Montag, 27. September 2010

verdrückt

am wochenende war ich zu einer riesigen geburtstagsparty eingeladen. zwei sehr erfolgreiche frauen, die praktisch gleichzeitig vor 60 jahren zur welt kamen, haben geladen. die location war schick, die jubilarinnen bester laune. und ich war verloren.

ich mag nämlich keine großen menschenansammlungen, wenn ich dazu gehöre. und ich hasse smalltalk. ich bin schüchtern. ich kann zwar als moderatorin sehr gut hunderten leuten sagen, was sie tun sollen, und sie folgen mir auch. aber mich unter hundert leuten, die ich nicht kenne, wohlfühlen, das geht nicht so gut. vor allem dann nicht, wenn die überwiegende mehrzahl dieser leute namhaft bis recht bekannt bis recht einflussreich ist. nein, stimmt gar nicht. das allein würde mir noch kein großes unbehagen machen. unbehagen kam auf, weil ich so viel über viele dieser leute weiß - aus beruflichen gründen. dieses wissen aber der strengsten schweigepflicht unterliegt.

und weil mich niemand kennt, ausser die eine jubilarin, die mich eingeladen hat, weil wir nach mehr als 10jähriger zusammenarbeit auch freundinnen geworden sind. aber die vielen leute, über die ich soviel weiß, kennen mich nicht. dazu waren noch drei riesenlange tafeln parallel zueinander in einem lang gestreckten raum aufgestellt. ungefähr die schlimmste anordnung überhaupt, finde ich.

also. langer rede kurzer sinn: ich habe betreten - umringt von fremden berühmten leuten, die einander alle kannten - an einer dieser tafeln platz genommen. dann gab es kurze launige reden der jubilarinnen und eine schöne musikeinlage. das konnte ich genießen. aber die tafelgesellschaft war mir zu heiß.

also hab ich mich im allgemeinen tohuwabohu der folgenden buffeteröffnung einfach verdrückt.

Kommentare:

  1. das kann ich gut verstehen. small talk ist auch nicht meines. zu festen gehe ich erst gar nicht hin.
    einen schönen tag!
    ingrid

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  2. das tröstet mich. bei mir wirds wohl auch drauf hinauslaufen, dass ich gleich gar nicht mehr hingeh zu solchen events. hab grad einen abgesagt heut nachmittag.

    liebe grüße - in vermutlich schon verregnete waldviertel
    u

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  3. Das kann ich mir sowas von vorstellen!

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  4. tja, da sind wir uns sehr ähnlich, nicht wahr? genau das ist einer der gründe, warum ich schon seit längerem lieber in meinem schneckenhaus bleibe und dieses nur mehr sehr gezielt und vereinzelt verlasse...
    liebste grüß, k

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  5. In meinem Job, wenn auch nur in der kleinen Stadt am Rande der Republik, wo das mit der Prominenz auch mehr lokal begrenzt ist, habe ich allerdings sehr gut den französischen Abschied gelernt. Erst dekorativ und wichtig-wichtig alle begrüßen und dann durch die Wand diffundieren. Und schon kann der Privat-Abend beginnen und die Entspannung!

    Gut, dass die Erste Spielstätte an der Bundesgrenze so viele Türen, Treppenhäuser und Durchgänge hat, da ist frau hastenichtgesehn weg... Ich hoffe, Sie hatten anschließend auch noch einen schönen Privatabend!

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