Montag, 27. September 2010

verdrückt

am wochenende war ich zu einer riesigen geburtstagsparty eingeladen. zwei sehr erfolgreiche frauen, die praktisch gleichzeitig vor 60 jahren zur welt kamen, haben geladen. die location war schick, die jubilarinnen bester laune. und ich war verloren.

ich mag nämlich keine großen menschenansammlungen, wenn ich dazu gehöre. und ich hasse smalltalk. ich bin schüchtern. ich kann zwar als moderatorin sehr gut hunderten leuten sagen, was sie tun sollen, und sie folgen mir auch. aber mich unter hundert leuten, die ich nicht kenne, wohlfühlen, das geht nicht so gut. vor allem dann nicht, wenn die überwiegende mehrzahl dieser leute namhaft bis recht bekannt bis recht einflussreich ist. nein, stimmt gar nicht. das allein würde mir noch kein großes unbehagen machen. unbehagen kam auf, weil ich so viel über viele dieser leute weiß - aus beruflichen gründen. dieses wissen aber der strengsten schweigepflicht unterliegt.

und weil mich niemand kennt, ausser die eine jubilarin, die mich eingeladen hat, weil wir nach mehr als 10jähriger zusammenarbeit auch freundinnen geworden sind. aber die vielen leute, über die ich soviel weiß, kennen mich nicht. dazu waren noch drei riesenlange tafeln parallel zueinander in einem lang gestreckten raum aufgestellt. ungefähr die schlimmste anordnung überhaupt, finde ich.

also. langer rede kurzer sinn: ich habe betreten - umringt von fremden berühmten leuten, die einander alle kannten - an einer dieser tafeln platz genommen. dann gab es kurze launige reden der jubilarinnen und eine schöne musikeinlage. das konnte ich genießen. aber die tafelgesellschaft war mir zu heiß.

also hab ich mich im allgemeinen tohuwabohu der folgenden buffeteröffnung einfach verdrückt.

Samstag, 25. September 2010

hokkaidokürbissuppe

jetzt gehts wieder: hier stand er zur zier für ein paar tage, der hokkaidokürbis
schade, ich kann keine fotos mehr hinzufügen mit dem neuen dialogfenster (vorschau geht auch nicht mehr). komisch. naja, wir wissen ja, hokkaidokürbisse sind die kleineren orangeroten.

einen solchen halben entkernt und in kleine stücke geschnitten habe ich heute zu meinem lieblingskürbissüppchen verarbeitet. es ist so einfach, dass ich es eigentlich gar nicht aufschreiben muss.

also kürbisstückchen ungeschält in meine übliche salzknoblauchzitronenwasserbasis. dazu kleingehackten ingwer. das alles solange kochen, bis die kürbisstücke ganz weich sind. dann pürieren.

in den teller. klein gewürfelten nussmandeltofu (bei dm) drüberstreuen und ein wenig kresse drauf. fertig und extraköstlich, wenn man den geschmack von hokkaidokürbis mag - ein wenig süß und erdig und fein. außerdem wg farbe extrem hübsch - macht jeden grauen tag leuchten.

weils so gut war, einen zweiten teller, variiert durch ohne tofu, mit kresse und ein paar tropfen kürbiskernöl aus der steiermark, das auf der orangen suppe erstaunlicherweise eine auberginefarbene spur zog. köstlich. daher einen halben dritten teller ohne alles. ein gedicht.

Donnerstag, 23. September 2010

vollmond

gestern gabs verkehrschaos in der wiener innenstadt. aus einem guten grund diesmal: rasen am ring war erlaubt. ich kam dadurch ein wenig zu spät zu einem vortrag, den ich dann trotz allem noch zur rechten zeit abliefern konnte. in einem versteckten kleinen festsaal in der nähe des palais schwarzenberg, der akurat dem sportministerium gehört. mein vortrag hatte, wie jeder, der mich kennt, ahnen muss, nichts mit sport zu tun. aber jedesmal wenn ich dort antrete und die treppe in den hübschen spiegelsaal hinunterschreite, wünsche ich mir, in diesem raum einmal eine kleine private soirée im ballkleid zu veranstalten mit all meinen freundinnen. einige tragen inzwischen schon couture, andre - wie ich - entweder ihr weißes debütantinnenballkleid aus den 70ern (wenn die figur grad wieder mal passt...) oder einen anderen eher psychedelischen albtraum aus der mottenkiste.

später bin ich im abendsonnenschein am karlsplatz entlang richtung oper gegangen und habe einen kleinen zwischenstopp in dieser galerie bei der finissage einer ausstellung eingelegt. einer der künstlerinnen verdanke ich dieses hübsche, von mir selber hergestellte hintergrundbild für mein handy.
ich habe dafür schon einige fragende, schockierte, amüsierte, jedenfalls mehr reaktionen auf ein hintergrundbild bekommen, als mit jedem anderen motiv. die göttin wirkt.

noch später hing der fast volle mond dick und gelb über dem rasenden ring und ich spazierte durch die augustinergasse heim, in einem zauberisch leuchtenden dämmerlicht.

momentan bin ich in festlicher und freundlicher abschiedsstimmung vom ersten bezirk, obwohl sich weit und breit noch keine neue wohnung abzeichnet.

Dienstag, 21. September 2010

pöstlingberg

Pöstlingberg
der linzer hausberg samt wahrzeichen (kirche) liegt eigentlich in urfahr, also im stadtteil nördlich der donau. als ich ein kind war, machte meine mutter mit uns traditionell um schulbeginn herum, an einem schönen tag im september, einen ausflug auf den pöstlingberg.

die fahrt mit der pöstlingbergbahn, dann der rundblick auf der aussichtsterrasse durchs münzfernrohr. man sah immer "bis zum dachstein", denn wir machten den ausflug nur an den tagen, an denen man den slogan "linz, die donaustadt am alpenrand" auch glauben kann. diese tage sind föhntage. und im september sind sie besonders klar und von spätsommerlicher hitze. als biennale gab es eine fahrt mit der grottenbahn. und jedes jahr das letzte eis auf der terrasse des hotels. dann beschwingter abstieg, oder talfahrt mit der bahn, je nach dem.

Pöstlingbergbahn neu
heute morgen hab ich ein paar tränen geweint, vor rührung und abschiedlichkeit, denn gestern habe ich meine alten eltern überredet, diesen ausflug nochmal mit mir zu wagen. meine mutter mit dem rollator, mein vater mit den luftpolsterschuhen. alles ging bestens. die pöstlingbergbahn ist modern geworden, alles ist barrierefrei, sogar die drei stufen auf dem rundgang um dem gipfel wurden - wohl fürs kulturhauptstadtjahr 2009 - geopfert. die überwiegende mehrzahl der fahrgäste an diesem sonnigen montag war im fortgeschrittenen ruhestandsalter.

auf einem sonnenbänkchen hab ich die eltern animiert, sich ordentlich als paar in pose zu setzen und sich von mir fotografieren zu lassen, damit es für die einladung zum diamantenen hochzeitsfest nächstes jahr im august ein foto gibt. wie gesagt, heute - zurück an meinem frühstückstisch - hab ich, aufgeweicht durch schlaf und träume, dann ein bisschen geflennt.

Sonntag, 19. September 2010

nachtgesellschaft

nächtlicher heimgang gestern begleitet von damen:

hier habe ich hervorragend gespeist, mit freundinnen und einer mutter. dieselbe achzig und mit abstand die am besten angezogene und in relation die fitteste von uns. ob wir diese generation toppen können? ich glaube nicht.

dann bei chanel: tiefer winter. inspiration von yeti? oder zottellama? jedenfalls hat frau keine angst zu frieren, wenn sie sich winters so adjustiert.












bei louis vuitton trägt die frau den stil, den ich bei meiner mama in den späten fifties und frühen sixties geliebt habe, nur ist der rock um gut eine handbreite kürzer. das outfit ist mehr was für den goldenen herbst. was eventuell auch die goldenen dekos andeuten, wer weiß...



kommt alles für mich nicht in frage. erstens heillos zu teuer (wirklich unfassbar, die preise). zweitens seit der kniekondition im mai bewegungsmangel mit trost durch mehr essen zum leichter leben. sieht aber so aus, als käme ein wendepunkt, was das betrifft.

Freitag, 17. September 2010

aufgeblüht


sehr schön, auch diese rosen mögen den spargeltopf. über nacht sind sie alle aufgeblühlt in dem robusten gefäß.

überhaupt muss ich an dieser stelle mal die fair trade rosen loben, die man bei billa kaufen kann. voraussetzung ist allerdings eine filiale, wo jemand auf genug wasser in den kübeln achtet. dann blühen sie praktisch immer auf und halten lang. manche duften sogar.

der strauß da hat 9,90 gekostet und das find ich auch sehr fair gegenüber der käuferin. ich hoffe, sie sind wirklich fair trade... ich finde es ja recht schwer, all diesen fair und bio labels restlos zu vertrauen.

Donnerstag, 16. September 2010

spargeltopf


ganz schön mystisch in diesem späten nachmittagslicht, die rosen im spargeltopf. ich finde, rosen bleiben in metallgefäßen länger frisch. keine ahnung, ob das stimmt, oder ob es eine einbildung von mir ist. jedenfalls werden diese prachtexemplare sicher gut über die nacht kommen, bis sie morgen einzeln als dekoration beim open house verwendung finden.

Dienstag, 14. September 2010

baked beans

baked beans liebe ich, wenns herbst wird. gestern abend habe ich sie folgendermaßen hergestellt:

zwei knoblauchzehen blättrig geschnitten, drei schalotten ebenso und fünf scheiben frischen ingwer gestiftelt. das alles in einem esslöffel olivenöl angeröstet, glasig bis goldgelb.

dazu eine dose pellati. von einer italienischen freundin habe ich die brutale technik, einfach mit einem langen messer in der dose kreuz und quer herum zu stechen und zu hauen, um die tomaten in stücke zu teilen.

aus gründen des plötzlichen gusto habe ich diesmal eine kleine kartoffel geviertelt und in dünne scheiben geschnitten dazu gegeben.

das ganze dann köcheln lassen, gewürzt mit salz, ein wenig grobkörnigem senf, einem esslöffel honig und worchester sauce. nach zirka 10 minuten eine kleine dose weiße bohnen dazu und alles nochmal zugedeckt eine halbe stunde weiterköcheln lassen.

wärmt und hält leib und seele zusammen.

Montag, 13. September 2010

dattelkonfekt

eine wunderbare beigabe zu pink champaigne, die ich gestern zum geburtstag einer freundin gereicht habe, geht wie folgt:

man nimmt getrocknete datteln, möglichst weiche, macht einen längsschnitt um den kern rauszuholen, dann füllt man die höhle mit roquefort und drückt ein viertel einer walnuss drauf. sieht hübsch aus, schmeckt wie ein herrliches konfekt und ist eine sehr effektive unterlage für einen ausgiebigen apéritif.

kennengelernt habe ich diese rasch zubereitete köstlichkeit in meiner zeit als au aupair auf französischen schlössern. das tolle ist die sämige süße der datteln mit dem schmelzenden, etwas scharfen aroma des roquefort. dazu die walnuss als freundliche knackigkeit in all der fülle.

der pink champaigne kam von hier.

das dattelkonfekt fällt unter "mehr essen", der brut rosé unter "leichter leben".

Sonntag, 12. September 2010

kleingartennacht

wie in allen größeren städten in österreich und deutschland hat sich auch in wien aus den notgärten des ersten weltkriegs eine kleingartenbewegung herausgebildet, die bald nach dem krieg in vielen vereinen die hänge und ebenen rund um wien zum ewigen grüngürtel gemacht hat.

viele leute hier erben solche gärten, viele kaufen sie, obwohl es eigentlich pachtgründe sind, soviel ich weiß. drauf stehen gartenhäuser. seit geraumen jahren gibt es eine bewilligung der stadt, die erlaubt die häuschen winterfest zu machen und dort ganzjährig zu wohnen. seitdem hat sich eine eigene neue, sehr spannende gartenhausarchitektur entwickelt.

neulich war ich zur einweihung eines solchen gartenhäuschens eingeladen. die besitzerin hat das bestehende häuschen renoviert und innen großzügig ausgebaut. der garten hat eine hanglage und man blickt über die stadt gegen westen und norden.

hier im bild sieht man nächtlicherweilen die neue schicke gartendusche mit einer letzten hortensie.

Samstag, 11. September 2010

radetzkymarsch

jeden samstag pünktlich um elf marschieren unten die hoch- und deutschmeister vorbei und spielen den radetzkymarsch. wenn sie am ende der straße angekommen sind, drehen sie um und kommen zurück, während dessen sie einen beliebigen anderen marsch intonieren.

daran gewöhnt man sich, das ist wie kirchenglocken oder wie die feuerwehrsirene am samstag um 12.

woran ich mich aber nie gewöhnen kann, ist, was die marschmusik mit den menschen macht: die überwiegende mehrheit verfällt in den marschschritt und geht hinter der kapelle her als gehörten sie dazu. einige wenige versuchen, offenbar unter großer willensanstrengung, extra nicht im takt zu gehen. kaum jemand bleibt stehen.

das ist deshalb ungewöhnlich, weil die leute in dieser straße üblicherweise dauernd irgendwie herumstehen und schauen. mich überläuft immer ein schauer, wenn ich von oben sehe, wie sich die marschkolonne wie magisch hinter der musik her bildet, aus lauter leuten verschiedenster nation, die eigentlich nur vorhatten, durch die berühmte straße zu schlendern.

Freitag, 10. September 2010

noch leichter leben

diese küche ist natürlich überhaupt perfekt: sie schwebt, und sie sieht aus, als könne man sie sehr leicht übersiedeln. hier führen zwei langsame damen vor, wie sie funktioniert.

Donnerstag, 9. September 2010

mittagssüppchen

seit gut 20 jahren koche ich mir fast täglich zu mittag ein süppchen. vornehmlich eine gemüsesuppe mit dem, was ich grad da habe.

die basis ist 1/2 l wasser. da kommt eigentlich immer ein schnitz zitrone, eine zehe knoblauch blättrig geschnitten und ein paar pfefferkörner rein. dazu salz. relativ selten ein halber gemüsebrühewürfel von cenovis dazu, oder wenn ich angst vor einer erkältung habe, ein halber würfel biohühnerbrühe und frischer ingwer, feingehackt oder in scheiben. kommt auf den rest an. also das ist die basis.

hier im vordergrund sieht man mehr schlecht als recht das heutige süppchen aus gelben fisolen, einer kleinen kartoffel und dillen. dazu eine putencabanossi in rädchen geschnitten. sah sehr hübsch aus, so gelb und rot mit grünen strichlein. eine kleine spitze von getrocktnetem chili gab noch eine wärmende note dazu. bindung erzeugte heute ein wenig sojamilch und olivenöl ganz am schluss (meist erst im teller beigefügt).


gegenüber die neue wg mit jungen menschen, die der alten dame nachgefolgt sind. unsere wg hat wieder mal die "wer macht als erster vorhänge auf?" frage mit einem gelassenen "wir nicht" ausgesessen. das ist uns irgendwie aus unsrer ersten extrovertierten wg-zeit auf dem dach an der mariahilferstraße in den achtzigerjahren geblieben. alle die dort je länger gelebt haben, machen auch heute noch keine vorhänge vor die fenster. den sichtschutz legen sich binnen spätestens drei monaten die nachbarn gegenüber zu. das ist die erfahrung.

Dienstag, 7. September 2010

zurückgetreten

für junge menschen im  young corner vermutlich eh okay? aber auch die wollen offenbar gern wände rausnehmen und verschieben. was eben nicht geht. nur die kleinen fuzzis neben der eingangstür kann man wegtun...

heute bin ich schriftlich vom mietvertrag der neuen wohnung zurückgetreten. meine sternenfreundin hätte mir das vermutlich schon bei der unterzeichnung des vertrags weissagen können. ich musste aber das haus sehen, bevor ich glauben konnte, dass die geförderten grundrisse doch nichts für mich sind.


die beobachtung von städtebau und da vor allem von massenwohnbau, die ich seit meiner dissertation betreibe, hätte mich drauf vorbereiten können. zu allen zeiten haben die bauordnung und später noch die diversen auflagen öffentlicher fördergeber die grundrisse der wohnungen bestimmt. dass aber 10 m2 heute als zimmer gelten (im gegensatz zu kabinett, das noch kleiner sein darf) - ich glaube, das ist historischer rekord. verstehen tu ich das nicht ganz. wie man auf 115 m2 ein solches winkelwerk zusammenbringt, macht mich immer noch fassungslos. nach dem plan hab ich mir wohl alles mindestens 30 prozent größer vorgestellt. der lokalaugenschein war ein echter schock. schade.

Sonntag, 5. September 2010

himmelsblick

heimkommen, die zweite. da ich nun ja nicht auf die gstettn mit freiem blick über wien ziehen werde, bin ich hier wieder mal rauf ins kleine atelier auf dem dach gestiegen. darin hab ich die ersten jahre gewohnt, als der blick noch frei ging über die dächer. jetzt gegenüber: mauern. immerhin seit heuer offenbar doch bewohnt, da grüne pflanzen auf den terrassen zu sehen sind. wenn ich mich nah ans fenster setzte, hätte ich einigen himmelsblick bei leicht gehobenem kopfe. das muss fürs erste genügen.

besprechung mit den wg-kolleginnen ist angesagt. die, die oben wohnt, lebt nämlich eigentlich gar nicht mehr da, sondern mit ihrem liebsten. also sollte es durchaus möglich sein für mich, da rauszuschauen, wenn mir unten die stuckdecke mit den rosen auf den kopf fällt.

die rosenstuckdecken dürfen wir nicht selber ausmalen, wg. denkmalschutz. das haben sie aber wohl ein wenig spät verordnet, denn in manchen räumen versinken die schon gehörig in den farbschichten. ursprünglich, 1902, waren sie vermutlich bunt und mit blattgold.

ich muss um meines seelenheils willen sofort aufhören, mich über diese wohnung zu beklagen, auch wenn das heimkommen mit einkaufstaschen durch die langsamen touristenmassen uns alle immer wieder aggressiv macht. ist wie in der getreidegasse in salzburg, nur ist die straße breiter.

Donnerstag, 2. September 2010

realitätsschock

die schwebeküchenfantasie hat heute einen erheblichen dämpfer erhalten. ich war zum ersten mal in der neuen wohnung, und jetzt will ich lieber mein geld zurück, als je dort einziehen. ich werde natürlich drüber schlafen, aber ich fürchte, der zu erwartende schöne blick über die stadt kann mir nicht über die kleinen verwinkelten räume hinweghelfen, die ich heute in der musterwohnung gesehen habe...

leider lassen sich nämlich alle die änderungswünsche, die das ganze etwas großzügiger hätten wirken lassen, aus den verschiedensten technischen und förderungsbedingten (es müssen 3 zimmer bleiben...) gründen nicht verwirklichen. als zimmer gilt alles, was größer als 10 (!) quadratmeter ist. auch der arbeitsraum sieht in wirklichkeit nun doch viel zu klein, d.h. zu lang und schmal aus für meine bedürfnisse, die bis zu 12 menschen im kreis versammeln wollen.

naja, es geht eben nichts über einen lokalaugenschein, auch wenn ich sehr gut bin im räumlichen vorstellungsvermögen. die wirklichen größenverhältnisse habe ich ja doch erst vor ort realisiert, als ich selber drinstand in den räumen. vom plan her dachte ich mir schon, recht eng und klein, aber... der heiße veränderungswunsch ist stärker als die coole vernunft. hm. nicht so leicht, wie ich mir gedacht hätte, aus 35 jahren altbaulebens- und arbeitsgewohnheit in den neubau zu wechseln.

ich komm mir jetzt auch irgendwie unverschämt vor, wenn ich realisiere: diese wohnung ist eigentlich für eine familie mit kind gedacht und mir ist sie allein zu klein. ach göttin.


die heilserwartung an die passivhaustechnologie mit der kontrollierten raumlüftung, die im bauprospekt durchgehend sommers wie winters eine raumtemperatur von 21/22 grad versprach, ist ebenso eine chimäre, sagt der klimatechniker vor ort. wenn es draussen sehr heiß ist, bläst die lüftung heiße luft rein, ca. in der temperatur, die die wohnungen im haus von selber haben. wenn alle leute die fenster aufreissen, kommt also bei 32 grad aussentemperatur auch ca. 31 grad heißer wind aus der lüftung. wenn alle die fenster geschlossen halten, vielleicht 28 grad warmer hauch.

geplatzte träume.

Mittwoch, 1. September 2010

heurigenseligkeit

hier lebte, wie ich schon angedeutet habe, in jedem zweiten haus ludwig van beethoven. dazwischen ist jeweils ein heuriger, was ihm, wie man hört, zupass kam. so auch mir.

heute ging ich hier hinaus, blunznglücklich, wenn man so sagen darf. soll heißen, ich bin einem tipp im standard, der zeitung für leserinnen, gefolgt und habe nach langem wieder den heurigen muth aufgesucht, der praktisch einmal umfallen von hier liegt.

und dort habe ich die meisterblunzn mit sauerkraut vom buffet geholt, mit hausbrot und einem gspritztn. was will man mehr nach einem anstrengenden tag. die blunzn war flaumig wie ein biskuit, nicht der übliche fettriefende grausen, nein, ein gedicht. eine göttliche blunzn, einfach. (ich hab eine halbe genommen...)

zur gaumenfreude kommt zudem der augenschmaus. das büffet ist wunderbar appetitlich. der schankraum mit dem schönen alten holzmobiliar, den deckenbalken und dem schiffboden sehr anheimelnd.



 die kellnerinnen im dirndl. die eine im bild eher typ ulrike folkerts als junge tatortkommissarin, bewegt sich auch so, als wäre sie eher in jeans und lederjacke sozialisiert, das geldtaschl wie einen coltgürtel lässig auf der hüfte. sehr angenehmer kontrast. die andere (leider nicht im bild) wie jean seberg in "à bout du souffle".

der wirt ein freundlicher, offenbar hochbegabter koch, der mit den beiden frauen auch die eine oder andre speise live verkostet und diskutiert, wie mir scheint.

fazit ist, ich schließe mich dem standard an: bitte hingehen. die blunzn ist sensationell.