Samstag, 11. September 2010

radetzkymarsch

jeden samstag pünktlich um elf marschieren unten die hoch- und deutschmeister vorbei und spielen den radetzkymarsch. wenn sie am ende der straße angekommen sind, drehen sie um und kommen zurück, während dessen sie einen beliebigen anderen marsch intonieren.

daran gewöhnt man sich, das ist wie kirchenglocken oder wie die feuerwehrsirene am samstag um 12.

woran ich mich aber nie gewöhnen kann, ist, was die marschmusik mit den menschen macht: die überwiegende mehrheit verfällt in den marschschritt und geht hinter der kapelle her als gehörten sie dazu. einige wenige versuchen, offenbar unter großer willensanstrengung, extra nicht im takt zu gehen. kaum jemand bleibt stehen.

das ist deshalb ungewöhnlich, weil die leute in dieser straße üblicherweise dauernd irgendwie herumstehen und schauen. mich überläuft immer ein schauer, wenn ich von oben sehe, wie sich die marschkolonne wie magisch hinter der musik her bildet, aus lauter leuten verschiedenster nation, die eigentlich nur vorhatten, durch die berühmte straße zu schlendern.

Kommentare:

  1. jetzt weiß ich, wo du wohnst. schöne adresse, aber im sommer die touristen!
    das mit der marschmusik ist witzig. der vorauseilende gehorsam ist wohl genetisch eingepflanzt.
    lg in den samstag
    ingrid

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  2. ja, die adresse ... aber, wie schon beschrieben, der lack ist ab. lift dritter stock, wenn du mal vorbeigehst, solange ich noch hier bin.

    lg u

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