Freitag, 31. Dezember 2010

silvester


was für nächte! 
dieses bild entstand auf meiner weihnachtstournee zu family&friends. ich verdanke das foto der klugen anleitung von schwemmholz, die man auf dem unteren bildern gut getarnt wahrnehmen kann. ich bin sehr stolz auf meine neu erworbenen künste an der kleinen kamera. auch meine schwester hat mir ein paar bedienungsgeheimnisse verraten. mein neujahrsvorsatz für 2011 lautet: 

mehr fotografieren, dann erst essen!

schloss orth am traunsee ...
mit weniger oder ...
mehr schwemmholz






Samstag, 25. Dezember 2010

christtagsfreuden

zu den christtagsfreuden gehört, den heiligabend gut überstanden zu haben, will heißen, ohne emotionale explosionen oder sonstige energetisch-technische pannen wg zu hoher allzu menschlicher spannung.

diesmal konnte ich die aufschaukelung zw frau mama u herrn papa im vorfeld des abendlichen - im übrigen absolut köstlichen - weihnachtsgulasch durch ein machtwort meinerseits beenden. ich bin selber immer noch verblüfft, dass das bei den eltern wirkt. es ist die stärkste umkehrung der rollen, die ich bemerke.

ich bin zeitlebens schon allergisch auf dieses typische destruktive aneinander vorbei redende paargezänke, das immer ein völlig fruchtloser machtkampf ist, von mir aus betrachtet. naja, vielleicht doch nicht so fruchtlos. schließlich hält die beziehung seit 64 jahren. solche rekorde werden mir erspart bleiben.

bescherung und gulaschdinner verliefen dann in bestem einvernehmen. der restliche abend beim fernsehen auch, da mein vater die meiste zeit schlief und nur einmal richtig aufwachte, um uns sekt zu kredenzen und mutters wunderbare kekse dazu zu genießen.

während der nacht hat sanftes schneerieseln eingesetzt, ich konnte verstehen, was die tiere miteinander redeten, die wilde jagd zog nach mitternacht vorbei, herab polternd durch den haselgraben, und am christtagsmorgen war alles neu und unschuldig weiß im umland. weihnachtszauber.

Freitag, 24. Dezember 2010

würstelsuppe

das aufputzen des christbaums war ganz friedlich und sehr erfolgreich. mutters optik reagiert noch gut auf glanz, weshalb sie wichtiges feedback über die verteilung silberner kugeln geben konnte.

jetzt macht sie grad die traditionelle heiligabendmittag würstelsuppe, eine leicht  eingebrannte kartoffelssuppe  mit  frankfurter oder debreziner würstelrädchen. der vorgeschmack von heilig abend seit gedenken. nach vielen jahren bekomm ich heute wieder das original, da ich den heiligabend mittag schon viele jahre nicht mehr bei den eltern erlebt habe.

meine versuche, die suppe nachzuempfinden gelingen zwar ganz gut, aber da ich nix einbrenne, schmeckts bei muttern doch anders. das entscheidende gewürz ist majoran.

vormittag war ich mit dem vater im urnenhain - ein romantischer waldfriedhof im linzer stadtteil urfahr, wo es noch ein kleines urnengrab einer schwester meiner mutter gibt.

so hab ich heute wieder viele kindheitserinnerungen aufgefrischt. die stimmung ist bislang allerdings viel friedlicher als  seinerzeit.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

baumaufputzen

fünfundfünfzig mal durfte ich also weihnachten feiern, bevor ich zum ersten mal einen christbaum aufputze. selber hab ich nie einen gemacht. und wenn ich wo - inkl im elternhaus - eingeladen war, gabs natürlich schon einen.

jetzt, da meine mutter durch ihre erblindung den ästhetischen überblick verliert und auch nicht mehr so sicher auf den beinen ist, hat sie sich endlich entschlossen, mir die aufgabe zu übertragen. aus diesem grunde hat sie auch gleich wieder einen größeren baum geordert, als sie sich die letzten jahre noch zugemutet hat.

so werd ich heute eingeweiht. noch sitz ich in wien, aber in einer stunde steig ich in den zug westwärts und dann, nach dem nachmittagskaffee, werde ich mich, unter der generalstabsmäßigen anleitung meiner werten mutter, ans baumschmücken machen. ein paar grundsätze hat sie gestern schon übers telefon verlauten lassen, z.b. die kleinen kugeln immer nach innen.

wir werden sehen, wie ich mich anstelle. mein gütiges schicksal hat mich ja mit wässriger durchlässigkeit ausgestattet. sie macht druck, ich gebe nach, und kaum hört der druck auf, hat sich bei mir nichts verändert. ein lebenslanges spiel, das sie immer noch fassungslos macht.

Dienstag, 21. Dezember 2010

handwerker

jetzt muss ich mal ein hohelied auf die handwerker singen, denen ich bisher in diesem haus begegnet bin: allesamt hochkompetente, freundliche herren.

das wohlgepflegte haus wird gerade im stiegenhaus neu ausgemalt (die meisten wiener stiegenhäuser sehen nicht mal nach den malern so fein aus, wie dieses hier schon davor). ich hatte vom versuch des kräftigen feinmechanikers, mein regal in der wand zu sichern, das eine oder andere verzweiflungsbohrloch, das meine weiße wand verunzierte. also ging ich raus zu den malern und fragte den, der gut deutsch spricht ("ich bin ein ungarischer mann"), ob er abhilfe leisten könne. ja, er komme dann.

das hat er auch getan und ruckzuck die paar löcher weggezaubert. die zehn euro aus dankbarkeit musste ich ihm mit einiger argumentationskunst (weihnachten, familie, kinder?) aufdrängen.

auch der mann, der fürs haus zuständig ist, entwickelt sich zum guten hausgeist: er montiert alles, wovor ich kapituliere (halte schlagbohren in den gelenken nimmer aus), repariert alles, macht alles passend, was nicht passt. ich fühle mich hier wirklich gut aufgehoben.

dasselbe gilt übrigens für den rauchfangkehrer und den thermenmann, deren bekanntschaft ich auch schon gemacht habe.

Montag, 20. Dezember 2010

elektropoststreik

der glückliche ausgang der upc-geschichte mit internet, tv, telefonübersiedlung ist leicht getrübt. bislang friktionsfrei gelungen ist folgendes:
  1. ich habe wieder fernsehen. gestern bei der "frau mit den fünf elefanten" auf 3sat zu lang aufgeblieben. hat sich aber gelohnt.
  2. chello-breitband beim internet macht alles internette deutlich leichter.
  3. meine mails kann ich erstaunlicherweise noch über das alte passwort abrufen.
was nun hängt, ist das versenden von mails. enthebt mich vor weihnachten natürlich auch der entsprechenden mailerei. ich hätte allerdings auch noch einiges zu beantworten fürs geschäft. das kann ich zur not über das webmail, das auch noch geht.

ansonsten habe ich bereits wieder eine callcenter-tournee über bratislava hinter mir, die während der warteschleife, in die mich die dortige dame legte, um alles zu klären, bei einer technischen firma in wien endete, die mit upc nichts zu tun hat. der techniker fand, ich hätte ihn angerufen. naja.

ich muss echt aufpassen, dass ich nicht wieder in rage gerate. nun habe ich alle mails gesichert, thunderbird de- und reinstalliert. jedoch ohne folgen für das versenden. kennt einfach das passwort nicht mehr. nur beim abrufen.

wer hilfe, trost oder rat weiß, ist sehr willkommen.

Samstag, 18. Dezember 2010

wintergenuss

folgende winterliche salatkomposition wollte sich heute abend in meiner küche manifestieren:

125 g chinakohl, relativ fein geschnitten (eher den grünen teil)
1 kl handvoll rosinen
1 mandarine, in scheiben geschnitten und dann die stückchen auseinander gezupft
50 g tofu in kleine stifte geschnitten
1 walnusskern grob gehackt

marinade bestehend aus
1 tl salz
2 tl apfelessig
1 el olivenöl
1 el mayonnaise
125 g yoghurt
1 tl currypulver scharf
1 tl curcuma
1 tl currypulver normal

cremig rühren und drüber gießen. sieht hübsch aus. leider habe ich vergessen, dass ich ja meine neue kamera habe - fiel mir erst danach ein, als ich fand, es war wirklich gut und sollte festgehalten werden.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

mondenschein


vor lauter freude konnte ich gefühlte sieben stunden lang nicht einschlafen im wunderstillen schlafgemach, denn im mondenschein blickte mir mein regal halb jungfräulich ins auge. da ich am montag bei hofer eine kleine canon erstanden habe, hab ich sie im finstern zur hand genommen und in die schwärze hinein geklickt. so sieht also mein regal aus, wenn ich es nachts vom bett aus im mondenschein leuchten sehe und es blitzt.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

daumenhalten

es hat geholfen. und wie! trotz newswertigem schneechaos kam der pfosten ganz entspannt um zehn, das nachmontageteam, bestehend aus einem älteren kräftigen feinmechaniker und einem noch jugendlichen trunkenbold (der aber so nüchtern war, dass er zitterte), traf um zehn minuten zu früh ein. eigentlich wollten sie eine stunde früher kommen. ich hatte aber wg der sozialarbeiterinnen das handy nicht an.

die beiden schraubten dann unter ähnlichen bemerkungen wie die anderen das halbe regal auseinander und dann mit neuem pfosten wieder zusammen. und der feinmechaniker brachte darüber hinaus auch noch die wohldurchdachte und liebevoll designte, nur etwas unpraktische wandbefestigung an den mittleren drei säulen an. weshalb er bei den äußeren nicht mehr wollte, hab ich gar nicht gefragt. sollte das regal nun mal kollabieren, wird es von den rändern her die arme zusammenschlagen und dann langsam nach vorne sinken. möge das ausbleiben, bzw. sich nur in meiner abwesenheit ereignen.

männermoleküle bleiben diesmal gar keine zurück. so kanns gehn.

Dienstag, 14. Dezember 2010

verrückt

morgen kommt also, wenn schnee und eis keinen strich durch die rechnung machen, der neue pfosten von ikea am vormittag, und gesondert, um 13 uhr, soll sich ein so genanntes nachmontageteam bei mir einstellen. bin schon gespannt. diesmal ist alles waghalsig auf die mittagspause in der praxis getimt. mal sehen...

verrückt habe ich soeben zum zweck der platzgewinnung die kistenburg in eine ecke des zimmers. sport. diesmal kann ich nicht in den rest der wohnung ausweichen damit, denn die praxis läuft daneben - sogar eine gruppe, zehn sozialarbeiterinnen, wird gerade in dem moment aufbrechen, wenn die ikeamontageleute pünktlich um 13 uhr in der tür stehen.

ach haltet die daumen über land, dass alles ruckzuck glatt gehe, bitteschön.

Sonntag, 12. Dezember 2010

dezibel

meinem abendlichen telefonat mit dem benachbarten swingerclub ging meine heimkunft im gefolge eines gepflegten pärchens mittleren alters voraus. beide flotten schritts und beschwingt, eine freudige aufregung umschwebte namentlich die gutgesträhnte und -geföhnte frau. beide trugen sporttaschen. schon an der ecke dachte ich mir, die wollen da hin. als sich dann der mann kurz vor der eingangstür noch flüchtig umsah, war ich sicher, und ich hatte auch recht. ich ging eine tür weiter und horchte, in der wohnung angekommen, am kamin. fröhliches stimmengemurmel aus der tiefe - übrigens gar nicht im keller, wie mir der einblick im vorbeigehn, beim zutritt des pärchens, festzustellen erlaubte.

ich blockierte also meine rufnummer und wählte. es läutete ein weilchen, dann ein aufgeräumter herr namens doleschal, freudiges stimmengewirr im hintergrund. ich frage interessiert, ob es manchmal party gäbe im club. kann schon sein, meint d. ich sage: haben sie auch disco? so techno und so? d. wird stutzig und sagt gleich mal dreist: nein, das gibts bei uns nicht (steht aber für fr u sa auf der homepage). aha, sag ich, komisch. ich hör das immer freitags und samstags zwischen halb elf und zwei durch den kamin. unmöglich, meint d., das muss ein nachbar sein. glauben sie? frag ich. ja, sicher, meint d. im brustton der überzeugung. na, da muss ich weiter recherchieren, sag ich. er, ja, das sind sicher nicht wir.
und verabschiedung.

ich hab mich kurz schlecht gefühlt, wegen erfolglosigkeit, bis ich mich fragte, was ich denn erwartet hatte. war ja klar, dass die keine roten ohren bekommen würden... also hab ich mich gefasst und mich kurz in den d. hineinversetzt. der hat ja auch einen job, bei dem er keine schwierigkeiten haben will. und wenn dann die funkstreife um mitternacht zwischen den nackten und den teilbekeleideten kleinbürgerlichen privatleuten steht, hat sein chef auch keine freud. also konzentrierte ich mich auf die überprüfung der akustischen folgen meiner intervention. und höre und staune: der beat war vor mitternacht so leise wie zuvor nach mitternacht, und nach mitternacht war praktisch nichts mehr zu hören. so ein zufall aber auch!

also weiß ich, welcher interventionsmechanik ich mich in hinkunft bedienen muss. die eskalationsstufen hab ich mir schon überlegt und muss ich vielleicht gar nicht bemühen.

dem rotohrhasen hab ich die absolution erteilt. er gab mir den tipp, so wie er, mit ohrhörern voller klaviersonaten zu schlafen.

Samstag, 11. Dezember 2010

frühstücksfavorit

ich hab schubweise verschiedene frühstücksfavorits, die meist aus der not - nicht zum einkaufen des üblichen gekommen - entstehen.

aktuell: getoastetes reisbrot (dm) mit chavroux und kaltgeschlagenem cremehonig vom klee drauf. wenn genug zeit bleibt, noch eine grobgehackte walnusshälfte drübergestreut. köstlich!

leider war es übrigens wohl doch nicht der rotohrhase, der die beats meinen kamin hochjagt, sondern der teufel persönlich in gestalt des swingerclubs, der im keller des angrenzenden hauses logiert. daher werde ich nun heut am frühen abend mir ein herz fassen, und mal hintelefonieren in das etablissement...

Mittwoch, 8. Dezember 2010

nachwirkungen

so, die kistenburg ist wieder zurückgeschafft und verdeckt weite teile des regals - bis auf die oberen drei etagen. ich habe es jetzt schon sehr lieb gewonnen und weiß, dass es genau das ist, was ich mir vorgestellt habe - besonders, wenn es dann auch noch in der wand, und nicht nur an der decke, angedübelt sein wird.

ikea hat heute angerufen und mir die übersendung der rechnungskopie angekündigt. das original, das die spedition mitbrachte, ist praktisch unsichtbar (nadeldrucker ohne tinte?) und damit unkopierbar. ich will es aber der versicherung einreichen, die mir vom einbruch weihnachten 2008 noch geld überweisen will zur wiederherstellung meiner lebensgrundlagen.

dieser ikea-anruf einer sanften jungen dame an mariae empfängnis hat mich dermaßen enthusiasmiert, dass ich - vermutlich auch unter der belebenden nachwirkung der testosterongeschwängerten luft in meinem schlafzimmer - beschlossen habe, wieder mal bei upc nachzufragen, wie es denn nun mit warten weitergehen soll. (der fernseher ist inzwischen in der ecke, wo "zur freien entnahme" draufsteht, gelandet. meine klientInnen aus dem sozialbereich werden da in der vorweihnachtszeit gewiss zugunsten ihrer eigenen wahrhaft bedürftigen klientel gern zugreifen.)

diesmal, und das führe ich auf die nachwirkung des androgens zurück, habe ich bei upc listig die weichen in richtung techniker gestellt, bei der wahl im vorfeld - "drücken sie die 2 für technische probleme". ein ausgesprochen freundlicher, praktischer mann - herr koschek, er lebe hoch! -, welcher auch noch schnell von begriff war, nahm sich meines falles an. am freitag kommen die techniker. ist das zu fassen? ich hatte dennoch reichlich gelegenheit, zu kreischen, denn um die sache fix zu machen, musste ich wieder an ein paar nichttechnikern entlang. aber ich habs genossen! kreischkreisch. kommt sicher vom testosterongewölke - so "weiblich" hab ich mich schon lang nimmer aufgeführt.

von diesem durchschlagenenden erfolg weiter angestachelt, hab ich auch in den unteren stockwerken mehrere junge männer aus ihren spätnachmittäglichen schlummern gerissen (bin, wie ich dadurch merke, praktisch von jungmänner-wgs umgeben), um endlich herauszufinden, wessen technobeats mir in wochenendnächten durch den kamin ins sonst so wunderstille schlafzimmer steigen. ich glaube, ich habe ihn gefunden... (bekam rote ohren bei der anfrage und sagte, er werde fortan nächtens die kopfhörer bemühen)

all diese erlebnisse wurden von sms begleitet, die ich mit einem anderen jungen mann gelegentlich tausche. aber das ist eine andere geschichte. dieser jedenfalls ist tontechniker und ich hatte mich vor der recherche im haus per sms briefen lassen, was man tun könne, um den schall aus meinem kamin zu bekommen (diese info gab ich dem rotohrhasen auch der vollständigkeit halber weiter).

dass sich aber der tontechniker jetzt wieder gemeldet hat, führ ich allerdings auch auf die männermoleküle zurück, die mich seit vorgestern im schlaf umschweben, und die vielleicht für immer in den gewinden des schönen weißen regals hausen werden. ich habe die erfahrung gemacht, dass männer auf männermoleküle sehr stark reagieren, auch wenn sie nichts davon wissen, gar nicht in der nähe sind und es sie überhaupt nichts angeht, sichten sie dann gleich das revier. ich schwörs. aber das sind noch andere geschichten.

jemand hat das vier meter hohe zwei cm dicke glas unserer haustür eingetreten. vermutlich testosteron mit adrenalin wg. schlüssel vergessen oder so...

Dienstag, 7. Dezember 2010

babysteps

gestern taten also zwei junge männer im auftrag des elchs hier ihr werk, das regal nach meinem plan aufzustellen. sie kamen 2 stunden zu spät und waren voll jugendlichem elan. das testosteron, das sie verströmten, hängt heute noch in den winkeln - trotz allerhand lüftung seither. irgendwie nett. erinnert an so manchen jugendlichen liebhaber. ich schweife ab.

also: die beiden taten ihr werk guten muts, obwohl sie gegen ende (ca. 4 stunden) gestanden, es sei das schrecklichste system auf gottes erdboden. und als ich mich damit befasste, sah ich auch, dass ich es hätte selber aufbauen sollen, hätte ich die nötigen kräfte. es ist ein system für kräftige handarbeitslehrerinnen und, falls überhaupt für männer, dann für starke feinmechaniker. ich muss zugeben, als ich die vielen liebevoll durchdachten montagedetails sah, die übrig geblieben waren, gruselte mich ein wenig - und ich dachte ganz sexistisch: das kann nur eine frau erfunden haben. stimmt.

der grusel war auch zurecht - denn, als die beiden ihre anoraks an und das trinkgeld eingesteckt hatten, betrachteten wir nochmal ihr werk, und ich sagte: wieso ist die rechte hälfte so schief? (rechte hälfte = über 2 laufmeter). die jungs: hm, ja, komisch, vielleicht vermessen? und schon los mit schraubenzieher und wasserwage. ich sagte, nein, das war vorher noch nicht. sonst hätt ich kein trinkgeld gegeben, und auch nicht unterzeichnet, dass alles in schönster ordnung ist.

und dann sah ich es: einer der träger - an denen ja alles hängt, an diesen einzelnen pfosten - war unten bei der stellschraube im gewinde eingeknickt. der rest ist testosteron und adrenalin - eine ungünstige mischung, da sie männer kommunikationsunfähig, aber zielstrebig macht. ich konnte mich grad noch mit ein paar holzkeilen dawischenwerfen, während der eine das über drei meter hohe regal hochhielt und sich der andre todesmutig drunterlegte um zu sehen, was los ist. zum glück neige ich in solchen momenten nicht zu langer rede. hier die keile, sagte ich zu dem am boden und beim andern, der sprach, tua weida, mir geht die kroft aus, packte ich irgendwie mit an. ging grad noch gut.

jetzt habe ich also ein riesenregal, das ich nicht beschicken kann. ikea hat natürlich die beste reklamationsbehandlung aller zeiten, und auch nach 20 uhr hat das callcenter freundlich gesagt: kein problem, wir schicken einen neuen pfosten und ein montageteam, die den halben schrank wieder auseinandernehmen und neu zusammenbastlen. in einer woche oder so.

die jungs hoffen inständig, es trifft nicht wieder sie. ich hoffe auf ein montagepaar bestehend aus einem älteren feinmechaniker mit guter kondition und einer kräftigen handarbeitslehrerin. die müssen das ding dann auch noch mit dem seltsamsten, durchdachtesten system der welt, das beigepackt ist, in der wand verankern. denn mein vertrauen in die pfosten ist hin, wenns schon sein kann, dass einer einknickt, wenn er einfach so dasteht, im leeren regal.

ja, also leute: stolmen nur im neubau (niedrige decken), montageteam wie oben beschrieben. aussehen tuts wunderbar, wenns grad nicht so bedrohlich schief dahängt, wie die hälfte meines regals...

die freundinnen raten zur geduld, und ich werde also noch das ein oder andre mal die kistenburg von einem raum in den andren schaffen.

Montag, 6. Dezember 2010

schrittweise

der countdown läuft. heute gibt es zwei weitere deutliche schritte ins neue leben in der alten heimat:

aus dem tiefen keller in der innenstadt wird die magistratsabteilung 8 die beiden bücherkisten mit der literatur zu meiner dissertation - vornehmlich geschichte der arbeiterbewegung - hochstemmen und im wiener stadt- und landesarchiv ablagern. es tut mir schon leid drum. als ich die riesenkiste in zwei tragbare umgepackt habe, da unten neben der michaelergruft, musste ich mich sehr zurückhalten, nicht gleich wieder zu blättern zu beginnen. andererseits: seit 1992 liegen die bücher unberührt rum... also was jetzt? kathrin passigs artikel, den die kaltmamsell dankenswerterweise verlinkt hat, spricht mir aus der seele. dann doch lieber der öffentlichkeit und der forschung zur verfügung stellen. die ma 8 hat gewonnen, weil der verein für geschichte der arbeiterbewegung leider keine transportmöglichkeiten hatte und ich mich außerstande sah, das selber zu übernehmen. huch, ich muss weg. tbc...

stunden später:

schritt 1 ist pünktlichst vollzogen worden. zwei frauen und ein mann vom magistrat sind in den keller abgestiegen, waren beeindruckt - wie alle leute, die zum ersten mal so einen tiefen, alten, bombenfesten keller betreten -, haben die zwei bücherkisten geschnappt und waren weg. alles auf die minute pünktlich.

die wunderbare verlässlichkeit der wiener stadtverwaltung (wenigstens, was alle dienstleistungen für die bürgerInnen - müll, öffis, strom/gasversorgung/fernheizung, was man halt zum leben braucht) wird vermutlich solange anhalten, solange die vielgescholtenen sozialdemokraten ihr rotes wien halbwegs dominant bewirtschaften dürfen. die erste tat einer konservativen stadtregierung würde vermutlich, wie auch im bund geschehen, die privatisierung der besten einheiten sein. daher: aus bequemlichkeitsgründen hätte ich gern ein langes leben unter linearer fortführung dieser für die lebensqualität so wichtigen angebote aus dem selbstverständnis der alten roten. und damit genug mit der geschichte der arbeiterbewegung.

jetzt zu schritt zwei, der unmittelbar bevorsteht: das freundliche möbelhaus aus schweden wird männer an meine tür schicken - ab zwischen 13 und 14 uhr, versprochen, - die die regalwand aufbauen werden, die in wunderbaren pappkartons seit einer woche mein entree verstellt. ich bin neugierig, gespannt, ein wenig aufgeregt sogar, ob mir stolmen dann in meinem schlafzimmer so gut gefallen wird, wie ich mir das ausgemalt habe.

sollte es mir nicht so gut gefallen, wird der vorhang davor schneller spruchreif.

eine folge aber wird jedenfalls eine deutliche verringerung der kisteburg sein - juche. dabei konnte ich jetzt schon so gut leben ohne all den kram... tja, mal sehen, ich werde sicher eine zweite runde ausmustern anhängen.

Freitag, 3. Dezember 2010

schneerose

habe ich eine arktische seele? ich blühe auf, wenns schneit. die akklimatisierung ist offenbar auch vollzogen. ich fühle mich körperlich meistens sehr gut bei schneelage.

natürlich hab ich leicht blühen im schnee: ich lebe in der üblicherweise gut geräumten großstadt, in einem haus, das dicht und warm ist. die erdgasversorgung hängt nicht mit dem wetter zusammen, sondern mit russisch-ukrainischen gambles, auf die sich unsere versorgungsbetriebe mit großspeicheranlagen eingestellt haben. und die stromversorgung bricht selten zusammen - und dann meist nicht wegen des schnees, wie ich es in den usa kennengelernt habe.

ich besitze auch kein auto, das ich freischaufeln müsste, und die car-sharing-wägen stehen in garagen und werden von andren leuten winterlich ausgerüstet und geputzt.

vorgestern, beim ersten schnee, hatte ich eine stadtwanderung im schnee zu machen, weil es natürlich verkehrschaos gab. eindeutig die irrationalste plage bei jeder extremeren wetterlage. die räumung war gar nicht so schlecht, aber alle verkehrsteilnehmer neigen zur hysterie bei diesen wetterlagen, und dann geht bald nichts mehr. außer u-bahn. (die blieb einen tag vor dem schnee aus ungeklärter ursache zwei stunden im tunnel stecken. hurra, gruppendynamik! ich war leider - oder eher zum glück - selber nicht dabei. die betroffenen erhalten eine 8-tage-fahrkarte geschenkt als wiedergutmachung... hätte mir nichts genützt, ich hab natürlich eine jahreskarte.)

ich jedenfalls bin still vergnügt, wenn ich aus meiner - heute blendend hellen - küche durch den leise rieselnden schnee auf die dickverschneiten dächer blicke. das macht mir ein glück, das ich bei keinem andren wetter kenne. ich liebe auch tiefverschneit und himmel strahlender azur mit klirrendem frost. wenn kein wind geht. was in wien selten ist. und ich liebe tiefverschneit am land in der nacht, wenn es so hohe klare sternenhimmel gibt.

ja, so ist das bei mir. was ich nicht brauche zu meinem glück, ist wintersport.

Sonntag, 28. November 2010

winterreise

in kürze steig ich in den zug gen westen. meine mutter hat geburtstag. sie bekommt diesmal von mir ein superschwieriges kreuzworträtselheft. nicht, dass sie es noch lösen könnte. das ist der größte gram ihres alters - eine makuladegeneration hat sie in den letzten jahren praktisch erblinden lassen. jedenfalls kann sie nicht mehr rätsel lösen.

also bin ich letztes mal, als ich auf besuch war, auf die idee gekommen, ein solches schwieriges rätsel gemeinsam zu lösen. ich hab ja gar keine ahnung, aber die augen und mein allgemeinwissen kann ich zur verfügung stellen.

wir hatten großen spaß und einige glückliche aufregung, auch wenn das experiment nicht ganz glückte. irgendwo unterwegs haben ich mich doch verirrt, obwohl sie mich sehr gut gelenkt hat durch den irrgarten. aus der erinnerung, wo vermutlich was hinpassen kann. musste an die schachnovelle denken.

jetzt will ich das experiment ans telefon verlegen, denn ich bin ja in wien und sie in linz. das wird mein geburtstagsgeschenk - eine rätselhalbestunde am telefon pro woche, bis silvester. wenns funktioniert, können wir ja verlängern.

morgen ein tag in der landesregierung. auch spannend. es gibt schnee über nacht.

Freitag, 26. November 2010

akklimatisierung

ich hab die kälte lieber als die hitze. nichts desto trotz hat mich der frost zum frösteln gebracht. ich meine dieses tiefinnere frösteln, wo man nicht sicher sein kann, ob daraus eine veritable erkältung wird. mal sehen.

brauchen kann ich das jetzt natürlich nicht. andererseits hat es mich dazu gebracht, gleich ein paar termine abzusagen, und die welt, sieh an, ist natürlich gar nicht zusammengebrochen.

statt dessen habe ich mich mit heißem milchkaffee mit honig in mein bettchen verfügt, mit einer mütze bis zur nasenwurzel und einem dicken wolltuch um hals und brust. und dann hab ich so getan, als sei ich krank. heizdecke unterm hintern eingeschaltet und nach dem kaffee solang gedöst, bis es mir richtig zu heiß wurde im bett. auch zum "kranksein" ist die wohnung wunderbar. als ich die augen aufmachte unter meiner mütze, sah ich draußen dunkel, und gleichzeitig dieses dünne gespinst aus leuchtender altrosa zuckerwatte am himmel, dass doch eigentlich schnee ankündigt. muss bald kommen. weiter im westen schneits schon.

jetzt ist mir wieder warm, nur ein wenig flau. wir werden sehen, ob der "als ob..."-zauber die viren getäuscht und befriedet hat.

Sonntag, 21. November 2010

singkur

gerade auf fm4 gehört, made my sunday :)



ich verwende den zusatz im geiste: jede "gute" zelle. es gibt doch auch zellen, die fühlen sich superwohl und bringen uns damit um...

Freitag, 19. November 2010

blätterteigstangerlprobe

ich habe bereits berichtet, dass die wohnung, in die ich einzog, blitzblank geputzt war. heute, als ich zum ersten mal den gasbackofen anwarf, (um mir blätterteigstangerl aus dem ja!-dinkelblätterteig zum karfiol mit scharfer curry-yoghurt zu backen) sah ich mit einem blick, dass der putztrupp etwas zu eifrig das aluminiumbackblech in den geschirrspüler gegeben hatte.

jede, der einmal passiert ist, die espressomaschine, eine knoblauchpresse oder sonst was aus alu im geschirrspüler versorgt zu haben, weiß, was das bedeutet: schwarze hände und ein völlig unansehnlich gewordenes teil. alu hälts im geschirrspüler einfach nicht aus, es oxidiert oder was.

jedenfalls hatte ich dadurch heute wieder absoluten google-erfolg. erst gab die beliebte suchmaschine mir gleich auskunft, welche stufe im gasbackrohr (vermutlich) auf (zirka) 200 grad hinkommt - was auf der blätterteigpackung verlangt wurde. nämlich stufe 3. hat prima geklappt. die blätterteigstangerlprobe hat ausserdem klar gezeigt, dass es rechts vorne im backrohr am kühlsten ist. vormieterinnen waren rechtshänderinnen.

das schwarze backblech hatte ich nur notdürftig abgewaschen, da der blätterteig ohnehin auf papier kommt und die stangerl ja gleichzeitig mit dem karfiol fertig sein sollten. aber nach dem essen habe ich wissen wollen von der klugen tante google, wie jetzt das schwarze wirklich weggeht. denn meine espressomaschine seinerzeit hab ich weggeworfen, weil sie ewig ungut anzugreifen blieb.

"zitronensäure" war die antwort. also habe ich eine halbe biozitrone geopfert und mit zitronenscheiben das backblech abgerieben - und siehe da: es wurde zwar nicht wieder richtig schön anzusehen, aber ganz glatt und fein anzugreifen. keine schwärze mehr an den händen und allwo.

zauberei, alles leben ist chemie, hurra.

Dienstag, 16. November 2010

erleichterung

so, jetzt ist mir leichter. zumal ich die untenstehende mail auch in cc: an meine ehemalige mitbewohnerin gesendet habe, die glücklicherweise eine mailadresse des wichtigsten österreichischen nachrichtenmagazins hat. dabei ist es nur ein nebeneffekt, dass sich upc dann vermutlich im roten technischen eck auf der elektonischen seite wiederfinden könnte. sie möchte nämlich eigentlich in meinen vertrag einsteigen, und da sie ebenso erstaunliche erfahrungen mit den callcentern macht, hab ich ihr versprochen, sie auf dem laufenden zu halten. was hiermit für alle beteiligten und die öffentlichkeit geschieht, da man auf diese mail ja nicht antworten sollte und es gewiss niemand liest* bei der werten firma:

Sonntag, 14. November 2010

hochnebel

soeben noch wollt ich mich drüber auslassen, dass die zweite langweilige wetterlage neben strahlend blauem himmel der hochnebel sei.

aber sieh da, schon bahnt sich das mittägliche spektakel auf der himmelsbühne an: die sonne brennt ein loch in den hochnebel, der wird derweil zu rosa wölkchen, bevor er weg ist.

binnen kurzer zeit erwarte ich das langweilige blaue-himmel-programm, bei dem ich dann wohl doch noch aus dem bett und aus dem haus gehen werde heute. zumal es dann bei sonne wieder wie gestern frühlingstemperaturen kriegen wird. mal sehen...

Freitag, 12. November 2010

lieblingsplatz

wie zu erwarten war, ist der lieblingsplatz in der neuen bleibe am küchenfenster gen norden. dramatische und lyrische himmel erheben sich über den dächern der hinteren höfe.

in diesem fall ein nachbarstiegenhaus, durch das man hindurchsieht in den nächsten hof. das ist hübsch bei tag und nacht. geranien in großen runden töpfen auf den fensterbänken hinter den fenstern unterm dach.
die fensterchen gegenüber rufen schieles krumaubilder in erinnerung


der himmel donauschule und kremser schmidt. nur schönwetter ist langweilig. da kommen die andren plätze in der wohnung dann auch als lieblingsplätze zum zuge.

und soeben der erste regenbogen überm kahlenberg.

Mittwoch, 10. November 2010

schrankgeschichten

momentan habe ich eine kistenburg in meinem schlafzimmer, und auch ein bisschen viel in der küche. die übrigen beiden räume sind dagegen extrem spärlich bestückt und gefallen mir und meinen besuchern bereits sehr gut. es hängt auch ein bisschen kunst. damit hat eigentlich alles angefangen. ist immer so - wenn das bett steht und das wichtigste bild hängt, ergibt sich der rest von allein.

aber der schrank. der schrank.

die mich kennen, wissen, dass ich keine richtigen möbel mag. das einzige stück in meinem "besitz", das ich nicht selber tragen kann, ist ein schöner alter vollholz aktenschrank. eine dauerleihgabe von einer freundin, die derzeit keinen platz dafür hat.

also, der schrank wird natürlich ein regal. ich bin seit einem jahr verliebt in stolmen von ikea. am liebsten hätte ich es natürlich offen. aber meine schwester wendet zurecht ein, dass der alltag mit einem komplett offenen schrank im schlaf- und lesezimmer dann vielleicht doch nicht sooo inspirierend ist. ich habe ja die idee, möglichst viele hängestangen zu machen und dann alles nach länge und farbe zu sortieren. aber erfahrungsgemäß ist die nachhaltigkeit solcher hübschen ordnungen begrenzt.

also muss doch ein vorhang oder was her. da beschleicht mich panik - eine 5 meter lange wand im altbau mit einem vorhang von der decke weg versehen?

soeben bin ich auf die idee gekommen, eine (welche?) firma zu beauftragen, z.b. eines meiner  wunderbaren wolfgangseebilder - oder ein traunseebild von schwemmholz - auf einen stoff 550 x 330 cm zu drucken, sodass ich, wie am computer, den blick auf den see cinemascope vom bett aus bewundern kann. das ist vermutlich nicht zu bezahlen, aber wer weiß? alle, die wissen, wer sowas ausführt, bitte um tipps!

Donnerstag, 4. November 2010

schlaraffenland

vor lauter begeisterung über meine neue bleibe und lebensumwelt hab ich mich hier eine weile gar nicht mehr blicken lassen. ich bin mitten im schlaraffenland gelandet, wie es aussieht. die einzigen umliegenden geschäfte, für die ich persönlich derzeit keinen bedarf hab, sind die bar, die peep show und der swingerclub. dafür habe ich heute dieses wunderland betreten und bin mit einer wohlgefüllten lunchbox daraus hervorgegangen.

neulich hab ich hier richtige feste knackige äpfel (von garantiert alten bäumen, da bin ich sicher) gekauft. hausrat kam vom 1 €-shop an der ecke, und von hier kommt traditionell der rest, der in keinem billigladen zu kriegen ist: bestimmte sparschäler, kochlöffel, glaskrüge mit deckel, die in das regal in der kühlschranktür passen etc.

ich taumle glücklich durch die vertrauten gassen. abends bin ich schon zweimal hier gelandet, mittags einmal hier, praktisch nebenan. der schanigarten im sommer grenzt vermutlich gleich an meine haustür.

"mehr essen - leichter leben" bekommt immer mehr bedeutungen.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

abschiedsstunden

noch sitze ich im alten zimmer. die letzten tage immer schon glückliche stunden in der neuen wohnung. in den nordhimmel geschaut und das herz aufgehen gefühlt.

heute aber wirds ernst und mir ist ganz schlecht vor abschied. wieder ein jahrzehnt meines lebens mit einer adresse zu überschreiben: kohlmarkt. anfangs ein verzauberter ort mit vöglein auf dem dache und die stadt zu füßen. ruhe vor der tür. heute kein vogel mehr, klimaanlagen, die stadt hinter grässlichen dachaufbauten verschwunden, die wg in auflösung - damen weggetreten wegen liebe. unten der unablässige strom von touristen aller art, gspritzten und aufschneidern. dazu minderbegabte straßenmusikanten und leider stark gewählte politiker (jeder vierte wähler fand ihn bei der jüngsten gemeinderatswahl toll), beide zu laut.

wenn ich das so schreibe, wird mir gleich die sonnenseite dieses abschieds wieder bewusst. der siebte wiener gemeindebezirk ist ja eine vermutlich einzigartige hochburg der grünen, die dort 44 prozent gemacht haben. seit gestern ist auch sonne und kalt. das mag ich sehr.

jetzt bring ich noch den durchgebrochen sessel zu den blinden, die ihm wieder eine schöne sitzfläche flechten werden. und dann mit dem lieben alten wg-auto, das auch bald verkauft wird (toyota picnic - das tollste gefährt, das mir je untergekommen ist für alle, buchstäblich alle lebenslagen), die spärlichen reste, die noch hier sind, in die neue wohnung.

dann noch das auto zurückbringen, schlüssel in die von mir verlassene wohnung. nur noch tonnen von schwarzen säcken mit alten kleidern (schrankzimmer sollte man verbieten, was da alles drin verschwindet...), viele kisten mit den alten büchern, für die sich keiner interessiert. alte laptops, handys, geräte, die keiner mehr deuten kann. für den sperrmüll kommt die müllabfuhr, für die brauchbaren reste diese segensreiche einrichtung.

diese übergänge sind wie eine hochschaubahn. jetzt bin ich traurig, mein herz ist schwer - und kaum bin ich unterwegs zur neuen wohnung, hüpft mir das herz im leibe vor freude. gepriesen sei das limbische system - ein wesentlich besseres navi, als die elektronischen je sein können.

Montag, 18. Oktober 2010

schnütchensprache

in den letzten jahren hat sich die von mir so genannte "schnütchensprache" aus dem off in deutschsprachigen tv-dokumentationen nun schon fast durchgängig eingeschlichen. namentlich in den dokus, wo über menschen oder tiere berichtet wird.

unter "schnütchensprache" verstehe ich eine artikulation, die tatsächlich nur mit schnütchen herzustellen ist. die off-sprecherInnen lesen einen text, den sie durch diese artikulation immer knapp am rande des sich lustig machens über die leute, über die berichtet wird, dahinschrammen lassen. jedenfalls ist es eine ambivalenz zwischen die zuschauer für idioten halten und deshalb so sprechen und die dargestellten für idioten halten und deshalb so sprechen.

ich muss sagen, mir geht das auf die nerven. vielleicht liegt es nur an meinen österreichischen ohren. ich merke es aber auch schon hierzulande bei den off-sprecherInnen. ist es ein zeitgeist der distanzierung und sicherheitshalber entsolidarisierung? ist es ein "lustige" mode, die wieder vergehen wird?

weiß jemand, wovon ich rede? ich schreibe das, wärhrend in 3sat eine doku über den "neuen mann" läuft und der off-sprecher spricht ich schnütchensprache. es klingt auch immer so, als würden die sprecherInnen sich eigentlich fremdschämen über die dargestellten. vielleicht ist es ja das? es nervt mich jedenfalls, egal aus welchen gründen es passiert.

Sonntag, 17. Oktober 2010

bücherpacken

soeben hat mir der FAZ-Analysator attestiert, ich schriebe wie georg trakl, daniel kehlmann und gestern das posting käme nach melinda nadj abonji. na, vielleicht sollte ich mich auch noch in die buchproduktion werfen. nach hörensagen ist das aber heutzutage ein teurer spaß, sofern man keinen bestseller landet.

wie immer. ich habe derzeit doch andere sorgen: nämlich zum ersten mal das gefühl, ich sollte mich von meinen büchern trennen. also natürlich nicht von allen, aber doch von recht vielen. irgendwie sehe ich in der neuen wohnung keine riesenbücherwände. und ich hab auch keine lust, wieder 1000 löcher in die altbauwände zu bohren, nicht mal bohren zu lassen. was tun?

zunächst großzügig aussortieren. dann den rest mitnehmen. und dann in kleinen dosen hier ablegen. um die ecke von der neuen wohnung. das ist ein zeichen. und das erscheint mir eine gebührende form, sich von jahrzehntealten identitätsmerkmalen würdig zu verabschieden.

soeben noch aus den tiefen des kellers aufgetaucht: die geschichte der arbeiterbewegung und des massenwohnbaus. zeugen meiner dissertation in einer riesen bücherkiste. mal sehen, was mit denen sein wird.

Samstag, 16. Oktober 2010

umzugschaos

das umzugschaos beginnt sich aufzubauen... ich genieße es, obwohl ich zusätzlich im oktober viel arbeit habe. ist ungefähr die stärkste zeit in der branche, der herbst. naja, kennen wir ja, es kommt immer alles auf einmal. ich hoffe, ich halte durch. ich merke jedenfalls, dass meine physische belastbarkeit seit dem letzten umzug gesunken ist. dafür bin ich mental besser (noch, jedenfalls).

heute hab ich schon mit netten männern aus den branchen schlosser und umzugsservice zu tun.

dazwischen einen miniworkshop mit 80 deutschlehrerInnen für nichtdeutschsprachige, die an der uni studieren wollen und dazu diese kurse absolvieren müssen. thema: wie können die lehrenden den emotionalen druck aushalten, wenn die studierenden von ihnen erfahren, dass sie durchgefallen sind. viele teilnehmerInnen versuchen dann, dieses ergebnis mit allen mitteln aus allen kulturen der welt abzuwenden... ziemlich heftiger job für die überbringerInnen der schlechten nachricht. nicht ganz so arg wie fremdenpolizei, aber auch nicht so weit weg davon, denn für viele studierende hängt eben der verbleib von diesem ergebnis ab. die anfängliche gruppendynamik in der lehrergruppe war ganz schön anstrengend.

jetzt mit dem schlosser die schlösser tauschen. nebenan geht die tür auf. ein junger mann aus texas fragt formvollendet, ob er sich vorstellen darf. sie seien eine 3er-studenten-wg, er und zwei kollegen aus deutschland. sehr gut. lasst junge männer um mich sein. nie wieder glühbirnen auf schwankender leiter selber tauschen. heute abend wirds ein einweihungsfest geben, meint der texaner mit den nach neuer art rasierten schwarzen brauen und bart. ob ich eh noch nicht hier wohne. nein.

übrigens, liebe mitleserinnen, bin ich mir bewusst, dass mein gestern gepostetes himmelsfoto meines lieblingsblicks keinen anlass zu begeisterungsstürmen bietet. es ist gar finster und der ausschnitt irreführend - mit der kamera im netbook aufgenommen. in wirklichkeit ist alles viel schöner.

Freitag, 15. Oktober 2010

aussicht

ich stehe an meinem neuen küchenfenster und blicke in meine liebste himmelsrichtung - norden. auf die dächer. und - zwischen zwei schornsteinen auf ein stück kahlenberg in der ferne. mein zukünftiger frühstücks- und vielleicht lieblingsschreibpatz.

neben mir taut das eisfach des kühlschranks ab, tropf, tropf. es scheint mir das einzige eckchen der wohnung zu sein, das dem putzkommando, das die wohnung nach der renovierung blitzblank gemacht hat, entgangen ist.

das netbook steht auf dem heizkörper. ideale höhe, wenn eine im stehen schreiben muss. es gibt noch keine sitzgelegenheiten hier.

soeben hab ich bodentücher (wg. abtauen), küchenrollen und klopapier aus dem drogeriemarkt um die ecke (was für ein luxus) geholt .

als erste einrichtungsgegenstände hab ich ein paar tassen, den wasserkocher, löskaffee und teebeutel mitgebracht - und das netbook, das gleich hier wohnen bleiben darf.

mein herz hüpft vor freude beim blick über die dächer. und auf der straße, wenn ich leute sehe, die ich praktisch seit ich in wien bin - immerhin dreißig jahre - vom sehen kenne, packt mich eine wilde freude. heimkehr.


Dienstag, 12. Oktober 2010

it-archäologie

mein blick fällt gerade auf eine schachtel cd-roms in hübschen bunten hüllen. sie warten darauf, als speichermedium eingesetzt zu werden. vielleicht erleiden sie dasselbe schicksal, wie die kleinen bunten floppies aus den 90ern, die auch noch unbeschrieben in der schuhschachtel mit der aufschrift "alte disketten" neben den beschriebenen ruhen, die ich nie mehr ansehen werde.

beim sortieren bin ich wieder auf allerhand computer-urzeitmaterial aus den 80er und 90er-jahren gestoßen. z.b. eben meine disketten vom allerersten apple-kastl. das war vielleicht ein netter computer. darauf hab ich endlich meine dissertation geschrieben. die alten apple-disketten mit der dissertation drauf hab ich seinerzeit mit dem ganzen übrigen material dem linzer stadtarchiv anvertraut.

überhaupt schreibe ich erst wirklich viel und gern, seit es computer gibt. schreibmaschine mit schnippseln und kleben oder überlackieren, igitt. hat mich zwar gelehrt, im notfall aufs erste druckfertig zu formulieren, aber ich genieß viel mehr die wunderbaren möglichkeiten, die die textverarbeitung über uns gebracht hat.

in den 90ern bin ich dann apple untreu geworden, privat, und hab meinen ersten laptop von ibm gekauft. den superkleinen mit der butterfly-tastatur. den hab ich noch und er läuft auch noch. ich bin auf pc umgestiegen, weil es mein abgedrehtes astroprogamm nur für pc gab. und genau dieses handgestrickte programm läuft auch noch da drauf. das ist so handgestrickt, dass das datenfenster für jahreszahlen mit der 2 statt der 1 an der tausenderstelle zu kurz ist.

seit diesem kleinen schwarzen ultracoolen ibm-schmuckstück bin ich den laptops treu geblieben - nie wieder ein standgerät.

Montag, 11. Oktober 2010

aussortieren

derzeit bin ich im askesemodus - d.h. ohne schokolade und alkohol. dafür jede menge köstlichkeiten, die der erntedank so auf den tisch bringt: kürbis, ringlotten, trauben, zwetschken, frische datteln und feigen, walnüsse. göttlich. in solchen phasen frag ich mich immer, weshalb ich je anders genieße. naja, ich bin schon zu oft hinübergerutscht aus diesem glück der "natürlichen" ernährung in den luxus der prozessierten genüsse, als dass ich mir noch einbilde, das wird jetzt so bleiben. dabei fühl ich mich so wohl mit dieser vorwiegend vegetarischen, herrlich fruchtsüßen kost. ich koche und esse dann auch viel mehr (daher übrigens auch der blog-titel), als in den zeiten wo champagner, kekse und schokoladen die überhand gewinnen.

jedenfalls trifft nun die gewichtsabnahme, die ja sofort einsetzt, wenn alkohol, zucker und fleisch wegbleiben, zusammen mit dem entlastenden effekt des aussortierens vor dem umzug. ich glaube, das ist einer der gründe, warum ich mein leben lang gern umgezogen bin: ich entledige mich dann vor dem auszug aller dinge, von denen ich mich leicht trennen kann (und die dennoch nie den weg in den müll oder in die weitergabe fanden). beim einzug fliegt der rest der überlebten dinge raus, die ich nicht mehr neu einordnen will. das ist alles sehr entlastend. ich schrumpfe in jeder hinsicht auf meine wahre größe.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

wohnung

ich hab sie! die wohnung mit himmelsblicken aus allen fenstern. und das noch dazu im all time lieblingsbezirk, dem 7., am diamantengrund, wies früher hieß. ich kann mein glück noch gar nicht fassen. so schnell kanns gehen. ende des monats übersiedle ich.

jetzt möge nur noch kompetente packhilfe daherkommen, und mein glück ist perfekt.

nicht mehr über kücheneinrichtung nachdenken müssen - küche ist komplett drin. keine schwebeküche natürlich. das war ohnehin die trostfantasie im alten wohnprojekt, das ich abgeblasen habe.

jetzt also wieder bewährter altbau mit vollholzparkett überall außer in den gefliesten nassräumen, dazu hohe decken und vernünftige raumgrößen. die wohnung ist um ein drittel kleiner von den quadratmetern her und wirkt dennoch dreimal so groß wie das neubauprojekt. dazu noch das urbane ambiente im 7. bezirk, das meine wiener heimat ist von anbeginn, 1980. immer habe ich dort gewohnt oder gearbeitet oder beides. bis auf die letzten fünf jahre.

die ersten jahre hier in der innenstadt, als alles noch idylle war auf dem dach allein, habe ich noch im 7. bezirk gearbeitet. die letzten fünf jahre hab ich gelebt und gearbeitet hier im ersten. ich bin jetzt glücklich wie ein kind, das von einer kinderjause, die sich enttäuschend entwickelt hat, endlich wieder heim darf.

Sonntag, 3. Oktober 2010

gutenachtgeschichte


ich gehöre ja nicht zu den pferdefrauen. ein bisschen pferdefrau gibt es nicht, soviel ich weiß. entweder eine strebt - zumindestens in der vorstellung - spätestens ab dem backfischalter auf den rücken der pferde, oder sie weicht ihnen lebenslang großräumig aus.

mein nächtlicher heimweg erlaubt mir allerdings oft genug, einen kleinen gutenachtblick aus sicherer entfernung mit dem einen oder anderen lipizzaner in der stallburg zu wechseln, so wie hier, als ich beschwingt heimschritt von einem schönen fest zum zehnjahresjubiläum der galerie meiner freundin. da ging ich zwar auch früh, aber nicht zu früh.

Freitag, 1. Oktober 2010

wohnungssuche

mein eindruck, dass die unsägliche neue dachlandschaft hier an der gasse oligarchen und anderes merkwürdiges klientel anzieht, verstärkt sich zusehends. ich muss weg.

wer in wien eine wohnung mit himmelsblick weiß, bitte mir mailen. himmelsblick heißt nur, dass aus mindestens einem raum ohne verrenkung himmel sichtbar ist. muss kein grün sein und keine atemberaubung. nur ein blick.

größe ca 50 - 80 m2, mietwohnung mit gutem anschluss an die öffis. nicht im 10. oder 11., 21. u 22.  bezirk. marktübliche miete, unmöbliert. keine dachschrägen.

sieh da, schön langsam kann ich sogar ziemlich genau sagen was ich will...

Montag, 27. September 2010

verdrückt

am wochenende war ich zu einer riesigen geburtstagsparty eingeladen. zwei sehr erfolgreiche frauen, die praktisch gleichzeitig vor 60 jahren zur welt kamen, haben geladen. die location war schick, die jubilarinnen bester laune. und ich war verloren.

ich mag nämlich keine großen menschenansammlungen, wenn ich dazu gehöre. und ich hasse smalltalk. ich bin schüchtern. ich kann zwar als moderatorin sehr gut hunderten leuten sagen, was sie tun sollen, und sie folgen mir auch. aber mich unter hundert leuten, die ich nicht kenne, wohlfühlen, das geht nicht so gut. vor allem dann nicht, wenn die überwiegende mehrzahl dieser leute namhaft bis recht bekannt bis recht einflussreich ist. nein, stimmt gar nicht. das allein würde mir noch kein großes unbehagen machen. unbehagen kam auf, weil ich so viel über viele dieser leute weiß - aus beruflichen gründen. dieses wissen aber der strengsten schweigepflicht unterliegt.

und weil mich niemand kennt, ausser die eine jubilarin, die mich eingeladen hat, weil wir nach mehr als 10jähriger zusammenarbeit auch freundinnen geworden sind. aber die vielen leute, über die ich soviel weiß, kennen mich nicht. dazu waren noch drei riesenlange tafeln parallel zueinander in einem lang gestreckten raum aufgestellt. ungefähr die schlimmste anordnung überhaupt, finde ich.

also. langer rede kurzer sinn: ich habe betreten - umringt von fremden berühmten leuten, die einander alle kannten - an einer dieser tafeln platz genommen. dann gab es kurze launige reden der jubilarinnen und eine schöne musikeinlage. das konnte ich genießen. aber die tafelgesellschaft war mir zu heiß.

also hab ich mich im allgemeinen tohuwabohu der folgenden buffeteröffnung einfach verdrückt.

Samstag, 25. September 2010

hokkaidokürbissuppe

jetzt gehts wieder: hier stand er zur zier für ein paar tage, der hokkaidokürbis
schade, ich kann keine fotos mehr hinzufügen mit dem neuen dialogfenster (vorschau geht auch nicht mehr). komisch. naja, wir wissen ja, hokkaidokürbisse sind die kleineren orangeroten.

einen solchen halben entkernt und in kleine stücke geschnitten habe ich heute zu meinem lieblingskürbissüppchen verarbeitet. es ist so einfach, dass ich es eigentlich gar nicht aufschreiben muss.

also kürbisstückchen ungeschält in meine übliche salzknoblauchzitronenwasserbasis. dazu kleingehackten ingwer. das alles solange kochen, bis die kürbisstücke ganz weich sind. dann pürieren.

in den teller. klein gewürfelten nussmandeltofu (bei dm) drüberstreuen und ein wenig kresse drauf. fertig und extraköstlich, wenn man den geschmack von hokkaidokürbis mag - ein wenig süß und erdig und fein. außerdem wg farbe extrem hübsch - macht jeden grauen tag leuchten.

weils so gut war, einen zweiten teller, variiert durch ohne tofu, mit kresse und ein paar tropfen kürbiskernöl aus der steiermark, das auf der orangen suppe erstaunlicherweise eine auberginefarbene spur zog. köstlich. daher einen halben dritten teller ohne alles. ein gedicht.

Donnerstag, 23. September 2010

vollmond

gestern gabs verkehrschaos in der wiener innenstadt. aus einem guten grund diesmal: rasen am ring war erlaubt. ich kam dadurch ein wenig zu spät zu einem vortrag, den ich dann trotz allem noch zur rechten zeit abliefern konnte. in einem versteckten kleinen festsaal in der nähe des palais schwarzenberg, der akurat dem sportministerium gehört. mein vortrag hatte, wie jeder, der mich kennt, ahnen muss, nichts mit sport zu tun. aber jedesmal wenn ich dort antrete und die treppe in den hübschen spiegelsaal hinunterschreite, wünsche ich mir, in diesem raum einmal eine kleine private soirée im ballkleid zu veranstalten mit all meinen freundinnen. einige tragen inzwischen schon couture, andre - wie ich - entweder ihr weißes debütantinnenballkleid aus den 70ern (wenn die figur grad wieder mal passt...) oder einen anderen eher psychedelischen albtraum aus der mottenkiste.

später bin ich im abendsonnenschein am karlsplatz entlang richtung oper gegangen und habe einen kleinen zwischenstopp in dieser galerie bei der finissage einer ausstellung eingelegt. einer der künstlerinnen verdanke ich dieses hübsche, von mir selber hergestellte hintergrundbild für mein handy.
ich habe dafür schon einige fragende, schockierte, amüsierte, jedenfalls mehr reaktionen auf ein hintergrundbild bekommen, als mit jedem anderen motiv. die göttin wirkt.

noch später hing der fast volle mond dick und gelb über dem rasenden ring und ich spazierte durch die augustinergasse heim, in einem zauberisch leuchtenden dämmerlicht.

momentan bin ich in festlicher und freundlicher abschiedsstimmung vom ersten bezirk, obwohl sich weit und breit noch keine neue wohnung abzeichnet.

Dienstag, 21. September 2010

pöstlingberg

Pöstlingberg
der linzer hausberg samt wahrzeichen (kirche) liegt eigentlich in urfahr, also im stadtteil nördlich der donau. als ich ein kind war, machte meine mutter mit uns traditionell um schulbeginn herum, an einem schönen tag im september, einen ausflug auf den pöstlingberg.

die fahrt mit der pöstlingbergbahn, dann der rundblick auf der aussichtsterrasse durchs münzfernrohr. man sah immer "bis zum dachstein", denn wir machten den ausflug nur an den tagen, an denen man den slogan "linz, die donaustadt am alpenrand" auch glauben kann. diese tage sind föhntage. und im september sind sie besonders klar und von spätsommerlicher hitze. als biennale gab es eine fahrt mit der grottenbahn. und jedes jahr das letzte eis auf der terrasse des hotels. dann beschwingter abstieg, oder talfahrt mit der bahn, je nach dem.

Pöstlingbergbahn neu
heute morgen hab ich ein paar tränen geweint, vor rührung und abschiedlichkeit, denn gestern habe ich meine alten eltern überredet, diesen ausflug nochmal mit mir zu wagen. meine mutter mit dem rollator, mein vater mit den luftpolsterschuhen. alles ging bestens. die pöstlingbergbahn ist modern geworden, alles ist barrierefrei, sogar die drei stufen auf dem rundgang um dem gipfel wurden - wohl fürs kulturhauptstadtjahr 2009 - geopfert. die überwiegende mehrzahl der fahrgäste an diesem sonnigen montag war im fortgeschrittenen ruhestandsalter.

auf einem sonnenbänkchen hab ich die eltern animiert, sich ordentlich als paar in pose zu setzen und sich von mir fotografieren zu lassen, damit es für die einladung zum diamantenen hochzeitsfest nächstes jahr im august ein foto gibt. wie gesagt, heute - zurück an meinem frühstückstisch - hab ich, aufgeweicht durch schlaf und träume, dann ein bisschen geflennt.

Sonntag, 19. September 2010

nachtgesellschaft

nächtlicher heimgang gestern begleitet von damen:

hier habe ich hervorragend gespeist, mit freundinnen und einer mutter. dieselbe achzig und mit abstand die am besten angezogene und in relation die fitteste von uns. ob wir diese generation toppen können? ich glaube nicht.

dann bei chanel: tiefer winter. inspiration von yeti? oder zottellama? jedenfalls hat frau keine angst zu frieren, wenn sie sich winters so adjustiert.












bei louis vuitton trägt die frau den stil, den ich bei meiner mama in den späten fifties und frühen sixties geliebt habe, nur ist der rock um gut eine handbreite kürzer. das outfit ist mehr was für den goldenen herbst. was eventuell auch die goldenen dekos andeuten, wer weiß...



kommt alles für mich nicht in frage. erstens heillos zu teuer (wirklich unfassbar, die preise). zweitens seit der kniekondition im mai bewegungsmangel mit trost durch mehr essen zum leichter leben. sieht aber so aus, als käme ein wendepunkt, was das betrifft.

Freitag, 17. September 2010

aufgeblüht


sehr schön, auch diese rosen mögen den spargeltopf. über nacht sind sie alle aufgeblühlt in dem robusten gefäß.

überhaupt muss ich an dieser stelle mal die fair trade rosen loben, die man bei billa kaufen kann. voraussetzung ist allerdings eine filiale, wo jemand auf genug wasser in den kübeln achtet. dann blühen sie praktisch immer auf und halten lang. manche duften sogar.

der strauß da hat 9,90 gekostet und das find ich auch sehr fair gegenüber der käuferin. ich hoffe, sie sind wirklich fair trade... ich finde es ja recht schwer, all diesen fair und bio labels restlos zu vertrauen.

Donnerstag, 16. September 2010

spargeltopf


ganz schön mystisch in diesem späten nachmittagslicht, die rosen im spargeltopf. ich finde, rosen bleiben in metallgefäßen länger frisch. keine ahnung, ob das stimmt, oder ob es eine einbildung von mir ist. jedenfalls werden diese prachtexemplare sicher gut über die nacht kommen, bis sie morgen einzeln als dekoration beim open house verwendung finden.

Dienstag, 14. September 2010

baked beans

baked beans liebe ich, wenns herbst wird. gestern abend habe ich sie folgendermaßen hergestellt:

zwei knoblauchzehen blättrig geschnitten, drei schalotten ebenso und fünf scheiben frischen ingwer gestiftelt. das alles in einem esslöffel olivenöl angeröstet, glasig bis goldgelb.

dazu eine dose pellati. von einer italienischen freundin habe ich die brutale technik, einfach mit einem langen messer in der dose kreuz und quer herum zu stechen und zu hauen, um die tomaten in stücke zu teilen.

aus gründen des plötzlichen gusto habe ich diesmal eine kleine kartoffel geviertelt und in dünne scheiben geschnitten dazu gegeben.

das ganze dann köcheln lassen, gewürzt mit salz, ein wenig grobkörnigem senf, einem esslöffel honig und worchester sauce. nach zirka 10 minuten eine kleine dose weiße bohnen dazu und alles nochmal zugedeckt eine halbe stunde weiterköcheln lassen.

wärmt und hält leib und seele zusammen.

Montag, 13. September 2010

dattelkonfekt

eine wunderbare beigabe zu pink champaigne, die ich gestern zum geburtstag einer freundin gereicht habe, geht wie folgt:

man nimmt getrocknete datteln, möglichst weiche, macht einen längsschnitt um den kern rauszuholen, dann füllt man die höhle mit roquefort und drückt ein viertel einer walnuss drauf. sieht hübsch aus, schmeckt wie ein herrliches konfekt und ist eine sehr effektive unterlage für einen ausgiebigen apéritif.

kennengelernt habe ich diese rasch zubereitete köstlichkeit in meiner zeit als au aupair auf französischen schlössern. das tolle ist die sämige süße der datteln mit dem schmelzenden, etwas scharfen aroma des roquefort. dazu die walnuss als freundliche knackigkeit in all der fülle.

der pink champaigne kam von hier.

das dattelkonfekt fällt unter "mehr essen", der brut rosé unter "leichter leben".

Sonntag, 12. September 2010

kleingartennacht

wie in allen größeren städten in österreich und deutschland hat sich auch in wien aus den notgärten des ersten weltkriegs eine kleingartenbewegung herausgebildet, die bald nach dem krieg in vielen vereinen die hänge und ebenen rund um wien zum ewigen grüngürtel gemacht hat.

viele leute hier erben solche gärten, viele kaufen sie, obwohl es eigentlich pachtgründe sind, soviel ich weiß. drauf stehen gartenhäuser. seit geraumen jahren gibt es eine bewilligung der stadt, die erlaubt die häuschen winterfest zu machen und dort ganzjährig zu wohnen. seitdem hat sich eine eigene neue, sehr spannende gartenhausarchitektur entwickelt.

neulich war ich zur einweihung eines solchen gartenhäuschens eingeladen. die besitzerin hat das bestehende häuschen renoviert und innen großzügig ausgebaut. der garten hat eine hanglage und man blickt über die stadt gegen westen und norden.

hier im bild sieht man nächtlicherweilen die neue schicke gartendusche mit einer letzten hortensie.

Samstag, 11. September 2010

radetzkymarsch

jeden samstag pünktlich um elf marschieren unten die hoch- und deutschmeister vorbei und spielen den radetzkymarsch. wenn sie am ende der straße angekommen sind, drehen sie um und kommen zurück, während dessen sie einen beliebigen anderen marsch intonieren.

daran gewöhnt man sich, das ist wie kirchenglocken oder wie die feuerwehrsirene am samstag um 12.

woran ich mich aber nie gewöhnen kann, ist, was die marschmusik mit den menschen macht: die überwiegende mehrheit verfällt in den marschschritt und geht hinter der kapelle her als gehörten sie dazu. einige wenige versuchen, offenbar unter großer willensanstrengung, extra nicht im takt zu gehen. kaum jemand bleibt stehen.

das ist deshalb ungewöhnlich, weil die leute in dieser straße üblicherweise dauernd irgendwie herumstehen und schauen. mich überläuft immer ein schauer, wenn ich von oben sehe, wie sich die marschkolonne wie magisch hinter der musik her bildet, aus lauter leuten verschiedenster nation, die eigentlich nur vorhatten, durch die berühmte straße zu schlendern.

Freitag, 10. September 2010

noch leichter leben

diese küche ist natürlich überhaupt perfekt: sie schwebt, und sie sieht aus, als könne man sie sehr leicht übersiedeln. hier führen zwei langsame damen vor, wie sie funktioniert.

Donnerstag, 9. September 2010

mittagssüppchen

seit gut 20 jahren koche ich mir fast täglich zu mittag ein süppchen. vornehmlich eine gemüsesuppe mit dem, was ich grad da habe.

die basis ist 1/2 l wasser. da kommt eigentlich immer ein schnitz zitrone, eine zehe knoblauch blättrig geschnitten und ein paar pfefferkörner rein. dazu salz. relativ selten ein halber gemüsebrühewürfel von cenovis dazu, oder wenn ich angst vor einer erkältung habe, ein halber würfel biohühnerbrühe und frischer ingwer, feingehackt oder in scheiben. kommt auf den rest an. also das ist die basis.

hier im vordergrund sieht man mehr schlecht als recht das heutige süppchen aus gelben fisolen, einer kleinen kartoffel und dillen. dazu eine putencabanossi in rädchen geschnitten. sah sehr hübsch aus, so gelb und rot mit grünen strichlein. eine kleine spitze von getrocktnetem chili gab noch eine wärmende note dazu. bindung erzeugte heute ein wenig sojamilch und olivenöl ganz am schluss (meist erst im teller beigefügt).


gegenüber die neue wg mit jungen menschen, die der alten dame nachgefolgt sind. unsere wg hat wieder mal die "wer macht als erster vorhänge auf?" frage mit einem gelassenen "wir nicht" ausgesessen. das ist uns irgendwie aus unsrer ersten extrovertierten wg-zeit auf dem dach an der mariahilferstraße in den achtzigerjahren geblieben. alle die dort je länger gelebt haben, machen auch heute noch keine vorhänge vor die fenster. den sichtschutz legen sich binnen spätestens drei monaten die nachbarn gegenüber zu. das ist die erfahrung.

Dienstag, 7. September 2010

zurückgetreten

für junge menschen im  young corner vermutlich eh okay? aber auch die wollen offenbar gern wände rausnehmen und verschieben. was eben nicht geht. nur die kleinen fuzzis neben der eingangstür kann man wegtun...

heute bin ich schriftlich vom mietvertrag der neuen wohnung zurückgetreten. meine sternenfreundin hätte mir das vermutlich schon bei der unterzeichnung des vertrags weissagen können. ich musste aber das haus sehen, bevor ich glauben konnte, dass die geförderten grundrisse doch nichts für mich sind.


die beobachtung von städtebau und da vor allem von massenwohnbau, die ich seit meiner dissertation betreibe, hätte mich drauf vorbereiten können. zu allen zeiten haben die bauordnung und später noch die diversen auflagen öffentlicher fördergeber die grundrisse der wohnungen bestimmt. dass aber 10 m2 heute als zimmer gelten (im gegensatz zu kabinett, das noch kleiner sein darf) - ich glaube, das ist historischer rekord. verstehen tu ich das nicht ganz. wie man auf 115 m2 ein solches winkelwerk zusammenbringt, macht mich immer noch fassungslos. nach dem plan hab ich mir wohl alles mindestens 30 prozent größer vorgestellt. der lokalaugenschein war ein echter schock. schade.

Sonntag, 5. September 2010

himmelsblick

heimkommen, die zweite. da ich nun ja nicht auf die gstettn mit freiem blick über wien ziehen werde, bin ich hier wieder mal rauf ins kleine atelier auf dem dach gestiegen. darin hab ich die ersten jahre gewohnt, als der blick noch frei ging über die dächer. jetzt gegenüber: mauern. immerhin seit heuer offenbar doch bewohnt, da grüne pflanzen auf den terrassen zu sehen sind. wenn ich mich nah ans fenster setzte, hätte ich einigen himmelsblick bei leicht gehobenem kopfe. das muss fürs erste genügen.

besprechung mit den wg-kolleginnen ist angesagt. die, die oben wohnt, lebt nämlich eigentlich gar nicht mehr da, sondern mit ihrem liebsten. also sollte es durchaus möglich sein für mich, da rauszuschauen, wenn mir unten die stuckdecke mit den rosen auf den kopf fällt.

die rosenstuckdecken dürfen wir nicht selber ausmalen, wg. denkmalschutz. das haben sie aber wohl ein wenig spät verordnet, denn in manchen räumen versinken die schon gehörig in den farbschichten. ursprünglich, 1902, waren sie vermutlich bunt und mit blattgold.

ich muss um meines seelenheils willen sofort aufhören, mich über diese wohnung zu beklagen, auch wenn das heimkommen mit einkaufstaschen durch die langsamen touristenmassen uns alle immer wieder aggressiv macht. ist wie in der getreidegasse in salzburg, nur ist die straße breiter.

Donnerstag, 2. September 2010

realitätsschock

die schwebeküchenfantasie hat heute einen erheblichen dämpfer erhalten. ich war zum ersten mal in der neuen wohnung, und jetzt will ich lieber mein geld zurück, als je dort einziehen. ich werde natürlich drüber schlafen, aber ich fürchte, der zu erwartende schöne blick über die stadt kann mir nicht über die kleinen verwinkelten räume hinweghelfen, die ich heute in der musterwohnung gesehen habe...

leider lassen sich nämlich alle die änderungswünsche, die das ganze etwas großzügiger hätten wirken lassen, aus den verschiedensten technischen und förderungsbedingten (es müssen 3 zimmer bleiben...) gründen nicht verwirklichen. als zimmer gilt alles, was größer als 10 (!) quadratmeter ist. auch der arbeitsraum sieht in wirklichkeit nun doch viel zu klein, d.h. zu lang und schmal aus für meine bedürfnisse, die bis zu 12 menschen im kreis versammeln wollen.

naja, es geht eben nichts über einen lokalaugenschein, auch wenn ich sehr gut bin im räumlichen vorstellungsvermögen. die wirklichen größenverhältnisse habe ich ja doch erst vor ort realisiert, als ich selber drinstand in den räumen. vom plan her dachte ich mir schon, recht eng und klein, aber... der heiße veränderungswunsch ist stärker als die coole vernunft. hm. nicht so leicht, wie ich mir gedacht hätte, aus 35 jahren altbaulebens- und arbeitsgewohnheit in den neubau zu wechseln.

ich komm mir jetzt auch irgendwie unverschämt vor, wenn ich realisiere: diese wohnung ist eigentlich für eine familie mit kind gedacht und mir ist sie allein zu klein. ach göttin.


die heilserwartung an die passivhaustechnologie mit der kontrollierten raumlüftung, die im bauprospekt durchgehend sommers wie winters eine raumtemperatur von 21/22 grad versprach, ist ebenso eine chimäre, sagt der klimatechniker vor ort. wenn es draussen sehr heiß ist, bläst die lüftung heiße luft rein, ca. in der temperatur, die die wohnungen im haus von selber haben. wenn alle leute die fenster aufreissen, kommt also bei 32 grad aussentemperatur auch ca. 31 grad heißer wind aus der lüftung. wenn alle die fenster geschlossen halten, vielleicht 28 grad warmer hauch.

geplatzte träume.

Mittwoch, 1. September 2010

heurigenseligkeit

hier lebte, wie ich schon angedeutet habe, in jedem zweiten haus ludwig van beethoven. dazwischen ist jeweils ein heuriger, was ihm, wie man hört, zupass kam. so auch mir.

heute ging ich hier hinaus, blunznglücklich, wenn man so sagen darf. soll heißen, ich bin einem tipp im standard, der zeitung für leserinnen, gefolgt und habe nach langem wieder den heurigen muth aufgesucht, der praktisch einmal umfallen von hier liegt.

und dort habe ich die meisterblunzn mit sauerkraut vom buffet geholt, mit hausbrot und einem gspritztn. was will man mehr nach einem anstrengenden tag. die blunzn war flaumig wie ein biskuit, nicht der übliche fettriefende grausen, nein, ein gedicht. eine göttliche blunzn, einfach. (ich hab eine halbe genommen...)

zur gaumenfreude kommt zudem der augenschmaus. das büffet ist wunderbar appetitlich. der schankraum mit dem schönen alten holzmobiliar, den deckenbalken und dem schiffboden sehr anheimelnd.



 die kellnerinnen im dirndl. die eine im bild eher typ ulrike folkerts als junge tatortkommissarin, bewegt sich auch so, als wäre sie eher in jeans und lederjacke sozialisiert, das geldtaschl wie einen coltgürtel lässig auf der hüfte. sehr angenehmer kontrast. die andere (leider nicht im bild) wie jean seberg in "à bout du souffle".

der wirt ein freundlicher, offenbar hochbegabter koch, der mit den beiden frauen auch die eine oder andre speise live verkostet und diskutiert, wie mir scheint.

fazit ist, ich schließe mich dem standard an: bitte hingehen. die blunzn ist sensationell.

Dienstag, 31. August 2010

antizyklisch

mein seltsames pendlerinnendasein zwischen grinzing und der innenstadt zeigt mir derzeit wieder, wie das leben wirklich ist: volle u-bahn, hektische leute. aber auch: zum ersten mal im bus hat mir eine ganz junge frau ihren platz angeboten. und ich habe mich begeistert bedankt und hingesetzt. heute morgen dachte ich mir beim anblick meiner schönen, derzeit sommerlangen haare selber, dass sich das silber sehr gut macht. altblond nenne ich die farbe. und nun auch noch dieser vorteil. das leben ist schön.

antizyklisch reise ich normalerweise, egal ob öffentlich oder indivduell. das habe ich mir in der ersten ökologischen welle der 80er jahre schon angewöhnt. der effekt: ich glaube, es gibt keinen verkehr und die erste klasse der bahn ist immer leer. ich bin oft die einzige reisende in einem ganzen waggon. ich liebe das zugegebenermaßen. aber jedesmal, wenn ich, - selten genug, denn ich arbeite ja zuhause - zu "normalen" zeiten unterwegs bin, glaube ich im ersten moment an eine vorangegangene betriebsstörung, weil die u-bahn so voll ist, so viele leute an der haltestelle etc.

so habe ich mir durch antizyklisches zeitmanagement ein ganz beschauliches paralleluniversum geschaffen.

Sonntag, 29. August 2010

herbstluft

heute morgen, als ich die fenster in den garten öffnete, hatte ich sie zum ersten mal diesen sommer in der nase: die herbstluft.

gestern abend habe ich mir eine heiße suppe gekocht und erstmals kurz die heizung eingeschaltet. hm. wie wird das werden in dem neuen haus? passivhaus mit dauertemperatur der raumlüftung von 21/22 grad, sommers und winters. wird man da den wechsel der jahreszeiten und einbrüche in der außentemperatur auch noch so direkt mitkriegen? vermutlich schon. die zusatzheizung über fernwärme läuft ja nicht im sommer. da gibt es dann wohl mehr heißes süppchen und heiße schokolade, ingwertee und ähnlich wärmende substanzen, wenn es mal eine kurze kälte gibt im sommer. und wärmeflaschen.

21/22 grad ist allerdings ohnehin sehr kuschelig. aber wenn man dauernd nur rumhockt, verträgt man ein jäckchen. ich besitze außerdem noch eine beeindruckende sammlung von schultertüchern, schals und kuscheldecken. eine sammelleidenschaft, die noch aus meiner studienzeit datiert, wo ich immer in architektonisch wertvollen alten gemäuern ohne richtige heizung gewohnt habe.

Freitag, 27. August 2010

semmelknödelcarpaccio

hier habe ich vorgestern abend in schöner, wenn auch leicht schnöseliger grinzinger atmosphäre eine köstlichkeit gegessen:

semmelknödelcarpaccio mit gebratenen steinpilzen. die semmelknödelscheiben waren wirklich hauchdünn geschnitten. ist mir völlig schleierhaft, wie das zu bewerkstelligen ist. vielleicht mit einer schneidmaschine vom tiefgefrorenen serviettenknödel? jedenfalls lag also dieses carpaccio auf dem teller, blumenschön. darauf die wunderbar auf den punkt gebratenen, recht großen steinpilzschnitten. dabei auch noch angeschmolzene kleine paradeiswürfel und frischer rucola. einfach köstlich und bis auf die hauchdünne der semmelknödelschnitten ganz leicht nachzumachen, köchinnen, oder?

das essen ist hier eigentlich immer ein genuss, wenn man übers publikum großräumig hinwegsieht. lustige idee: eine holzkassette mit besteck, servietten, zahnstochern, zündhölzern und je einem kleinen pfeffer- und salzstreuer statt des gedecks.

das wars zu  "mehr essen" - hier noch ein nachtrag von gestern zu "leichter leben":

in einem schreiben weist mich der bauträger darauf hin, dass ich meine gewünschte küchenlösung noch bereuen werde, dass das seltsam aussehen werde und ich mich hoffentlich eines besseren besinnen werde...  im erste moment war ich einigermaßen irritiert von dieser herablassenden mail, bis mir klar wurde, dass der mann mich wohl für eine uniabgängerin in den zwanzigern hält. naja, das projekt heißt auch "young corner". aber auch als junge frau hätte ich den ton nicht gemocht. blöde machos.

Mittwoch, 25. August 2010

blogkatzenzauber

Besuch
kaum hatte ich hier zustimmung gepostet, kommt diese äußerst aufgeweckte junge verwandte zur gartentür hereinspaziert, unbekannterweise. fegt durchs haus, verlässt es glücklicherweise auch wieder. schließlich weiß ich, dass die hausherren keine nachfolge für ihre vor zwei jahren in den katzenhimmel entwichene katz wollen. eigentlich bin ich ja als katzensitterin vor zeiten hier angetreten.

nun sitte ich also nur mehr haus und garten und kaum seh ich die rote katze bei waldviertelleben und schreibe über den roten prof. merlin meiner schwester, kommt hier schon die nächste generation und will gern spielen und vermutlich auch bleiben...



meine schwester kam auch über ein bild zu prof. merlin, besser gesagt, er zu ihr. schon vor 10 jahren oder so, schnitt sie sich das foto einer roten katze aus und hängte es an die wand. binnen jahresfrist stellte prof. merlin - damals war er noch nicht professor, sich bei ihr vor und wollte bleiben. schweren herzens machte meine schwester, damals noch in stadt salzburg wohnhaft, alle vorkehrungen um das kätzchen seinen besitzern zurückzustellen. indes: ohne erfolg. seither lebt er bei ihr und hat mitterweile studiert, promoviert, habilitiert und assistiert ihr nun schon seit langen jahren bei ihrer heilarbeit.

Dienstag, 24. August 2010

schwebeküchen

regen. jetzt grünet, was nur grünen kann... seh ich durch die glastüren.

hier blättern
ich bleibe im haus und habe mittlerweile gefühlte 3000 bilder von modernen küchen angesehen. ach, schwebeküchen! -  ich will gar nicht fragen, was das kostet. bis der trend bei ikea angelangt ist, bin ich schon wieder am überlegen, wo ich als nächstes hinziehe, vermutlich. das ist wie mit den zaubermitteln bei der gehobenen medizinischen kosmetikerin - ca. fünf Jahre später sind sie im drogeriemarktregal zu finden.


Montag, 23. August 2010

mirabellenchutney

diese hübschen gelben mirabellen fallen mir praktisch in den schoß, wenn ich auf dem bänklein unterm baume sitze. frisch schmecken sie fein, leicht säuerlich, leicht süßlich. ein wenig fad, offen gesagt.

aber, sobald man sie erhitzt entfalten sie eine säure und eine süße, die unbeschreiblich und einzigartig mirabellenartig sind. man kann daraus natürlich marmelade kochen. eine freundin tut es unter beigabe von lavendelblüten.

ich mache  eine art chutney draus, das herrlich zu fleisch passt. auch zum grillgut.  dazu entkerne ich die kleinen (naja, was soll man machen, muss sein). ich hacke eine gemüsezwiebel grob und lasse sie in olivenöl glasig anlaufen. dann die mirabellenhälften dazu. salz, pfeffer und frisch gehackte (nicht zu fein) petersilie, ordentliche menge. ich liebe, was dabei in kürze unter rühren herauskommt. wer so eine alten baum im garten hat, tue es mal nach.

Sonntag, 22. August 2010

gartenparadies

haushohe bäume im garten, zum beispiel ein 10 meter hoher kirschbaum. noch höher die föhre, deren unterster ast selber baumstammdick ca. auf höhe des ersten stocks quer über den ganzen garten zu reichen scheint. in der föhre funkeln immer diamanten. was das wohl ist? wassertröpfchen? aber sie fallen nie runter, nicht bei der stärksten bö. im gegensatz zu den föhrenzapfen und dem einen oder andren mörderischen, wenngleich abgestorbenen ast...










rundum hat beethoven praktisch in jedem zweiten haus gewohnt.
namhafte heurige dazwischen. die auratische präsenz des beethoven verleitet mich regelmäßig, den alten bösendorfer im haus mit ein paar sonatinen zu traktieren. es hört mich niemand, auch beethoven ist taub.

diesmal liegt ein zettel unter dem deckel, worauf der klavierstimmer gebeten wird, das h ein wenig abzuschleifen, damit es nicht immer steckenbleibt. ansonsten sieht man an der wand über dem klavier ein abbild des flügels auf einem ölgemälde aus der jahrhundertwende, 19. zu 20. man sieht ein musikzimmer, ein mädchen spielt den flügel, ein zweites steht da zum umblättern. zwei buben an violine und cello.

Samstag, 21. August 2010

heimkommen

nächtliches heimkommen in die leere wohnung nach dem besten eis der stadt. abschiedliche gefühle, obwohl es doch noch mindestens ein dreiviertel jahr ist, bis ich auf die gstettn ziehe.

ziemlich kurz, vielleicht drei vier jahre, dass ich mich heimatlich gefühlt habe an diesem ort in all den vielen -  bald zehn! - jahren, die ich hier lebe. es leben hier auch recht wenige leute wirklich. in unserem haus sind wir die einzigen, die hier auch wohnen. sonst: büros, geschäfte, kanzleien.

früher gab es von oben einen unverstellten blick  auf peterskirche, stephansdom und die alten dächer - neige d'antan. jetzt auf den dächern rundum ein wildwuchs von architektursünden der nullerjahre  (z.b. referenzprojekt 1010 - the max), die einmal eingang in die verbrechenskataloge der architekturgeschichte finden werden. aufgrund der preisgestaltung kann man sich nur fragen, wer darin wohnt. models, fußballer, russische oligarchen, scheichs vermutlich. man sieht sie nie. leerstandsruinen der gier, zum abschreiben, in jeder hinsicht.

Freitag, 20. August 2010

zwischenstopp

hier liegt er für immer, der käsemeister...
tja, die sommerfrische im salzkammergut ist leider vorbei - ade käsemeister! (und ich bin seit gedenken dirndlabstinent, trotz der "idealfigur" dafür).

jetzt ein zwischenstopp in der innenstadt zum auspacken, wäsche waschen, umpacken.

dann noch mal eine städtische sommerfrische, für zwei wochen in grinzing - haus und garten von freunden hüten. während dessen schon eine sanfte landung mit ein paar stunden arbeit in der woche. das verlangt kleine ausflüge in die eigene wohnung im zentrum. lustiges gefühl, dort nur zum arbeiten hinzugehn.

ich liebe solche perspektivwechsel.