Sonntag, 28. November 2010

winterreise

in kürze steig ich in den zug gen westen. meine mutter hat geburtstag. sie bekommt diesmal von mir ein superschwieriges kreuzworträtselheft. nicht, dass sie es noch lösen könnte. das ist der größte gram ihres alters - eine makuladegeneration hat sie in den letzten jahren praktisch erblinden lassen. jedenfalls kann sie nicht mehr rätsel lösen.

also bin ich letztes mal, als ich auf besuch war, auf die idee gekommen, ein solches schwieriges rätsel gemeinsam zu lösen. ich hab ja gar keine ahnung, aber die augen und mein allgemeinwissen kann ich zur verfügung stellen.

wir hatten großen spaß und einige glückliche aufregung, auch wenn das experiment nicht ganz glückte. irgendwo unterwegs haben ich mich doch verirrt, obwohl sie mich sehr gut gelenkt hat durch den irrgarten. aus der erinnerung, wo vermutlich was hinpassen kann. musste an die schachnovelle denken.

jetzt will ich das experiment ans telefon verlegen, denn ich bin ja in wien und sie in linz. das wird mein geburtstagsgeschenk - eine rätselhalbestunde am telefon pro woche, bis silvester. wenns funktioniert, können wir ja verlängern.

morgen ein tag in der landesregierung. auch spannend. es gibt schnee über nacht.

Freitag, 26. November 2010

akklimatisierung

ich hab die kälte lieber als die hitze. nichts desto trotz hat mich der frost zum frösteln gebracht. ich meine dieses tiefinnere frösteln, wo man nicht sicher sein kann, ob daraus eine veritable erkältung wird. mal sehen.

brauchen kann ich das jetzt natürlich nicht. andererseits hat es mich dazu gebracht, gleich ein paar termine abzusagen, und die welt, sieh an, ist natürlich gar nicht zusammengebrochen.

statt dessen habe ich mich mit heißem milchkaffee mit honig in mein bettchen verfügt, mit einer mütze bis zur nasenwurzel und einem dicken wolltuch um hals und brust. und dann hab ich so getan, als sei ich krank. heizdecke unterm hintern eingeschaltet und nach dem kaffee solang gedöst, bis es mir richtig zu heiß wurde im bett. auch zum "kranksein" ist die wohnung wunderbar. als ich die augen aufmachte unter meiner mütze, sah ich draußen dunkel, und gleichzeitig dieses dünne gespinst aus leuchtender altrosa zuckerwatte am himmel, dass doch eigentlich schnee ankündigt. muss bald kommen. weiter im westen schneits schon.

jetzt ist mir wieder warm, nur ein wenig flau. wir werden sehen, ob der "als ob..."-zauber die viren getäuscht und befriedet hat.

Sonntag, 21. November 2010

singkur

gerade auf fm4 gehört, made my sunday :)



ich verwende den zusatz im geiste: jede "gute" zelle. es gibt doch auch zellen, die fühlen sich superwohl und bringen uns damit um...

Freitag, 19. November 2010

blätterteigstangerlprobe

ich habe bereits berichtet, dass die wohnung, in die ich einzog, blitzblank geputzt war. heute, als ich zum ersten mal den gasbackofen anwarf, (um mir blätterteigstangerl aus dem ja!-dinkelblätterteig zum karfiol mit scharfer curry-yoghurt zu backen) sah ich mit einem blick, dass der putztrupp etwas zu eifrig das aluminiumbackblech in den geschirrspüler gegeben hatte.

jede, der einmal passiert ist, die espressomaschine, eine knoblauchpresse oder sonst was aus alu im geschirrspüler versorgt zu haben, weiß, was das bedeutet: schwarze hände und ein völlig unansehnlich gewordenes teil. alu hälts im geschirrspüler einfach nicht aus, es oxidiert oder was.

jedenfalls hatte ich dadurch heute wieder absoluten google-erfolg. erst gab die beliebte suchmaschine mir gleich auskunft, welche stufe im gasbackrohr (vermutlich) auf (zirka) 200 grad hinkommt - was auf der blätterteigpackung verlangt wurde. nämlich stufe 3. hat prima geklappt. die blätterteigstangerlprobe hat ausserdem klar gezeigt, dass es rechts vorne im backrohr am kühlsten ist. vormieterinnen waren rechtshänderinnen.

das schwarze backblech hatte ich nur notdürftig abgewaschen, da der blätterteig ohnehin auf papier kommt und die stangerl ja gleichzeitig mit dem karfiol fertig sein sollten. aber nach dem essen habe ich wissen wollen von der klugen tante google, wie jetzt das schwarze wirklich weggeht. denn meine espressomaschine seinerzeit hab ich weggeworfen, weil sie ewig ungut anzugreifen blieb.

"zitronensäure" war die antwort. also habe ich eine halbe biozitrone geopfert und mit zitronenscheiben das backblech abgerieben - und siehe da: es wurde zwar nicht wieder richtig schön anzusehen, aber ganz glatt und fein anzugreifen. keine schwärze mehr an den händen und allwo.

zauberei, alles leben ist chemie, hurra.

Dienstag, 16. November 2010

erleichterung

so, jetzt ist mir leichter. zumal ich die untenstehende mail auch in cc: an meine ehemalige mitbewohnerin gesendet habe, die glücklicherweise eine mailadresse des wichtigsten österreichischen nachrichtenmagazins hat. dabei ist es nur ein nebeneffekt, dass sich upc dann vermutlich im roten technischen eck auf der elektonischen seite wiederfinden könnte. sie möchte nämlich eigentlich in meinen vertrag einsteigen, und da sie ebenso erstaunliche erfahrungen mit den callcentern macht, hab ich ihr versprochen, sie auf dem laufenden zu halten. was hiermit für alle beteiligten und die öffentlichkeit geschieht, da man auf diese mail ja nicht antworten sollte und es gewiss niemand liest* bei der werten firma:

Sonntag, 14. November 2010

hochnebel

soeben noch wollt ich mich drüber auslassen, dass die zweite langweilige wetterlage neben strahlend blauem himmel der hochnebel sei.

aber sieh da, schon bahnt sich das mittägliche spektakel auf der himmelsbühne an: die sonne brennt ein loch in den hochnebel, der wird derweil zu rosa wölkchen, bevor er weg ist.

binnen kurzer zeit erwarte ich das langweilige blaue-himmel-programm, bei dem ich dann wohl doch noch aus dem bett und aus dem haus gehen werde heute. zumal es dann bei sonne wieder wie gestern frühlingstemperaturen kriegen wird. mal sehen...

Freitag, 12. November 2010

lieblingsplatz

wie zu erwarten war, ist der lieblingsplatz in der neuen bleibe am küchenfenster gen norden. dramatische und lyrische himmel erheben sich über den dächern der hinteren höfe.

in diesem fall ein nachbarstiegenhaus, durch das man hindurchsieht in den nächsten hof. das ist hübsch bei tag und nacht. geranien in großen runden töpfen auf den fensterbänken hinter den fenstern unterm dach.
die fensterchen gegenüber rufen schieles krumaubilder in erinnerung


der himmel donauschule und kremser schmidt. nur schönwetter ist langweilig. da kommen die andren plätze in der wohnung dann auch als lieblingsplätze zum zuge.

und soeben der erste regenbogen überm kahlenberg.

Mittwoch, 10. November 2010

schrankgeschichten

momentan habe ich eine kistenburg in meinem schlafzimmer, und auch ein bisschen viel in der küche. die übrigen beiden räume sind dagegen extrem spärlich bestückt und gefallen mir und meinen besuchern bereits sehr gut. es hängt auch ein bisschen kunst. damit hat eigentlich alles angefangen. ist immer so - wenn das bett steht und das wichtigste bild hängt, ergibt sich der rest von allein.

aber der schrank. der schrank.

die mich kennen, wissen, dass ich keine richtigen möbel mag. das einzige stück in meinem "besitz", das ich nicht selber tragen kann, ist ein schöner alter vollholz aktenschrank. eine dauerleihgabe von einer freundin, die derzeit keinen platz dafür hat.

also, der schrank wird natürlich ein regal. ich bin seit einem jahr verliebt in stolmen von ikea. am liebsten hätte ich es natürlich offen. aber meine schwester wendet zurecht ein, dass der alltag mit einem komplett offenen schrank im schlaf- und lesezimmer dann vielleicht doch nicht sooo inspirierend ist. ich habe ja die idee, möglichst viele hängestangen zu machen und dann alles nach länge und farbe zu sortieren. aber erfahrungsgemäß ist die nachhaltigkeit solcher hübschen ordnungen begrenzt.

also muss doch ein vorhang oder was her. da beschleicht mich panik - eine 5 meter lange wand im altbau mit einem vorhang von der decke weg versehen?

soeben bin ich auf die idee gekommen, eine (welche?) firma zu beauftragen, z.b. eines meiner  wunderbaren wolfgangseebilder - oder ein traunseebild von schwemmholz - auf einen stoff 550 x 330 cm zu drucken, sodass ich, wie am computer, den blick auf den see cinemascope vom bett aus bewundern kann. das ist vermutlich nicht zu bezahlen, aber wer weiß? alle, die wissen, wer sowas ausführt, bitte um tipps!

Donnerstag, 4. November 2010

schlaraffenland

vor lauter begeisterung über meine neue bleibe und lebensumwelt hab ich mich hier eine weile gar nicht mehr blicken lassen. ich bin mitten im schlaraffenland gelandet, wie es aussieht. die einzigen umliegenden geschäfte, für die ich persönlich derzeit keinen bedarf hab, sind die bar, die peep show und der swingerclub. dafür habe ich heute dieses wunderland betreten und bin mit einer wohlgefüllten lunchbox daraus hervorgegangen.

neulich hab ich hier richtige feste knackige äpfel (von garantiert alten bäumen, da bin ich sicher) gekauft. hausrat kam vom 1 €-shop an der ecke, und von hier kommt traditionell der rest, der in keinem billigladen zu kriegen ist: bestimmte sparschäler, kochlöffel, glaskrüge mit deckel, die in das regal in der kühlschranktür passen etc.

ich taumle glücklich durch die vertrauten gassen. abends bin ich schon zweimal hier gelandet, mittags einmal hier, praktisch nebenan. der schanigarten im sommer grenzt vermutlich gleich an meine haustür.

"mehr essen - leichter leben" bekommt immer mehr bedeutungen.