe auch tiefverschneit und himmel strahlender azur mit klirrendem frost. wenn kein wind geht. was in wien selten ist. und ich liebe tiefverschneit am land in der nacht, wenn es so hohe klare sternenhimmel gibt.

ja, so ist das bei mir. was ich nicht brauche zu meinem glück, ist wintersport.